Felix Munk_Foto NHMWien-Stadtimker Felix Munk räumt mit dem Klischee des fleißigen Bienchens auf: „Sie fliegen nicht weiter, als sie müssen.“, erzählt er. „Insofern sind sie fast ein bisschen faul.“ Für die ersten beiden Bienenvölker, die seit kurzem samt Bienenstock einen neuen, „noblen“ Standort im 1. Bezirk gefunden haben, gibt es auch im angenehmen Flugradius von einem Kilometer jede Menge anzufliegen, sie leiden in der Stadt keinen Mangel: „Im Volksgarten blüht der japanische Schnurbaum noch ein paar Tage und dann gibt es an vielen Fassaden in der Umgebung jede Menge Efeu. Den mögen die Bienen auch.“, fährt der Imker fort.

Bildtext: Stadtimker Felix Munk mit seinen Schützlingen am Dach des Naturhistorischen Museums in Wien. Foto: NHM

Imker Felix Munk stellt die Bienenstöcke am Dach des Naturhistorischen Museums auf. Foto: NHM, Hisham Momen
Imker Felix Munk stellt die Bienenstöcke am Dach des Naturhistorischen Museums auf. Foto: NHM, Hisham Momen

Das im Durchschnitt um zwei bis drei Grad Celsius wärmere Klima der Stadt ist für Bienen als Wärme liebende Tiere von Vorteil, sie sind im Frühjahr zeitiger und im Herbst länger unterwegs. “

Nächstes Jahr werden auf den 10-12 Quadratmetern, die am Dach des Naturhistorischen Museums für die Bienenstöcke vorgesehen sind, mehr als zwei vollwertige Bienenvölker mit bis zu 100.000 Bienen leben. Angefangen haben wir jetzt einmal mit zwei kleinen Stöcken mit etwa 15.000 Bienen.“, so Felix Munk.

Die Bienenvölker, die aktuell auf dem Dach eine neue Heimat gefunden haben, wurden als Schwärme in der Stadt eingefangen und dem Verein Stadtimker zur weiteren Pflege übergeben. „Die Bienenvölker siedeln sich oft an Orten an, die wir Stadtbewohner nicht so gerne mit ihnen teilen: auf Balkonen oder Spielplätzen, an Hausmauern oder Gartenzäunen. Diese Bienen müssen daher oft von der Feuerwehr oder speziellen Firmen eingefangen werden. Leider kann für die Mehrheit kein Platz gefunden werden. So wird die Stadt für viele zur Todesfalle, denn Bienenvölker, für die in kurzer Zeit kein Abnehmer gefunden wird, müssen vernichtet werden.“, schildert der Imker aus der Stadt-Praxis.

Die kleinen Stadt-Bienen fühlen sich in ihrem Refugium sichtlich wohl. Foto: NHM, Hisham Momen
Die kleinen Stadt-Bienen fühlen sich in ihrem Refugium sichtlich wohl. Foto: NHM, Hisham Momen

Die beiden geretteten Völker werden in den nächsten Monaten am Dach des Naturhistorischen Museums aufgepäppelt und tragen voraussichtlich ab dem Frühjahr 2014 Honig ein. Die nächste Honigernte der im Museum beheimateten Honigbienenvölker wird für Juni 2014 erwartet. Das Besondere daran: Stadthonig hat keine Rückstände, das heißt, keine feststellbare Belastung durch Feinstaub und Schadstoffe. Er ist von hoher Bio-Qualität und gilt aufgrund der vielfältigen Pollenmixtur als besonders aromatisch. Mit rund 20 Kilogramm Honig rechnet Munk. Die können dann im Shop des Naturhistorischen Museums gekauft werden.

www.nhm-wien.ac.at

 

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