Langsam kündigt sich der Winter und „Väterchen Frost“ an. Die ÖBB sind winterfit und gehen gut gerüstet in die kalte Jahreszeit. Foto: © ÖBB / Michael Fritscher
Langsam kündigt sich der Winter und „Väterchen Frost“ an. Die ÖBB sind winterfit und gehen gut gerüstet in die kalte Jahreszeit. Foto: © ÖBB / Michael Fritscher

Wie jedes Jahr haben die ÖBB die technische Winterausrüstung aktiviert und die Vorbereitungen für Eis, Frost und Schnee getroffen. Dafür investieren sie jährlich rund 40 Millionen Euro. Im Winterdienst arbeiten an die 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtbetrieb, um einen reibungslosen Bahnbetrieb gewährleisten zu können – vor allem im Gleis- und Weichenbereich, sowie an den Bahnsteigen.

Konkret bedeutet das, dass die ÖBB auch heuer wieder insgesamt über 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen in Österreich winterfit gemacht haben. Zusätzlich wurden die Einsatzbereitschaft von Schneeräumgeräten und über 10.000 Weichenheizungen überprüft, sowie 6.449 Brücken und 192 km Lawinen- und Steinschlagschutz auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.

Neue Hochleistungsschneeschleuder im Einsatz

Ab diesem Winter setzen die ÖBB eine neue Hochleistungsschneeschleuder ein. Nachdem die beiden vorhandenen Schneeschleudern bereits um die 40 Jahre alt sind, wurde ein neues Gerät angeschafft, um auf die Wetterextreme noch besser reagieren zu können.

Die neue Hochleistungsschneeschleuder mit Drehrahmenkonzept ist 2 x 1000 PS-stark (Fahrt- und Schleuderantrieb), 77 Tonnen schwer, hat 4 Achsen und erzielt eine Räumleistung von bis zu 15.000 Tonnen/Stunde. Damit ermöglicht sie Einsatzzeiten bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad. Die Schneeschleuder ist drehbar und erreicht eine Eigenfahrtgeschwindigkeit von bis zu 100km/h.

Leise, aber zügig gleitet diese Cityjet-Garnitur der ÖBB durch das Schneegestöber. Foto: © ÖBB / Kriechbaum
Leise, aber zügig gleitet diese Cityjet-Garnitur der ÖBB durch das Schneegestöber. Foto: © ÖBB / Kriechbaum

Einige Berufsgruppen im Winterdienst besonders gefordert

Die Techniker sowie die Lehnenmeister sorgen bereits vor der kalten Jahreszeit dafür, dass sich die Anlagen in einwandfreiem Zustand befinden. Hat der Winter Einzug gehalten, sind verschiedene Berufsgruppen besonders gefordert. Dazu zählen beispielsweise die Streckenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die Weichen von Schnee und Eis befreien, oder die Fahrdienstleiterinnen und -leiter, die bei Streckenunterbrechungen aufgrund von Schnee entsprechende Ersatzmaßnahmen setzen, um den Zugbetrieb bestmöglich aufrecht zu erhalten. Das ÖBB-Streckennetz, mit knapp 5.000 km in Österreich, wird während des Winters kontinuierlich mit Schneepflügen, Schneefräsen und Schneebürsten vom Schnee befreit.

Weichenheizung lässt Schnee und Eis schmelzen

Österreichweit werden über zwei Drittel der knapp 14.000 Weichen elektrisch beheizt. Wenn abzusehen ist, dass Schnee und Eis wichtige Weichenverbindungen behindern, werden die Weichenheizungen automatisch aktiv und bringen den Schnee im Weichenbereich zum Schmelzen. Bei extrem widrigen Witterungsverhältnissen haben die Fahrdienstleiterinnen und -leiter zusätzlich die Möglichkeit, die sogenannte „Flugschneetaste“ zu aktivieren und für eine festgelegte Zeit ein „Dauerheizen“ zu veranlassen. Dadurch bleiben die Weichen frei von Schnee und Eis.

Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren

Die ÖBB setzen mit Investitionen in Lawinenverbauungen, Steinschlagschutznetze und Wildbachsperren auf Prävention statt auf punktuelle Gefahrenabwehr. Österreichweit werden von den ÖBB daher rund 190.000 Laufmeter Steinschlag- und Lawinenverbauungen betreut, rund 3.500 Hektar Felsflächen überwacht und rund 2.800 Hektar Schutzwälder bewirtschaftet. Datenbanken und geographische Informationssysteme unterstützen bei der Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von Schutzbauten. Die Beteiligung und Initiierung von Forschungsprojekten garantiert zudem hohes technisches und wissenschaftliches Know-how.

Die Schneeschleudern der ÖBB sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Fahrplans, gerade im Winter. Foto: © ÖBB / Michael Fritscher
Die Schneeschleudern der ÖBB sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Fahrplans, gerade im Winter. Foto: © ÖBB / Michael Fritscher

Punktgenaue Wetterprognosen und ständige Verbesserungen

Da sich Wetterextreme häufen, ist es notwendig, schnell reagieren zu können, damit die Gleise frei bleiben und die Fahrgäste sicher zu ihrem Zielort kommen. Entscheidend für die Aktivierung der Einsatzkräfte ist die Wettervorhersage. Die ÖBB verfügen seit einigen Jahren über ein sehr genaues, betriebseigenes Wetter-Vorwarnsystem (Schneehöhe, Wind, Temperatur).

In den verschiedenen Regionen liefern ÖBB-eigene Wetterstationen sowohl im Hochgebirge als auch an den Strecken wichtige Daten. Diese werden mit jenen der externen Dienstleister abgeglichen und ergänzt. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden die Bereitschaftsdienste organisiert und das Personal gegebenenfalls mobilisiert.

Die Erfassung von Naturgefahrenpotenzialen ist auch die wichtigste Entscheidungsgrundlage für langfristige Präventivmaßnahmen und die Basis für die Planung von technischen Schutzmaßnahmen.

ÖBB-Winterdienst: Zahlen – Daten – Fakten

* Rund 40 Millionen Euro investieren die ÖBB jährlich in den Winterdienst;

* 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind österreichweit im Einsatz;

* Mehr als 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen werden von Eis und Schnee befreit;

* Von knapp 14.000 Weichen österreichweit sind knapp 10.500 mit Weichenheizungen ausgestattet;

* 192 km Lawinen- und Steinschlagschutz werden österreichweit auf ihre Wintertauglichkeit kontrolliert.

Quelle: ÖBB

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ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn, sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

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