Er gehört zu den gefragtesten Thriller-Autoren aus Deutschland: Sebastian Fitzek hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Gänsehaut-Experten entwickelt und überrascht mit stetig neuem Output. Seite für Seite erzeugt er wohliges Schaudern und erfindet zusammen mit anderen Kreativen neue Formate, die das Thriller-Genre zu einem crossmedialen Erlebnis machen.

„Die Therapie“, „Seelenbrecher“, „Amokspiel“: Für Leser und Liebhaber atemberaubender Unterhaltung sind diese Titel der Einstieg in schlaflose Nächte. Dichte Atmosphäre, überraschende Twists und einfach unterhaltsam: Mit diesem Konzept hat sich Autor Sebastian Fitzek seit 2006 eine große Fangemeinde aufgebaut, die er in regelmäßigen Abständen mit neuem Stoff versorgt. Über seinen Roman „Der Insasse“ haben wir bereits berichtet.

Während andere Autoren Jahre benötigen, um ihre neuen Werke dem Publikum zu präsentieren, legt der in Berlin geborene Autor eine Taktung an den Tag, die in der Literatur eine Seltenheit ist. Halbjährlich bis jährlich veröffentlicht das Thriller-Genie seine Romane, in denen das Böse stets die Hauptrolle spielt. Stoffe, die auch die deutsche Filmbranche interessieren. Der erste für das Kino verfilmte Stoff „Das Kind“ wurde – im Gegensatz zu Fitzeks Büchern – weniger bejubelnd aufgenommen. Harsche Verrisse und heftige Kritik folgten nach dem bundesweiten Start im Herbst 2012. Im Gegensatz dazu gelang dem Sender RTL mit der Umsetzung von „Passagier 23“ ein deutlich besseres Resultat. Die Zusammenarbeit trägt weitere Früchte und wird mit dem kommenden Zweiteiler „Auris“ fortgesetzt, den RTL im Jahr 2023 als TV-Premiere ausstrahlen will.

„Playlist“: Klassische Story, neue Form

Dass Sebastian Fitzek als kreativer Autor weiß, wie er die Massen bewegt, zeigt sich schon an seiner Art der Buchvermarktung. Während andere Autoren eine klassische Lesereise in kleinen Sälen und Buchhandlungen abhalten, füllt der Berliner große Hallen. Selbst ein eigener Tourbus gehört mittlerweile zum Standardprogramm. Keine Frage: Fitzek hat seine treue Fan-Base, die stets nach neuen Romanen giert. Mit dem im Oktober 2021 erschienenen Roman „Playlist“ lieferte er jedoch eine neue Art des Thrillers ab, die es bis dato so nicht gab. In einer Mischung aus Literatur und Musik kreierte Fitzek zusammen mit deutschen Musikern eine ganzheitliche Erfahrung, die plattformübergreifend (fast) alle Sinne anspricht.

Aber worum geht es in „Playlist“? Feline ist spurlos verschwunden. Voller Sorge beauftragen Freunde und Familie den Privatermittler Alexander Zorbach, der bei seinen Recherchen auf einen Musikdienst im Internet stößt. Die dort befindliche Playlist von Feline wurde allerdings kurz vor ihrem Verschwinden verändert und mit neuen Songs bestückt. Je weiter sich Alexander mit der Titelauswahl und den Songtexten beschäftigt, umso deutlicher wird, dass es sich bei den Liedern um versteckte Hinweise handelt. Kann der Ermittler durch Hilfe der musikalischen Spuren das Schlimmste verhindern?

Deutsch-Pop goes Crime

Dass das Genre True-Crime und Krimis auf sämtlichen Kanälen beliebt ist, beweist unter anderem Netflix mit stetig neuer Doku-Ware zu wahren Fällen. Aber auch als Computerspiel, wie in Frogwares „Sherlock Holmes: Chapter One“, begeben sich Gamer auf Spurensuche und tüfteln an eigenen Theorien. Selbst Betways Casino online „Sherlock of London“ beschäftigt sich mit dem weltbekannten Ermittler und setzt auf fünf Walzen zum großen Fall an. In der richtigen Kombination kommen User ihrem Ziel mit Glück und Strategie nah. Wenn alle anderen Kulturbereiche das Krimi-Genre feiern – warum dann nicht auch der deutsche Pop? Gleiche Frage haben sich Joris, Lotte, Johannes Oerding, Namika, Tim Bendzko oder Rea Garvey gestellt. Jeder, der insgesamt 15 Künstler nahm für das Projekt einen neuen Song auf, der in die Story von Fitzeks Roman integriert wurde. Während sich der Leser Seite für Seite durch die intensive Geschichte liest, übernimmt er parallel die Aufgaben von Ermittler Zorbach. Durch Anweisungen im Buch werden die Leser aufgefordert, die passenden Titel zu hören, Hinweise zu entdecken und über eine eigens erstellte Homepage ihre Erkenntnisse zu übermitteln. Interaktiver Spaß, der selbst die größten Lesemuffel vom Fernseher wegholen dürfte.

Lesen einmal anders

Zweifellos muss man Fitzek eingestehen, dass er für „Playlist“ ein wunderbares Konzept erdacht hat, das in alle Richtungen gemeinsam, aber auch alleinstehend funktioniert. Wer sich nur das Buch zur Hand nimmt und auf die Songs verzichtet, verpasst zwar eine ganze Menge an Hinweisen und blendet die grundlegende Idee aus, doch kann weiterhin der Geschichte folgen. Für alle, die sich auch nach dem Lesen mit den Songs auseinandersetzen möchten, funktioniert die Playlist als alleinstehendes Modul.

Der Story entsprechend klingen die Songs relativ düster und wenig hoffnungsvoll. Dennoch muss den Künstlern Respekt gezollt werden, wie sie die Geschichte auf musikalischer Ebene vorantreiben. Ihren Stil haben sie sich beibehalten, doch drängen sie sich damit nicht in den Vordergrund. Das macht das Projekt so harmonisch und rund.

Als Konzept ist „Playlist“ somit ein voller Erfolg. Dass er seine Bücher zu inszenieren weiß, belegen auch die kleinen Werbeclips, die Fitzek zu vielen Veröffentlichungen beisteuert und sich – wie bei dem Roman „Das Geschenk“ – selbst als Psychopath zeigt. Betrachtet man die Story von „Playlist“ jedoch alleinstehend, erwarten den geneigten Fitzek-Fan jedoch weniger Überraschungen. Eine verschwundene Person, ein Ermittler unter Zeitdruck und ein Fall, bei dem nichts so ist, wie es scheint. Bekannte Elemente, neu gemixt und mit einer Prise Veränderung abgeschmeckt. Leser, die sich auf das Experiment einlassen, werden zweifellos ihre Freude haben. Alle anderen lesen sich routiniert bis zum Ende durch.

Mainstream oder Kunst?

Dem großen Vorwurf der reinen Profitgier musste sich Sebastian Fitzek aufgrund seiner hohen Veröffentlichungstaktung schon öfter stellen. Ist das noch Kunst oder schon Mainstream? Das Feuilleton ist zwiegespalten. Allerdings ist die Frage ein Relikt alter Schubkasteneinordnungen: Wenn es unterhält, hat es eine Daseinsberechtigung. Dass Literatur stets große Kunst sein muss, ist überholt und zweifellos eine falsche Einstellung. Mit dieser Meinung ließen sich andere erfolgreiche Autoren wie Romantik-Queen Rosamunde Pilcher oder Thriller-Kollegin Ruth Ware ebenfalls als Mainstream abhaken und somit als zweitrangige Unterhaltungsform degradieren. Dem ist aber keineswegs so. Fakt ist somit: Sebastian Fitzek kreiert mit „Playlist“ eine neue Mixtur zwischen Literatur, Musik und Kunst, die als Konzept funktioniert und Aufmerksamkeit erregt. Was will man also mehr?

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