Vom Besatzungskind zum Kapitän der Österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Helmut Köglberger (rechts) begrüßt im Praterstadion den DFB-Auswahl-Spielführer Franz Beckenbauer. Aus Österreich gg. Deutschland (0 : 2) vom 3. September 1975 vor 60.000 Zuschauern in Wien. Foto: © Werek

„Wir sind die Schwarzen Adler – und bilden uns was ein;
Es kann nicht jedes Arschloch ein Schwarzer Adler sein!“ 

So lautete in den 1980er Jahren der Leitspruch eines SG Eintracht Frankfurt-Fanklubs, beheimatet im G-Block des Frankfurter Waldstadions. Bei diesen „Schwarzen Adlern“ hier anhand eines Dokumentarfilmes geht es allerdings um etwas ganz anderes …

Bis in unsere heutige Zeit sind rassistische Anfeindungen gegen dunkelhäutige Spieler im Fußballsport leider keine Seltenheit. Der jüngste Vorfall war das Champions-League- Spiel zwischen Istanbul Basaksehir und Paris Saint-Germain im Dezember 2020, das nach einer Viertelstunde Spielzeit wegen eines Rassismus-Vorfalls abgebrochen wurde. Der neue Dokumentarfilm „Schwarze Adler“ widmet sich genau diesem Thema und schildert die Erlebnisse von Schwarzen Fußball-Nationalspielerinnen und -spielern, die bisher für die DFB-Auswahl auf dem Platz standen.

Im Bild eine Spielszene vom Sonntag, 2. Mai 1965. Der LASK traf im Linzer Stadion vor 20.000 Zuschauern auf die Austria und gewann mit 2 : 0 (Pausenstand 2 : 0). Im Bild von links: Paul Kozlicek (LASK), Waldemar Graciano alias „Jacare“ (Austria) beim erfolglosen Torschuss, LASK-Keeper Wilhelm Harreither (ohne Handschuhe), sowie Thomas Parits (Austria). Foto: © oepb

In Österreich war der Brasilianer JACARÉ der erste „farbige“ Aktive, der ab 1962 im Dress des FK Austria Wien die heimische Fußballlandschaft verzauberte. Auf ihn folgten zahlreiche weitere „andersfarbige“ Fußballspieler, die dem Fußballlande Österreich ihren Stempel aufdrückten. Der erfolgreiche LASK– und FK Austria Wien-Akteur Helmut Köglberger zum Beispiel, der als typisches Besatzungskind nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Vater nie persönlich kennenlernte, der es aber aufgrund des Fußballsports zu Titel-Ehren und sogar bis in die Nationalmannschaft schaffte und dort auch als Team-Kapitän in Erscheinung trat.

Den Tormann ausgespielt und am Weg mutterseelenallein zum spielentscheidenden Treffer war Rubin Okotie am 6. August 2009 im Dress der Wiener Austria im Horr-Stadion. Aus FK Austria Wien gg. Vojvodina Novi Sad (4 : 2). Ganz rechts der Senegalese Mamadou Diabang. Foto: © oepb

Auch Rubin Rafael Okotie, seinerzeitiges FAK-Talent entstammend aus der FSA / Frank Stronach-Akademie in Hollabrunn wurde in die ÖFB-Auswahl berufen und last but not least natürlich David Alaba, der seit über 10 Jahren auf der fußballerischen Bildfläche erfolgreich die rot-weiß-roten Nationalmannschaftsfarben vertritt. 

David Alaba brachte es seit seinem Debüt 2009 inzwischen auf 79 A-Länderspiele (Stand 11. April 2021) für Österreich. Foto: © oepb

Der Film erzählt in 110 Minuten die persönlichen Geschichten von Schwarzen Spielerinnen und Spielern der deutschen Fußballnationalmannschaft, darunter Erwin Kostedde, der 1974 als erster Schwarzer Spieler in der DFB-Auswahl debütierte, Steffi Jones, Gerald Asamoah, Anthony Baffoe, Otto Addo, Shary Reeves, Jordan Torunarigha oder Patrick Owomoyela kommen ebenso zu Wort.

Hierzulande steht derzeit Kelvin Yeboah beim SK Sturm Graz unter Vertrag. Sein Onkel Anthony „Tony“ Yeboah machte mit Österreich eine ganz andere Bekanntschaft, nämlich jene, als er am 3. März 1994 mit Eintracht Frankfurt auf Austria Salzburg im Rahmen des UEFA-Cup-Viertelfinal-Hinspieles im Ernst-Happel-Stadion antrat, wurde der Ghanaer, der mit weißen Schuhen spielte, bei jeder Ballbehandlung ausgepfiffen und mit Urwaldlauten bedacht. Ein unentschuldbarer Eklat, der damals weder für Salzburg noch für Wien für positive Eindrücke sorgte.

Die filmische Dokumentation beschäftigt sich mit den brennenden Fragen: Welchen Weg mussten sie allesamt hinter sich bringen, bevor sie dort ankamen, wo sie später dann erfolgreich standen? Welche Hürden galt es zu überwinden? Welchen Anfeindungen, Beleidigungen und Vorurteilen waren sie immer wieder ausgesetzt? Wie war das früher und wie ist es heute noch? Illustriert werden die zahlreichen Geschichten von seltenen Archivbildern. Auch rassistische Anfeindungen bilden ein Kernthema der Dokumentation. Allerdings wirft der Film auch ein Licht darauf, wie Zuschauer, Medien und die deutsche Gesellschaft mit dem Thema Rassismus umgehen.

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Der Film ist ab 15. April 2021 bei Prime Video abrufbar. Am 18. Juni 2021 feiert die Doku dann die Free-TV-Premiere und wird im ZDF ausgestrahlt. Produzent ist Emmy-Preisträger Leopold Hoesch. Regie führte Torsten Körner.

Quelle: oepb

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