Der Speisesaal im altehrwürdigen Schloss steht ebenso wie das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz und stellte erhebliche Anforderungen an die Planung der Raumakustik. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at
Der Speisesaal im altehrwürdigen Schloss steht ebenso wie das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz und stellte erhebliche Anforderungen an die Planung der Raumakustik. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at

Bald 120 Jahre beherbergen die historischen Mauern des Schlosses in Wien-Rodaun die katholische Privatschule Sta. Christiana. Nahezu genauso lange wird das Schulgebäude laufend saniert, um- und ausgebaut. Mit der umfassenden Erweiterung im vergangenen Jahr ging auch die raumakustische Sanierung des alten Speisesaals einher – eine vergleichsweise kleine Baumaßnahme, jedoch mit großer Wirkung.

Eine gute Raumakustik trägt wesentlich zur Verbesserung der Konzentration bei den Schülern bei, schont die Stimmbänder des Lehrkörpers und sorgt für eine ungestörte Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden während des Unterrichts. Im Schulneubau wird der raumakustischen Gestaltung der Unterrichtsräume deshalb besondere Bedeutung beigemessen. Schallabsorbierende Elemente an Wänden und Decken nehmen den Schall auf und reduzieren so den Nachhall.

Auch im Bestand kann über entsprechende Decken- und Wandverkleidungen eine nachträgliche Schallabsorption und damit eine deutliche Verbesserung der Raumakustik erzielt werden. In der Regel bestehen die verwendeten Schallabsorber aus einem Kernmaterial, das von einer gelochten Platte, einer Beschichtung oder einem durchlässigen Stoff verdeckt wird. Letztere dienen vorrangig der optischen Gestaltung, die schallabsorbierende Wirkung übernimmt der Dämmstoff, der die ursprünglich schallharte Fläche ersetzt bzw. überdeckt. In einem Standardklassenzimmer kann bereits durch eine schallabsorbierende Decke und durch die Verkleidung jener der Tafelseite gegenüberliegenden Wand ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden.

 Mit der umfassenden Erweiterung im vergangenen Jahr ging auch die raumakustische Sanierung des alten Speisesaals einher ­ eine vergleichsweise kleine Baumaßnahme, jedoch mit großer Wirkung. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at
Mit der umfassenden Erweiterung im vergangenen Jahr ging auch die raumakustische Sanierung des alten Speisesaals einher ­ eine vergleichsweise kleine Baumaßnahme, jedoch mit großer Wirkung. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at

Problemzone Speisesaal
Was im Schulneubau heute zum akustischen Standard zählt oder relativ einfach nachgerüstet werden kann, erweist sich im historischen Altbestand oft als fast unüberwindbare Hürde. Mit einer solchen sah sich auch die Schulleitung der Sta. Christiana im alten Schloss in Rodaun konfrontiert. Die Problemzone: der Speisesaal, in dem in vier Schichten bis zu hundert Schüler gleichzeitig beim Mittagessen zusammentreffen. Das Klimpern von Geschirr und das Stimmengewirr der Schüler wurden von den schallharten Oberflächen stark reflektiert, und der Nachhall überlagerte die ohnedies schon massive Geräuschkulisse. „Der Lärmpegel stieg immer weiter an, da die Schüler sich gegenseitig sowie den Widerhall zu übertönen versuchten. Wodurch sich das Problem nur noch verschlimmerte“, erinnert sich Elmar Rohrer, Facility Manager an der Sta. Christiana Schule Rodaun. Eine unerträgliche Situation, mit der sich sowohl Schüler als auch Lehrer seit Jahren konfrontiert sahen.

 Das Schulgebäude Sta. Christiana wird laufend saniert, um- und ausgebaut. Zugleich wird auf die historischen Mauern des Schlosses in Wien-Rodaun Rücksicht genommen. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at
Das Schulgebäude Sta. Christiana wird laufend saniert, um- und ausgebaut. Zugleich wird auf die historischen Mauern des Schlosses in Wien-Rodaun Rücksicht genommen. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at

Schwierige Ausgangslage
In den vergangenen Jahren wurde neben der Volksschule das Bildungsangebot der Sta. Christiana schrittweise um eine Höhere Lehranstalt, eine Fachschule sowie einen Aufbaulehrgang für wirtschaftliche Berufe erweitert. Um den zusätzlichen Platzbedarf abdecken zu können, erhielt das Schlossgebäude – das nach wie vor die Volksschule beherbergt – einen modernen Zubau. Im Zuge der rund dreijährigen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten wurde Reinhard Haberfellner, Spezialplaner der Audio- und Videoanlage im neuen Musiksaal, auch bei der Lösung des raumakustischen Problems im Speisesaal konsultiert. „Mit seinen historischen Vertäfelungen standen im Speisesaal nur vergleichsweise wenig Wandflächen für die akustische Verbesserung zur Verfügung. Die Stuckdecke wollten wir ebenfalls erhalten und nicht hinter Akustikelementen verstecken. Eine schwierige Ausgangssituation und schlechte Voraussetzungen für die raumakustische Sanierung. Erschwerend kam hinzu, dass eine Längsseite des Raumes mit schallharten Butzenglasscheiben versehen ist, die wesentlich zur Charakteristik und gestalterischen Atmosphäre des Raumes beitragen. Somit stand auch hier keine Fläche für Schallabsorber zur Verfügung.“, erinnert sich Reinhard Haberfellner.

 Um den zusätzlichen Platzbedarf abdecken zu können, erhielt das Schlossgebäude ­ das nach wie vor die Volksschule beherbergt ­ einen modernen Zubau. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at
Um den zusätzlichen Platzbedarf abdecken zu können, erhielt das Schlossgebäude ­ das nach wie vor die Volksschule beherbergt ­ einen modernen Zubau. Foto: Franz Pflügl / www.ecophon.at

Hochwirksame Schallabsorber
Lediglich die Fläche über den Holzvertäfelungen an einer der Längswände sowie zwei Teilflächen an der Schmalseite des Raumes konnten für die Montage von Schallabsorbern verwendet werden. „Für eine qualitative Verbesserung der Raumakustik und damit eine merk- bzw. hörbare Senkung des Geräuschpegels im Speisesaal war der Einsatz von hochwirksamen Schallabsorbern erforderlich.“, fährt er fort. Fündig wurde er bei Ecophon, dem Hersteller von Raumakustiklösungen, der mit den Akusto Wall C Wandelementen ein System anbietet, das nahezu im gesamten Frequenzbereich 80 bis 90 Prozent des Schalls absorbiert. Nach Jahren extremer Lärmbelastung im Speisesaal konnte das akustische Problem innerhalb von nur zwei Montagetagen beseitigt werden. „Schon während der Montage spürten wir eine deutliche Veränderung. Mit jedem Paneel, das wir montierten, verringerte sich der Widerhall und verbesserte sich die Raumakustik merkbar.“, berichtet Rene Marton, Projektleiter beim ausführenden Trockenbauunternehmen Erhartmaier. Für eine optisch saubere und vor allem verschmutzungsarme Montage selbst bei schwierigen, heterogenen Altbauwänden sorgt das zum System gehörende Montagesystem Ecophon Connect aus Aluminium. Insgesamt konnte die Nachhallzeit im Speisesaal von 1,2 auf unter 0,6 Sekunden verringert werden. „Und zwar über den gesamten Frequenzbereich von circa 500 Hz bis über 16 kHz. Damit wurde aus einem akustisch problematischen Raum ein Speisesaal mit angenehmer Gesprächsverständlichkeit und deutlich reduziertem Lärmpegel – selbst bei der Nutzung durch viele Schüler.“, ergänzt Haberfellner, der auch für die entsprechenden Vergleichsmessungen und die Erstellung des Abschlussberichts zur Akustikverbesserung verantwortlich zeichnet.

Neben den besonderen technischen Eigenschaften sprachen zwei weitere Gründe für die Verwendung für Ecophon Akusto Wall. Zum einen waren es die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der farblichen Gestaltung, zum anderen aber auch die ökologischen Vorzüge. Denn für die Herstellung von rund eineinhalb Platten wird lediglich eine einzige Altglasflasche benötigt. Recyclingglas ist einer der Hauptbestandteile des Glaswolledämmstoffes, und als Bindemittel kommt ein Produkt auf pflanzlicher Basis zum Einsatz. Damit erfüllt das System Akusto die strengen Raumklimaanforderungen nationaler und internationaler Labels und eignet sich besonders gut für den Einsatz in Aufenthaltsbereichen oder sensiblen Zonen wie Schulklassen oder auch Krankenhäusern.

Endlich Ruhe
Der Einbau der hochwirksamen Schallabsorber war ein Erfolg auf ganzer Linie und blieb von Schülern und Lehrern nicht unbemerkt. „Das Feedback der Nutzer war durch die Bank ausschließlich positiv.“, weiß Facility Manager Rohrer. „Es war einer der seltenen Fälle, wo die Lehrer nicht mit einem Problem zu mir kamen, sondern um sich für die Verbesserung der Raumakustik zu bedanken.“, berichtete auch die Schulleiterin Belinda Schefer-Sassmann. Selbst der in Sachen Raumakustik erfahrene Reinhard Haberfellner zeigte sich vom Vorher-Nachher-Vergleich im Speisesaal beeindruckt: „Ich war vom Resultat selbst überrascht und hätte vorher nicht gedacht, dass wir tatsächlich mit lediglich eineinhalb von sechs Raumoberflächen eine so deutliche Verbesserung der Raumakustik erzielen können.

 

 

 

 

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