FUSSBALL - BL, A.Wien vs RBSDie beinahe schon erwartete Niederlage der Wiener Austria setzte es gestern Nachmittag in der Generali-Arena zu Wien-Favoriten im Duell gegen den FC Red Bull Salzburg. 10.075 Besucher, somit war die Arena bei weitem nicht ausverkauft, wurden Zeuge, als sich der aktuelle Meister frühzeitig von der erfolgreichen Titel-Verteidigung verabschiedete und der entthronte Meister von 2011/12 dem neuerlichen Titelgewinn 2013/14 mit Siebenmeilenstiefeln von nun an noch mehr entgegeneilt.

Bildtext: Bemüht, aber brotlos: Der FAK in Form von Florian Mader (Nr. 17) und Christian Ramsebner stand gestern Abend erneut mit leeren Händen da. Schiedsrichter Robert Schörgenhofer traf keine Schuld. Foto: GEPA

Der Umstand des gegen Salzburg Nicht-Gewinnen-Könnens war aus violetter Sicht leider deswegen zu erwarten, da die Rot-Weißen Mozartstädter derzeit die Liga nach ihrem eigenen Gutdünken bestimmen und der Konkurrenz wahrlich davoneilen. Es hat den Anschein, dass der Energy-Drink-Konzernmannschaft heuer keiner das fußballerische Wasser reichen kann und Salzburg den 5. Titel seit der Vereinsgründung 2005 einheimsen wird. Auch die Statistik sieht aus FAK-Sicht nicht gerade rosig aus. Bis gestern gab es in 33 Spielen lediglich 7 violette Siege und 12 Unentschieden bei einer Tor-Differenz von 33 : 59. Und dennoch keimte Hoffnung auf, als Stadion-Sprecher Erwin Gruber knapp vor Spielbeginn Zlatko „Schnick-Schnack-Schnuck“ Junuzovic vor sein Mikro bat, der den Gang zur Nationalmannschaft nach seiner Verletzungs-Pause in Bremen auch dazu nützte, erstmals seit dem Abgang im Winter 201/11 bei seinem Ex-Verein vorbeizuschauen. Der Jubel über die Rückkehr des verlorenen Sohnes im Stadion war groß, umso mehr, da sich viele daran erinnerten, dass der kleine Wirbelwind bei den letzten drei Meisterschafts-Siegen der Austria gegen Salzburg stets entscheidende Treffer beisteuern konnte.

Das Spiel begann abwartend auf beiden Seiten mit leichten Feldvorteilen der Austria. Wie aus dem Nichts geschah das 0 : 1 in der 8. Spielminute. Die Austrianer verlieren in Ballbesitz das Leder, ein rascher Gegenzug der Rot-Weißen wird sofort eingeleitet, Sadio Mane erhält ideal das Leder und versenkt dieses trocken und flach im Eck. Heinz Lindner ist ohne Chance. Im Gegenzug stockt der Arena der Atem: Nach dem Anstoß rollt der Angriff auf Keeper Peter Gulacsi zu und Philipp Hosiner, der gestern wieder sehr bemüht war, donnert die Kugel wuchtig und glücklos an die Unterkante der Querlatte, von dort aus das rundlich Spielgerät ins Feld zurückspringt. Das wäre es gewesen, im Gegenstoß der Ausgleich … aber so führte Salzburg weiter mit 0 : 1 und besann sich darauf, das Notwendigste für das Spiel zu tun. Es fiel auf, dass die Mozartstädter bereits in dieser Phase der Begegnung – nach nur einer Viertel Stunde Spielzeit – divenhaft herumpurzelten, „Sterbende Schwäne“ mimten und so das Spiel auch verschleppten. Wenn sie sich aber auf den eigentlichen Sinn ihrer beruflichen Tätigkeit besonnen hatten, dann waren sie hellwach und auch brandgefährlich.

In der 24. Minute dann erneut Jubel, diesmal auf Seiten der Heimischen. Konter der Austria, Tomas Simkovic braust eines ICE gleich an der linken Flanke in Richtung Tor. Seine Maß-Ballhereingabe landet genau bei Daniel Royer, der volley und unerschrocken über Gulacsi hinweg das Leder in die Maschen bugsiert. Der Ausgleich war zu dieser Phase verdient, Austria hielt das Spiel offen und war sehr präsent. Durch die Hereinnahme von Rubin Okotie – er ersetzte den verletzungsbedingt (starker Knie-Schlag) ausgefallenen Markus Suttner – ging das Pressing munter weiter. Salzburg überließ dem Meister das Feld und zog sich mehr und mehr zurück. Marin Leovac rückte auf die Suttner-Position und Okotie rotierte quasi am gesamten Feld. Wie eine Gazelle überwand er jegliches rot-weißes Hindernis, wurde gerne mit Fouls gelegt, rappelte sich hurtig auf und düste unerschrocken  weiter. Spielerisch und optisch war dieser Rubin Rafael Okotie gestern neuerlich eine Augenweide, wenngleich leider ebenso glücklos wie sein ganzes Team.

Mit dem 1 : 1-Remis ging es in die Halbzeitpause.

Als Schiedsrichter Robert Schörgenhofer zur zweiten Hälfte bat, waren mit Christoph Leitgeb (für Valon Berisha) und Stefan Ilsanker (für Martin Hinteregger) zwei frische Salzburger Kräfte vor Ort, die auch gleich Anstanden unternahmen, das Spiel erfolgreicher zu gestalten. Leitgeb trat in Minute 48 einen Eckball, der in Richtung zweiter Stange bei Alan landete, der sich diese Aktion zum 1 : 2 mit dem Kopf nicht entgehen ließ. Und obwohl das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch 42 Minuten gedauert hatte, gewann man mehr und mehr den Eindruck, dass es das wohl gewesen war. Die Stimmung im Stadion war kaum mehr vorhanden, lediglich die diesmal doch zahlreicher mitgereisten Gästefans bestimmten den Takt und den Ton in der Arena. Die Austrianer waren bemüht, aber der letzte entscheidende Pass kam nicht – oder aber er kam nicht an – und wenn einmal doch, dann konnte Royer in der 74. Minute Gulasci nicht bezwingen.

Salzburg mogelte sich über die Zeit, die eingangs erwähnten Sterbenden Schwäne feierten fröhliche Urständ und nach 93 Minuten beendete das Vorarlberger Schiedsrichter-Trio das Schlagerspiel der 11. Bundesliga-Runde.

Die Salzburger halten nach 11 Runden somit bei 25 Zählern, sind in Summe und saison-übergreifend seit sage und schreibe 30 Spielen ungeschlagen und stehen als Tabellenführer mit 7 Punkten Vorsprung auf die SV Ried (kommender Gegner der Austria am 19. Oktober 2013, 19 Uhr in Ried) da. Die Wiener Violetten halten bei 15 Zählern, liegen im Tabellenmittelfeld und müssen auf der Hut sein, nicht noch weiter abzurutschen. Gerade die Geschichte sollte Lehre genug sein, denn im Herbst 2006 ging es in Favoriten nach dem Gewinn der Meisterschaft im Sommer zuvor sportlich ebenso drunter und drüber, sodass man sogar bis ans Tabellen-Ende gepurzelt war. Der Weg dorthin ist nicht mehr weit und nach zwei Saison-Niederlagen am Stück und deren gar drei in den letzten vier Saison-Spielen ist es an der Zeit, wieder voll zu punkten. Auch, wenn dies in Ried traditionell sehr schwer scheint, so sollte sich der nach wie vor aktuelle Meister seiner Stärken wieder voll bewusst werden. Die Länderspielpause müsste der Mannschaft gut tun, um den Glauben an sich selbst wiederzuerlangen.

www.fk-austria.at

www.bundesliga.at

http://redbulls.com/soccer/salzburg/de/home.html

Weitere Fotos zum Spiel:

www.oe-news.at/index.php?06102013-austria-verliert-gegen-rb-salzburg-mit-12-11

www.austria80.com/Fotos201314MS11SalzburgH.htm

 

 

 

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