In der Landwirtschaft beginnen dieser Tage die Arbeiten auf den Wiesen und Äckern. Die Bäuerinnen und Bauern stehen vor einer dramatischen finanziellen Situation, so Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser„Jetzt geht es um die Frage, ob wir die Menschen weiterhin mit ausreichend Lebensmittel versorgen können. Die Produktionskosten in der Land- und Forstwirtschaft explodieren. Jeder Cent, um den der Dieselpreis teurer wird, bringt einen zusätzlichen Kostendruck und eine deutliche Einkommenskürzung bei unseren Bäuerinnen und Bauern.“ Mit dem gestern präsentierten Energiepaket soll auch die Land- und Forstwirtschaft mit einem Agrardiesel-Kostenausgleich entlastet werden. Die Details werden im Rahmen der europarechtlichen Möglichkeiten in den kommenden Tagen erarbeitet. Die Kompensation soll aufgrund von Pauschalwerten je Hektar und Bewirtschaftungsart erfolgen und vorerst bis 30. Juni 2023 befristet sein. „Das ist ein dringend notwendiger Schritt. Um die Lebensmittelversorgung aufrecht erhalten zu können, brauchen wir ein wirksames Maßnahmenpaket und einen konkreten Plan, wie wir die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs abfedern,“ so Strasser.

Weltweit warnen immer mehr Stimmen vor einer Nahrungsmittelkrise, denn die globale Rohstoffverfügbarkeit ändert sich aufgrund der fehlenden russischen und ukrainischen Exporte drastisch. Leere Regale sind derzeit die größte Sorge der Österreicher. „Düngemittel sind knapp, ohne diese könnten uns im Ackerbau Ernteeinbußen von bis zu 40 Prozent bevorstehen. Zudem ist die Land- und Forstwirtschaft abhängig von der Witterung. Schon jetzt ist es allerorts viel zu trocken. Wenn Tiere weiterhin in unseren Ställen stehen und die Felder jetzt bestellt werden sollen, braucht es Ausgleichsmaßnahmen in einem wirksamen Paket. Dieses Paket muss die Herausforderungen entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette – vom Hof bis zum Teller – betrachten,“ so Strasser.

Europäische Spielräume im Entlastungspaket ausnutzen

Die Europäische Union ist derzeit gefordert wie selten zuvor durch den Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Folgen. Die Sicherstellung der Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln muss jetzt auf allen Ebenen Vorrang haben. So begrüßen die beiden Bauernbund-EU-Abgeordneten Simone Schmiedtbauer und Alexander Bernhuber das vergleichsweise rasche Handeln der Österreichischen Bundesregierung gegenüber anderen Mitgliedsstaaten zur Entlastung der Produktionskosten. 

Ein Beispiel an anderen Ländern nehmen

„Die derzeit vorgeschlagene Entlastung durch die Absenkung der Mineralölsteuer in der Landwirtschaft nutzt aber bei weitem noch nicht alle europarechtlichen Möglichkeiten aus“, halten die beiden Europaabgeordneten Schmiedtbauer und Bernhuber fest. So gibt es in vielen anderen Ländern wie Frankreich oder Dänemark deutlich höhere Entlastungsmaßnahmen für die Lebensmittelproduktion. „Nicht nur die Preise agrarischer Rohstoffe sind in den vergangenen Wochen eklatant gestiegen, sondern auch die Preise für Futtermittel, Dünger und Sprit haben noch nie dagewesene Höhen erreicht“, führt Schmiedtbauer näher aus. Durch den Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland muss eine krisenresistente Versorgung mit Lebensmitteln und Solidarität mit den betroffenen Regionen sichergestellt werden, fordern die beiden Bauernbund-Abgeordneten. Bernhuber ergänzt dazu: „Wir müssen jetzt unsere Reserven in Europa nützen und so wieder für Stabilität auf den Märkten sorgen. Eine Anpassung der österreichischen Produktionskosten an andere europäische Länder ist dazu eine wichtige Grundvoraussetzung.“

Versorgungsauftrag ernst nehmen

Simone Schmiedtbauer und Alexander Bernhuber erläutern abschließend: „Unsere Bäuerinnen und Bauern sind der Garant für eine sichere europäische Lebensmittelversorgung. Und gerade daher braucht es jetzt eine spürbare Entlastung für unsere Landwirtschaft. Es sollte daher klar sein, dass wir alle europarechtlichen Spielräume ausnutzen sollten.“

Quelle: Bauernbund / Foto: © Pixabay

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