Gemälde des NÖ-Landtags. Objektfoto Landessammlungen Niederösterreich, Foto: © Christoph Fuchs

Der audiogeführte Themenrundgang „Niederösterreich & Wien. Szenen einer Ehe“ wurde am 24. Mai 2022 im Museum Niederösterreich von Landeshauptfrau Johann Mikl-Leitner um 18.30 Uhr eröffnet. Er ist nun von 25. Mai 2022 bis 5. Jänner 2023 zu sehen. Ausgangspunkt der Schau ist die Eigenständigkeit der beiden Bundesländer, die mit Inkrafttreten des so genannten „Trennungsgesetzes“ am 1. Jänner 1922 begann.
Die Beziehung der Bundeshauptstadt und des größten Bundeslandes wird aber weit über diese 100 Jahre hinaus beleuchtet. „Niederösterreich & Wien. Szenen einer Ehe“ ist sowohl eine Ausstellung für Niederösterreicher*innen als auch für Wiener*innen.

Huldigungsfestzug. Landessammlungen Niederöstereich, Foto: © Hermann Amon

„Beziehungsstatus? Kompliziert, würde ich sagen“, schmunzelt Christian Rapp als wissenschaftlicher Leiter vom Haus der Geschichte in St. Pölten. „Zum einen wollte Wien sich selbständig machen, zum anderen wollte man am Land nicht von den „Großkopferten“ aus Wien regiert werden. Auch die anderen Bundesländer waren für die Trennung,
weil in Wien und Niederösterreich mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Republik lebte. Auch wenn die Trennung für Niederösterreich anfangs schwierig war, so hat sie doch langfristig dem Land genützt. Aber bis heute bleiben Wien und Niederösterreich eng verflochten. Auch das zeigen wir mit unserem Projekt“,
erklärt Christian Rapp.

Ausgehend von wichtigen Archivalien des Österreichischen Staatsarchivs verbindet der audiogeführte Themenrundgang Objekte aus dem Haus der Geschichte und dem
Haus für Natur mit eigens für die Ausstellung kreierten Stationen. Zahlreiche Zitate und Originaltöne in den dreiminütigen Audios machen den Weg durch die Geschichte lebendig.

„Ein Nachbildung des Erbhuldigungszugs der niederösterreichischen Stände für Kaiser Karl VI. in Wien, das Maskenkapitell aus der Landhauskapelle in Wien als Symbol für den Protestantismus und der Schatzfund von Wiener Neustadt sind unter den ältesten Objekten“, erklärt Margarethe Szeless als Kuratorin der Ausstellung. „Mit einem Becher aus dem Revolutionsjahr 1848 und einem Gemälde von der Ausrufung des Staates Deutsch-Österreich im Herbst 1918 zeigt der Rundgang, dass im Niederösterreichischen Landhaus in der Wiener Herrengasse immer wieder Geschichte geschrieben wurde.“

Gemälde Frey Ausrufung der Ersten Republik 1918. Landessammlungen Niederösterreich, Foto: © Christoph Fuchs

„Ein Gemälde des niederösterreichischen Landtags, das den Wiener Bürgermeister Karl Lueger am Rednerpult zeigt, eröffnet das wechselhafte 20. Jahrhundert. Auch die NS-Zeit wird nicht ausgespart: Es geht um die Planungen zur so genannten ‚Gauhauptstadt Krems‘ und um die Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung Niederösterreichs, die davor in sogenannten Sammelwohnungen in Wien zusammengetrieben wurde“, ergänzt Marion Krammer, ebenfalls Kuratorin der Schau. „Die Ausstellung zeigt darüber hinaus, wie wichtig der Wienerwald oder der Nationalpark Donauauen für die Bevölkerung beider Bundesländer sind.“ Immer wieder darf geschmunzelt werden: „Es ist schon überraschend, dass ausgerechnet das Lied ‚Wien, Wien, nur du allein!‘ von einem niederösterreichischen Landesbeamten komponiert wurde. Für den abschließenden Ausstellungsraum haben wir aktuelle Statements zu den Beziehungen zwischen Stadt und Land eingefangen“, so Krammer abschließend.

www.facebook.com/MuseumNOE/

Quelle: Florian Müller / Museum NÖ

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www.museumnoe.at

Szenen einer Ehe – Das Kuratorenteam von links: Christian Rapp, Marion Krammer, Margarethe Szeless, Benedikt Vogk, Andrea Thuile. Foto: © NÖ Museum Betriebs GmbH, Müller

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