Die österreichische Gaming-Kultur besitzt weitreichende Wurzeln in der Geschichte. Beginnend mit dem 15. Jahrhundert wurden vermehrt unterschiedliche Spiele und Spielinstrumente unters Volk gebracht, welche die regionale Freizeit belebten. Auch im Internetzeitalter wird die traditionelle Spielkultur in Österreich weiterhin gehegt und gepflegt, wenn auch im neuen, digitalen Gewand. 

Verbreitung des Spielens als Freizeitaktivität

Brettspiele auf dem europäischen Boden wurden bereits in der Antike gespielt. Doch fehlende Belege verhindern eine genaue geschichtliche Rekonstruktion. Sicher ist, dass Schach zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert nach Europa gelangte und sich zu den sieben ritterlichen Tugenden entwickelte. Das Spielinstrument Karte existierte dagegen nachweislich seit dem 14. Jahrhundert im Abendland. Die Erfindung des Holzschnittes und die leistungsstarke Papierherstellung im folgenden Jahrhundert senkte deutlich die Preise für Spielinstrumente, was eine lebendige Spielkultur in Europa hervorbrachte. 

In Österreich wurde die Entwicklung von Spielen lange Zeit in Beisln, Kneipen und Wirtshäusern vorangetrieben. Einen wichtigen Wendepunkt leitete 1685 die Gründung des ersten Kaffeehauses in Wien ein. Das Konzept fand bei der lokalen Bevölkerung auf Anhieb großen Anklang. Kaffeehäuser schossen infolgedessen wie Pilze aus dem Boden und wurden für die Österreicher die neuen Stätten für Spiel und Spaß. Während Wien sich zum Zentrum des europäischen Schachs formte, wurde die Kartenspielproduktion zum bedeutenden Wirtschaftszweig in der Region. Des Weiteren wurden Kartenspiele wie Schnapsen, Königrufen oder Zwanzigerrufen gehegt und gepflegt und entwickelten sich zum festen Bestandteil der österreichischen Spieltradition. Im 18. Jahrhundert wurde schließlich Billard in Kaffeehäusern unter das Volk gebracht. Bereits nach wenigen Jahrzehnten hatte sich das Tischspiel neben dem Schach und den Kartenspielen fest in die österreichische Freizeitlandschaft eingefügt. 

Casinokultur und Spielautomaten

In den 1930ern wurde eine neue Ära in der österreichischen Spielkultur eingeleitet. Langsam verloren Kaffeehäuser ihre alte Popularität. Dafür stachen Casinos als neue Spielstätten in der regionalen Freizeitlandschaft hervor. 1934 wurde die Österreichische Casino AG, die heutigen Casinos Austria gegründet und gleich darauf die erste Spielbank eröffnet. Es folgten in den nächsten Jahren mehrere Casinoeröffnungen in österreichischen Kurgebieten und Großstädten. Im Verlauf der Zeit boten diese nicht nur Raum für klassische Kartenspiele und Roulette, sondern stellten auch Spielautomaten den breiten Massen vor. Der Zugang zu Slots- und Arcadespielen machten die Menschen mit dem Konzept des Spielens mit der Maschine vertraut. Dies vereinfachte den Einstieg in das Zeitalter des Computers und Internets. 

Auf der Digitalisierungswelle 

In den 1990er Jahren wurden der Computer und das Internet zu Massenprodukten. Diese Entwicklung führte eine Privatisierung in der Spielaktivität ein. Die Menschen nutzten vermehrt den Computer zum Zocken und interessierten sich für die innovativen Computerspiele aus der Gaming-Industrie. Gleichzeitig wurde die Digitalisierung der traditionellen Spiele eingeleitet, was, wie überall auf der Welt, die österreichische Spielkultur von Grund auf änderte. 

Heute existieren zahlreiche Online-Casinos auf dem Markt, die traditionelle Casinospiele in Form von digitalen Gelegenheitsspielen anbieten, inklusive allgemeiner Informationen zu Regeln und Strategien sowie einer dynamischen Blogarbeit. Besonders Pokerräume stoßen auf großes Interesse in der österreichischen Gaming-Community. Sie bieten digitales Poker mit Echtgeld an, das über das Internet gegen Pokerinteressierte überall auf der Welt gespielt werden kann. Gleiches gilt für das Schach. Zwar gibt es in Österreich immer noch eine rege Vereinsarbeit in Bezug auf das Königsspiel, doch Schachserver vereinfachen tatsächlich den Zugang zur globalen Szene. Diese bieten einen kompakten Service, der von Streaming-Angeboten über Trainingsprogramme bis hin zu Turnierorganisationen reicht. 

Auch Billard kann inzwischen online gespielt werden. Wenige Klicks reichen aus, um kostenlos unterschiedliche Billardvarianten im Einzelspiel oder im Multiplayer-Modus auszuprobieren. Schließlich sind auch urösterreichische Kartenspiele wie Schnapsen über Apps und Spielserver im digitalen Gewand zu finden.

Die Digitalisierung der einzelnen Spielaktivitäten der österreichischen Freizeitlandschaft hat die lokale Spielkultur in das breitgefächerte Gaming-Angebot des Internets eingeführt. Menschen finden heute Gleichgesinnte einfach über diverse Webseiten und Apps und können ihr Interesse für einzelne Spiele über wenige Klicks ausleben. Natürlich ist die lokale Spielkultur nicht von der Bildfläche verschwunden. Österreichische Casinos führen ihre traditionellen Spielabende fort, während einige Cafés immer noch Spielevents veranstalten. Je nach Wunsch können Österreicher demnach Spielpartner sowohl über das Internet als auch in lokalen Veranstaltungen finden. 

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