Adolf Loos (Entwurf), Entwurf zur Bebauung der Gartenbaugründe, Perspektive, 1917, Sammlung Wien Museum

52.754 Datensätze mit 84.819 Bildern aus der Sammlung des Wien Museums sind bereits auf sammlung.wienmuseum.at abrufbar und stetig werden es mehr. Gerade wurden 600 Architekturzeichnungenvon der Gotik bis zur Moderne hochgeladen. Zum Frauentag am 8. März 2021 wird ein neues „Album“ mit Künstlerinnen und ihren Werken zusammengestellt.

Neues auch auf magazin.wienmuseum.at, wie ein Artikel von Michael Hagemeister über den Mythos der jüdischen Weltverschwörung. Diese Woche erscheint ein Interview mit Kuratorin Michaela Lindinger über die Skandalprinzessin, Spiritistin und Sozialdemokratin Elisabeth Marie Petznek. Nächste Woche folgt ein Schwerpunkt zu „1 Jahr Corona“: Peter Stuiber spricht mit dem Fotografen Klaus Pichler, der im Auftrag des Museums seit dem ersten Lockdown Wien fotografiert hat. Erstmals wird daraus eine Auswahl öffentlich gezeigt. Und Kuratorin Martina Nußbaumer stellt das Covid19-Wörterbuch von Oleksandra Stehlik vor, ein Objekt aus dem Corona-Sammlungsaufruf vom März 2020, das mit 150 weiteren mittlerweile in die Sammlung des Museums aufgenommen wurde.

Seit 20. Februar 2021 ruft die Instagram-Challenge #AlmostWeltreise begleitend zur Bauzaunausstellung ALMOST. WIENER WELTREISEN 1873/2020 auf, neue imaginäre Reiseziele in Wien zu entdecken. Mit starker Resonanz: Bisher wurden 298 Fotos eingereicht, die spannendsten Entdeckungen werden prämiert.
 
Am 9. März 2021 eröffnet das Jüdische Museum am Judenplatz seine neue permanente Ausstellung „Unser Mittelalter! Die erste jüdische Gemeinde in Wien“ – mit zahlreichen Objekten aus der Sammlung des Wien Museums.

Mitte März 2021 startet auch das erste große Projekt von Bezirksmuseen Reloaded: Das original erhaltene Tröpferlbad im Bezirksmuseum Wieden wird zur Bühne für junge Kunst! Studierende der Akademie der Bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wurden eingeladen, sich mit dem historischen Ort auseinanderzusetzen. Entstanden sind vier spannende, junge Kunstinterventionen, die in den kommenden Monaten neue Perspektiven auf das Thema Hygiene und die Institution Bezirksmuseum eröffnen.

600 Architekturblätter in der Online Sammlung

Die Architektursammlung des Wien Museums zählt zu den größten und bedeutendsten ihrer Art in Österreich. Mit den rund 1.000 Zeichnungen aus dem Atelier von Otto Wagner ist bereits ein Kernbestand in der Online Sammlung des Wien Museums zugänglich. Nun folgt eine Auswahl von mehr als 600 Blättern von der Gotik bis zur Moderne. Unter ihnen die älteste Zeichnung in der Sammlung des Museums, ein Aufriss der Fassade des Straßburger Münsters aus der Zeit um 1300, außerdem Zeichnungen für St. Stephan, Entwürfe des Ringstraßen-Architekten Heinrich von Ferstel. Die Zeichnungen dokumentieren sowohl das gebaute, als auch das ungebaute Wien – von Carl von Hasenauers Plänen zur „Rotunde“ für die Weltausstellung 1873 über die Arbeiten des Wagnerschülers Rudolf Weiß bis zu den Hochhausentwürfen von Adolf Loos; sie zeigen aber auch die ganze Bandbreite des Bauens, vom Arbeiterwohnhaus bis zum Adelspalast. 

Das „Siegel des Antichristen“ aus dem Buch von Sergej Nilus, Wikimedia Commons

Neues aus dem Wien Museum Magazin

Der Mythos der jüdischen Weltverschwörung: Vor hundert Jahren verbreiteten sich die „Protokolle der Weisen von Zion“ – von Russland ausgehend – rasant in der westlichen Welt. Dass das „Dokument“ einer „jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung“ authentisch sei, bezweifelte sogar Goebbels. Dennoch befeuerte es wie keine andere Schrift den modernen Antisemitismus – bis heute.

Ob Sigmund Freud, Pablo Casals, Arthur Schnitzler oder Albert Einstein: Von Ferdinand Schmutzer ließen sich viele Prominente porträtieren. Ursula Storch schreibt über den Starporträtisten der Wiener Gesellschaft. 125 Objekte von Ferdinand Schmutzer befinden sich in der Sammlung des Wien Museums. Und auch in der aktuellen Ausstellung des Wien Museums „Im Schatten von Bambi. Felix Salten entdeckt die Wiener Moderne“ im MUSA sind sechs seiner Werke, kommentiert von seinem Freund Felix Salten, ausgestellt.

Ferdinand Schmutzer: Rudolf von Alt, 1899, Wien Museum

In dem Buch „Vineta“ erinnert sich die Schriftstellerin Ilse Helbich an ihre Kindheit in den 1920er und 1930er Jahren. Ergänzend schreibt sie neue Texte für das Wien Museum Magazin. Jetzt erschienen ist Teil 8: Über das Tramway-Fahren, Schaffner und Kontrollore.

Von Synagogenschlüsseln und Glücksspielwürfeln

Wenn am 9. März 2021 das Jüdische Museum am Judenplatz seine neue Dauerausstellung eröffnet, erzählen viele Objekte aus der Sammlung des Wien Museums von der mittelalterlichen Zeit.

Im Vorfeld der Errichtung des Mahnmals für die ermordeten Juden Österreichs am Judenplatz wurden von 1995 bis 1998 die Überreste der mittelalterlichen Synagoge ausgegraben. In der neuen permanenten Ausstellung „Unser Mittelalter! Die erste jüdische Gemeinde in Wien“ ermöglichen zahlreiche dieser Fundstücke einen anschaulichen Überblick über das jüdische Leben im Mittelalter. Darunter ein Schlüssel, aufgefunden in der Nähe des Synagogeneinganges, der viel Raum für Spekulationen lässt und entsprechend in das didaktische Konzept der neuen Ausstellung eingebaut wurde. Zwei Würfel, die in den Verfüllungen von Gruben gefunden wurden, bieten einen wunderbaren Ansatzpunkt zu einer realen, aus den jüdischen Gemeinden Wiener Neustadt und Neunkirchen überlieferten Geschichte über Glücksspielverbot, Spielschulden und rabbinische Sanktionen.

Michaela Lindinger: Elisabeth Petznek

Einst hätte sie Kaiserin werden können. Später wurde sie lieber Sozialdemokratin: Österreichs letzte, fortschrittlichste und ganz sicher extravaganteste Prinzessin: Elisabeth Marie Petznek.

Ihren Traummann musste die einzige Tochter des Kronprinzen Rudolf bei ihrem Großvater, Kaiser Franz Joseph, auf Biegen und Brechen durchboxen. Konkurrentinnen rückte sie auch schon mal mit der Schusswaffe zu Leibe. Die radikalste Aussteigerin, die das Haus Habsburg je hervorgebracht hat, kämpfte für Ehescheidung und sexuelle Selbstbestimmung. Sie war eine enge Freundin des Bundespräsidenten Theodor Körner und des Außenministers Bruno Kreisky. Ihre vier Kinder wurden enterbt, stattdessen ging ihr gesamter Besitz an die Republik Österreich. Auf ihrem einfachen Grab in Hütteldorf steht kein Name. Erzherzogin Erzsi starb 1963 als Genossin Elisabeth Petznek.

Nach „Hedy Lamarr: Filmgöttin – Antifaschistin – Erfinderin“ ist nun das neue Buch von Wien Museum Kuratorin Michaela Lindinger im Molden-Verlag erschienen.

Den Anfang der „Kunstinterventionen im Tröpferlbad“ macht ab Mitte März u.a. Laura Stoll mit der Installation „Purification“, einer Adaption ihrer Serie „The Lost Faces“. Foto: Laura Stoll

Bezirksmuseen Reloaded: Kunstinterventionen im Tröpferlbad

Bezirksmuseen Reloaded ist das Angebot des Wien Museums zur kuratorischen und organisatorischen Unterstützung dieser für die Stadtkultur so wichtigen Einrichtungen. Dazu wurde im Wien Museum die Stabstelle Bezirksmuseen eingerichtet und ein in Österreich bisher einzigartiges Modell eingeführt: die Curatorial Fellows.

Seit Frühjahr 2020 arbeiten die drei jungen Kurator*innen intensiv an neuen Projekten. Mit der Wiedereröffnung des Bezirksmuseums Wieden geht das erste Projekt nun an die Öffentlichkeit: Der original erhaltene Tröpferlbad-Raum im Bezirksmuseum Wieden wird zur Bühne für junge Kunst!

27 Einreichungen hatte es nach einem Open Call im vergangenen Herbst gegeben. Vier Projekte von Studierenden der Akademie der Bildenden Künste Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien wurden ausgewählt, sich in den kommenden Monaten thematisch mit dem historischen Ort auseinander zu setzen. Entstanden sind vier spannende, junge Kunstinterventionen, die neue Perspektiven auf das Thema Hygiene und die Institution Bezirksmuseum eröffnen.

Organisiert wird das Projekt von Alina Strmljan, Curatorial Fellow in der Stabstelle Bezirksmuseen im Wien Museum in Zusammenarbeit mit Philipp Maurer, Leiter des Bezirksmuseums Wieden.

Quelle: WIEN MUSEUM

www.wienmuseum.at

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