Spielankündigung an der B17 in Vösendorf.
Spielankündigung an der B17 in Vösendorf.

Man verliert weiter an Boden und ist drauf und dran, alles genüsslich und gemütlich zu verspielen. Gemeint sind die Herren Balltreter der Wiener Austria, die nach dem ÖFB-Cup-Aus in Ried am Mittwoch zuvor nun auch noch in der Südstadt am Samstag Abend vorerst den Kampf um den dritten Tabellenplatz gegen Aufsteiger Admira verloren hatten. Es ist einer Austria unwürdig, was da am Rasen im Moment zelebriert wird. Bei aller Negativ-Berichterstattung über die welken Veilchen sollte man aber die Admira nicht außer Acht lassen, die als Aufsteiger bis dato eine hervorragende Saison spielt und nun sämtliche Trümpfe in der Hand hält, um aus eigener Kraft das Ticket für die Europa-League zu lösen.

Es lag eine komische Stimmung in der Maria Enzersdorfer-Südstadt-Luft. Die Ungewissheit war groß, ob Teile der Austria-„Fans“ ihre angekündigte Drohung betreffend Platzsturm bezüglich einer neuerlichen sportlichen Schmach wahr machen würden. Große Teile dieser Anhänger blieben dem Stadion – zumindest in der ersten Spielhälfte – überhaupt fern, der Gästeblock war nur sehr spärlich besetzt. Jene Zuschauer, die im Stadion waren, sahen eine violette Mannschaft, die den Gegner überrennen wollte. Die ersten 10/12 Minuten gehörten klar den Gästen, die allerdings danach klammheimlich in den alten Frühjahrstrott verfielen und sich mehr und mehr ihrem Schicksal ergaben. Alexander Gorgon verliert den Ball und die Kombination Stephan Auer, Benjamin Sulimani, Issiaka Ouedraogo schließt Letzterer gekonnt zum 1 : 0 ab. Dem nicht genug aus violetter Sicht, folgte in der 23. Minute ein Eigentor von Georg Margreitter zum 0 : 2. Die Admira beherrschte die Austria mit all jenen Tugenden, die die Violetten noch im Herbst für sich beansprucht hatten – Spielfreude, Witz, engagiertes Angriffsspiel, Ball-Stafetten, Laufbereitschaft und dergleichen. Man musste in jener Phase des Spiels Angst um die Austria haben, die dem engagierten Aufsteiger nichts entgegenzusetzen hatte und sich dem sportlichen Schicksal zu ergeben schien.

7.540 Besucher fanden den Weg in die Südstadt. Foto: GEPA
7.540 Besucher fanden den Weg in die Südstadt. Foto: GEPA

Die Pause dauerte für die ganz in Weiß angetretenen Violetten lediglich kurz, denn nach sieben Minuten standen die Wiener wieder am Rasen. Angetrieben von Ex-Kapitän Roland Linz, der in der zweiten Hälfte für den völlig blass gebliebenen James Holland aufs Feld kam. Linz stachelte seinen Mannen an und auf, gestikulierte wild und hielt eine Art Pausenansprache am Rasen, die eigentlich ein Trainer führen sollte. Gemütlich gesellten sich etwas später dann auch noch die Admiraner dazu und Schiedsrichter Oliver Drachta bat zu Halbzeit Zwei. Patrik Jezek, ein Ex-Violetter, sorgte in der 61. Minute für die Vorentscheidung. Sein flacher Schuss traf wieder hinein mitten ins Veilchen-Herz. Doch die Austrianer fighteten zurück. Roland Linz, der zuvor bereits auf das Torgestänge geklopft hatte, erzielte das 1 : 3. In der gleichen Minute patzt Keeper Patrick Tischler und der ebenso eingewechselte Michael Liendl nützt die Verwirrung im Admira-Strafraum aus und verkürzt auf 2 : 3, sehr zum Leidwesen von Admira-Trainer Dietmar Kühbauer. Die welken Veilchen, die ob des üppig darnieder prasselnden Regens wieder zu neuem Leben erweckt wurden, mühten sich weiter. Roland Linz alleine hätte sein Torkonto aufbessern können. Einmal donnerte er einen Ball über das Tor, ein anderes Mal köpfelte er Tischler an und setzte den Ball im zweiten Versuch erneut ans Tor-Aluminium. Die Chancen in Violett waren plötzlich da und die Frage muss erlaubt sein – warum erst jetzt?

Ein unermüdlicher Antreiber war der Admiraner Benjamin Sulimani. Foto: GEPA
Ein unermüdlicher Antreiber war der Admiraner Benjamin Sulimani. Foto: GEPA

Dennoch tat sich bis zum Schluss nichts mehr zählbares in Sachen Tore und die Admira brachte einen zuletzt noch glücklichen Sieg relativ sicher über die Ziellinie. Somit ist man im Moment Dritter in der Liga und hat auf den schärftsten Verfolger Austria drei Punkte Vorsprung. Deren Spieler wiederum hatten nach dem Schlusspfiff alle Hände voll zu tun, Teile ihrer „Anhänger“ zu besänftigen. Die wiederum hatten sich nämlich 90 Minuten lang und darüber hinaus auf den Trainer Ivica Vastic eingeschossen. Es wäre dem Vernehmen nach völlig einerlei gewesen, ob die Austria dieses Spiel noch gedreht hätte, die lautstarken „Ivo raus“-Rufe wären an diesem Abend in der Südstadt wohl kaum mehr verhallt. Die Verbal-Attacken gingen zuletzt noch soweit, dass der violette Mannschaftsbus von den eigenen „Anhängern“ am Abfahren aus dem Stadion gehindert wurde …

Die Admira siegte nicht unverdient und trifft nun auf Sturm in Graz, Ried in der Südstadt und in der letzten Runde auf den vermutlichen Meister Salzburg in der Mozartstadt. Die Austria empfängt zu Hause Wiener Neustadt und Mattersburg und fährt am letzten Spieltag zu Sturm Graz. Wer von beiden Teams zuletzt den längeren Atem haben wird, das werden die letzten drei Spieltage zeigen.  Den so genannten violetten „Fans“ sei aber einmal mehr ins Stammbuch geschrieben, dass mit Schmährufen, Pöbeleien und Ausschreitungen keine Spiele gewonnen werden können. Ein echter Anhänger steht gerade jetzt zu seinem Team und unterstützt dieses bedingungslos. Sämtliche Kraftreserven sollten in die Anfeuerung der ohnehin stark verunsicherten Mannschaft investiert werden, denn alles andere ist nebulos, Humbug und führt zu nichts.

Fotos zum Spiel:

www.austria80.com/Fotos201112MS33AdmiraA.htm

www.trenkwalder-admira.com

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