Agrarstrukturerhebung: Rückgang der Betriebe verlangsamt – Anzahl der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft stabil. Foto: © Simon Blüthenkranz from Pixabay

Alle 10 Jahre führt die Statistik Austria die Agrarstrukturerhebung durch. Die heuer präsentierten Ergebnisse der Vollerhebung 2020 zeigen: „Die heimische Landwirtschaft ist klein strukturiert, familiengeführt, geprägt von einem hohen Anteil an frauengeführten Betrieben und einer starken Bio-Produktion. All das gibt uns, gerade in Zeiten wie diesen, Resilienz und Krisensicherheit“, so Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser.

2020 gab es in Österreich 154.593 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Die Anzahl der Betriebe hat in den vergangenen 10 Jahren um 11 Prozent abgenommen. Der Rückgang hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum bis 2010 halbiert. „Der Strukturwandel in der Land- und Forstwirtschaft setzt sich weiter fort, aber deutlich langsamer als zuvor. Seit EU-Beitritt ist es gelungen, den Trend hin zu größeren Betrieben zu dämpfen. Das zeigt uns, dass wir mit agrarpolitischen Maßnahmen wie dem Agrarumwelt- und Bergbauernprogramm auf dem richtigen Weg sind“, so Strasser. Erfreulich ist die Anzahl der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, die im letzten Jahrzehnt leicht gestiegen ist.

Das ist alles andere als selbstverständlich, denn die Bäuerinnen und Bauern erleben schwierige Zeiten: Mit dem Krieg in der Ukraine sind die Betriebsmittelkosten regelrecht explodiert. „Damit unsere Familienbetriebe in der Produktion bleiben und weiterhin Lebensmittel aus Österreich bereitstellen, brauchen sie ein entsprechendes Einkommen. Preisanpassungen auf den Märkten sind dringend notwendig. Der Handel ist gefordert, eine Vermarktungsoffensive zu starten, um den Absatz regionaler Lebensmittel weiter zu steigern“, ruft Strasser die Supermarktketten auf.

Um dem Strukturwandel entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung bereits wirksame Maßnahmen auf den Weg gebracht, so Strasser: „Kurzfristig werden die Familienbetriebe im Kampf gegen die Teuerung, etwa mit dem kürzlich von Landwirtschaftsminister Totschnig präsentierten 110 Mio. Euro schweren Versorgungssicherungspaket, unterstützt. Langfristig gibt es kontinuierliche Verbesserungen im steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Bereich. Auch die beschlossenen Gelder im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023 bringen Planungssicherheit. Um mehr Einkommen entlang der Wertschöpfungskette zu erzielen, forciert der Bauernbund eine Stärkung der bäuerlichen Verbände und Genossenschaften. Dieser Mix ist das Erfolgsrezept, um den Strukturwandel abzuschwächen.“

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern ist Österreich mit einem Anteil von 93% klar geprägt von Familienbetrieben. „Unsere Höfe sind klein strukturiert. Um im internationalen Markt mithalten zu können, müssen wir unseren Weg der Qualitätsproduktion weiter gehen. Dazu braucht es ein rot-weiß-rotes Bekenntnis aller Marktteilnehmer zur heimischen Landwirtschaft“, so der Bauernbund-Präsident Georg Strasser abschließend.

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Quelle: Bauernbund

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