
Wilderei ist eine der größten Bedrohungen für Nashörner – und sie hat auch das Schicksal der beiden Nashörner im Tiergarten Schönbrunn geprägt. Seit genau 20 Jahren sind sie hier wichtige Botschafter für ihre gefährdeten Artgenossen in der Wildbahn. Ihre eigene Geschichte begann dramatisch: „Die beiden Tiere wurden ohne Mütter, die Wilderern zum Opfer gefallen sind, aufgefunden. Sie wurden in der Auffangstation für Tierwaisen im Chitwan-Nationalpark in Nepal großgezogen. Da sie zu sehr an Menschen gewöhnt waren, konnten sie nicht mehr resozialisiert werden und kamen nach Schönbrunn“, erzählt Kurator Rupert Kainradl, MSc. Am 11. März 2006 trafen die beiden ein. Heute bewohnen sie mit Vietnam-Sikahirschen, Nilgauantilopen und Hirschziegenantilopen den 6.000 Quadratmeter großen Nashornpark.

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Die Panzernashörner werden im Tiergarten Schönbrunn von einem erfahrenen Pflegerteam betreut. „Sie zählen sicher zu den beeindruckendsten Tieren im Tiergarten. Aufgrund ihrer Kraft werden sie im geschützten Kontakt gepflegt“, erklärt Revierleiter Christoph Gröger. Deshalb werden sie trainiert – sowohl für die täglichen Abläufe als auch für mögliche Untersuchungen. Tierpfleger Daniel Fuchs kümmert sich seit 16 Jahren um die Nashörner. „Beim Training lernen sie etwa, ihr Maul zur Kontrolle der Zähne zu öffnen oder ihre Füße zu zeigen, um eventuelle Verletzungen an der Sohle frühzeitig zu erkennen“, sagt Fuchs. Den Großteil des Tages verbringen sie mit Fressen, Schlafen, Suhlen und Baden. Seit 2022 steht ihnen dafür ein neu angelegter Teich zur Verfügung. Zwischendurch gibt es laut Fuchs auch „narrische Minuten“, in denen sie voller Energie durch die Anlage laufen.

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Die Schönbrunner Nashörner sind aber nicht nur Besucherlieblinge, sondern auch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Dr. Martina Heiderer etwa hat im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersucht, wie neugierig diese Tiere sind und welche Beschäftigungsmaßnahmen für Nashörner in Zoos sich daraus ableiten lassen. Heute sensibilisiert sie als Zoopädagogin die Tiergartengäste für den Schutz von Nashörnern und anderen bedrohten Arten. Panzernashörner kommen nur noch in Teilen Indiens und Nepals vor, insgesamt leben dort rund 4.000 Tiere. Dank intensiver Schutzmaßnahmen erholen sich die Bestände langsam. „Panzernashörner gelten als sogenannte Flaggschiffart – wenn wir ihren Lebensraum schützen, profitieren viele andere, weniger auffällige, aber ebenso wichtige Arten davon“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

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Quelle: Wiener Tiergarten Schönbrunn
TIERE SEHEN. ARTEN SCHÜTZEN. IM ÄLTESTEN ZOO DER WELT.
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Über den Tiergarten Schönbrunn
Mitten im prachtvollen Park von Schloss Schönbrunn liegt der Tiergarten Schönbrunn, einer der ältesten und zugleich schönsten Zoos der Welt. Seit seiner Gründung im Jahr 1752 hat sich die einstige kaiserliche Menagerie zu einem modernen Zentrum für Tierhaltung, Forschung und Artenschutz entwickelt. Zwischen historischen Pavillons, alten Baumalleen und liebevoll gestalteten Anlagen begegnet man Tieren aus allen Kontinenten – von Pandas und Elefanten bis zu seltenen Regenwaldarten. Ein Spaziergang durch den Tiergarten ist daher weit mehr als ein Zoobesuch: Er verbindet Naturerlebnis, Geschichte und die faszinierende Vielfalt der Tierwelt zu einem ganz besonderen Ausflug mitten in Wien.