Thomas Bergmann, Zlatko Junuzovic, rechts, FAK7. November 2011

Fußball ist – und bleibt – ein komischer Sport. Die Betrachtungsweise von 90 Minuten sieht jedermann nicht selten ein wenig anders und am Ende, wenn dann „das Runde endlich im Eckigen“ gelandet war, herrscht entweder kollektive Freude, oder aber Weltuntergangsstimmung, immer eben je nach dem …

Von der Wiener Austria, ihres Zeichens heuer nicht nur 100jähriger Gründungsjubilar, wird seit Generationen ein gepflegtes, ordentliches und passables Fußballspiel erwartet. Der geneigte Veilchen-Anhänger ist meist erst dann zufrieden gestellt, wenn der Gegner komplett aus- und umgedribbelt wurde, gar am Boden liegt und der jeweilige violette Spieler vor dem Torschuss in den gegnerischen Kasten am besten noch einen Purzelbaum schlägt. Dies ist seit vielen Jahren das Markenzeichen dieses Teams und macht einfach auch das Spiel der Wiener Violetten aus.

So auch gestern Abend in der Generali-Arena zu Wien-Favoriten. Nach dem tollen Europacup-Abend am Donnerstag zuvor gegen AZ Alkmaar – das 2 : 2-Remis nach einem 0 : 2-Rückstand lässt die Chance auf ein sportliches Weiterkommen im Hause Europa nach wie vor intakt sein – war demnach wieder Bundesliga-Kost angesagt. Und Austria-Coach Karl Daxbacher warnte erneut davor, dass seine Spieler nach der Kür im Europapokal eben auf die Pflicht in der Meisterschaft nicht vergessen dürfen – und die lautete eben Wacker aus Innsbruck. 8.043 Besucher fanden sich zu dieser Begegnung ein und man war, sieht man von den zirka 500 mitgereisten Anhängern aus dem geheiligten Land Tirol ab, guter Dinge für dieses Spiel. Ein Sieg war Pflicht, wollte man doch endlich den Abstand auf den derzeitigen Tabellenführer Admira weiter verkürzen.

V.l. Szabolcs Safar, SR Dominik Ouschan, Marco KoflerDie Austria zog ihr Spiel – mit der Umstellung auf drei Stürmer (Tomas Jun, Roland Linz und Nacer Barazite, sowie den Mittelfeld-Akteuren Peter Hlinka und Michael Liendl) von Beginn an – auf, wie man es von ihr gewöhnt ist. Kurzpass-Spiel, verschnörkelt, rasch nach vorne, den Doppelpass suchend und dennoch nicht den krönenden Abschluss findend. Es sah gut aus, was die Akteure in Violett fabrizierten, aber es fehlte am Tor-Schuss. Hätten die Jungs aus Favoriten ihre Aktionen zwingender angelegt, wäre über kurz oder lang ein Treffer geglückt und um den Gegner aus Innsbruck hätte man sich sportliche Sorgen machen müssen. So aber, und das nicht unverdient, kamen die Mannen, trainiert vom Ex-Austrianer Walter Kogler auf, hielten nicht nur vehement dagegen, sondern spielten auch den frechen Angriff und führten zur Halbzeit nicht unverdient mit 2 : 0. Dies deswegen, da ihre Angriffs-Bemühungen intensiver, aktiver und einfach von mehr Glück begleitet waren.

1. Halbzeit:
Die allererste und ernsthafte Chance fand Innsbruck gleich in der 1. Minute vor – Miran Burgic bugsierte den Ball nach einem Laufduell mit Georg Margreitter äußerst knapp neben das erneut vom jungen Keeper Heinz Lindner gehütete FAK-Tor. Im Gegenzug Corner für die Austria – Zlatko Junuzovic´s Ecke konnte der unter großem Jubel empfangene Ex-Austrianer Szabolcs Safar im Gehäuse Innsbruck´s jedoch abwehren. Wenig später war es Linz, der vermehrt den Strafraum der Innsbrucker besuchte. Aus einer dieser Aktionen resultierte das vermutete 1 : 0 in der 15. Minute nach folgender Aktionen: Michael Liendl hob einen Freistoß gefühlvoll in den 16-Meter-Raum und über einige Umwege landete der Ball bei Roland Linz, der diese Kugel verwertete. Der Vorarlberger Referee Dominik Ouschan gab den Treffer betreffend vorausgegangenem vermutlichen Foulspiel an Szabolcs Safar jedoch nicht, was der TV-Beweis aber auch nicht bestätigte. Im Gegenzug dann das 0 : 1. Thomas Bergmann flankte zur Strafraum-Mitte, von der aus der Ex-Ried-Spieler Peter Hackmair einköpfen konnte. Bereits am 8. August 2010 sorgte besagter Hackmair für den damaligen 1 : 0-Sieg der Innviertler in Wien. Die Austria griff vermehrt an und erarbeitete sich Tor-Möglichkeiten. Barazite´s -Schuss landete im Innsbrucker-Abwehr-Bollwerk und ein Junuzovic-Köpfler brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. Dann das 0 : 2. Erneut war der Wackerianer Bergmann mit einem Pass in die Spitze an diesem Treffer beteiligt. Der 20jährige Daniel Schütz lief ein paar Schritte und überhob gefühlvoll den herauseilenden Lindner. Sollte sich die Geschichte wiederholen? Am 29. August 2010 verlor man aus Sicht der Austria gegen einen überaus frechen Aufsteiger aus Tirol gar mit 0 : 3 im damaligen Franz Horr-Stadion. Das Spiel ward eine halbe Stunde alt und im Stadion wurde es mucksmäuschenstill. Weitere violette Bemühungen, allen voran durch den quirligen Tschechen Jun folgten, allerdings erfolglos. Dann war Halbzeit.

Und es passierte eben genau das, wofür der Veilchen-Anhänger leider auch bekannt und berüchtigt ist. Anstatt die Mannschaft frenetisch auf die zweite Spielhälfte einzustimmen, gab es kaum Applaus. Die erwarteten Pfiffe waren zwar auch kärglich, aber in solch eine Situation sollte ein Stadion vehement hinter seiner sich bemühenden Truppe stehen. Wie dem auch sei, es folgte …

Halbzeit Zwei:
Und die hatte es – einmal mehr – in sich. Kurz nach Beginn beinahe der Anschluss-Treffer. Aber eben nur beinahe. Safar wehrte einen wuchtigen Liendl-Freistoß kurz ab und Roland Linz wäre zur Stelle gewesen. Einmal parierte Safar erneut, den zweiten Versuch jagte der Austria-Stürmer über das Tor. Dann die 54. Minute: Barazite trat einen Ball quer durch den Strafraum und Liendl nahm sich ein Herz, um aus zehn Metern gewinnbringend abzuziehen. Sein drittes Saison-Tor bedeutet das 1 : 2 im Spiel. Kurze Zeit später fand Junuzovic im Ex-Kollegen Safar nach einem Eckball erneut seinen Meister. In der 70. Minute dann fast der zu diesem Zeitpunkt hoch verdient Ausgleich, aber es wurde wieder nichts daraus. Barazite passte nach einem Solo auf Junuzovic im Strafraum, der weiter auf einen Mitspieler quer legte. Dennoch war erneut ein Wacker-Bein Verhinderer eines Torjubels in Violett. Bis zum Ende der 90 Minuten gab es nur mehr Geplänkel im Mittelfeld und einen Schiedsrichter, dem die Partie zu entgleiten drohte. Gar mancher Foul-Pfiff schien dubios und brachte vermehrt Verzögerungen ins Spiel. Diese Aktionen, als auch der schier endlos andauernde Austausch von drei Wacker-Spielern, die mit aller Gewalt das Ergebnis über die Zeit bringen wollten, brachte eine 5minütige Nachspiel mit sich. In dieser kam es zu einem Elfmeter für die Austria, an dem sich die Geister schieden. Ouschan entschied auf ein Marco Kofler-Handspiel im Strafraum, das wiederum Wacker-Trainer Walter Kogler auf die Barrikaden trieb. Seine lautstarke Kritik am Referee brachte ihm den Verweis der Coachingzone ein. Nacer Barazite wiederum konnte den Strafstoß nicht verwerten, da Safar an alter Wirkungsstätte in Hochform agierte. Sollte es also doch zu einer neuerlichen Heim-Niederlage kommen? Das Spiel stand in der 93. Minute. Ein Schuss des eingewechselten Alex Gorgon landete beim ebenso frisch ins Spiel gekommenen Marko Stankovic, der wiederum Junuzovic bemühte. Dieser bezwang Safar im zweiten Versuch zum letzten Endes verdienten und gerechten 2 : 2.

Die Austria geht nun mit 4 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Admira in die Länderspiel-Pause. Am 19. November 2011 kommt es um 18.30 Uhr im Bundesstadion Südstadt zum Duell mit dem Aufsteiger. Und da man im August das Hinspiel in Wien mit 2 : 4 verloren hatte, sollte an jenem Tag und just 24 Stunden vor der großen Austria-Feier aus Anlas „100 Jahre FAK“ – gefeiert wird in der Wiener Stadthalle – sportliche Revanche genommen werden.

Gesamtbilanz Austria vs. Innsbruck:
140 Spiele: 57 Siege/36 Remis/47 Niederlagen/202 : 172 Tore
Heimbilanz:
69 Spiele: 36 Siege/21 Remis/13 Niederlagen/127 : 72 Tore

Weitere Fotos zum Spiel:

www.fk-austria.at

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