Im Bild von links: Dimitrij Ljbinskij, Johanna Mikl-Leitner, Stefan Karner. Das Bild im Hintergrund stellt die Staatsvertragsunterzeichnung von Serguis Pauser vom 15. Mai 1955 dar (Niederösterreichische Landessammlungen) Foto: NLK Reinberger
Im Bild von links: Dimitrij Ljbinskij, Johanna Mikl-Leitner, Stefan Karner. Das Bild im Hintergrund stellt die Staatsvertragsunterzeichnung von Serguis Pauser vom 15. Mai 1955 dar (Niederösterreichische Landessammlungen) Foto: NLK Reinberger

Am 8. August 2017, exakt 33 Tage vor der Eröffnung des Hauses der Geschichte in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten, übergab S. E. Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in Wien, ein eigens angefertigtes Faksimile des Österreichischen Staatsvertrages vom 15. Mai 1955 als Geschenk an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Die Replike wird als Highlight im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich ausgestellt. Das unter anderem vom damaligen Außenminister Leopold Figl unterzeichnete Original befindet sich im Staatsarchiv des russischen Außenministeriums in Moskau.

„Der Staatsvertrag von 1955 gehört mit der Moskauer Erklärung der alliierten Außenminister von 1943 und der Unabhängigkeitserklärung von 1945 zu den zentralen Dokumenten der Zweiten Republik“, erklärt Stefan Karner, wissenschaftlicher Leiter vom Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich. Mit ihm erlangte Österreich 1955 unter anderem den Abzug der alliierten Truppen, die Heimkehr der Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion und die volle staatliche Souveränität. Leopold Figls ‚Österreich ist frei!‘ hatte den größtmöglichen Grundkonsens. Für das einzige Original des Staatsvertrages hat Russland die Depositarpflicht. Es wird daher in Moskau aufbewahrt und wurde seither nur einmal, für kurze Zeit, in Österreich gezeigt: 2005 auf der Schallaburg und im Belvedere“, so Karner.

Das Land Niederösterreich unterhält auf wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, touristischer und kultureller Ebene sehr gute Beziehungen zur Russischen Föderation“, erklärt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

So wurde auch bei einem Arbeitsgespräch am 5. Juli 2017 in Wien vereinbart, dass das Haus der Geschichte ein Faksimile des bedeutenden historischen Dokuments erhält. „Der Österreichische Staatsvertrag war die Grundlage für einen erfolgreichen Aufbau der Zweiten Republik und wurde von zwei Niederösterreichern ausverhandelt: Außenminister Leopold Figl und Bundeskanzler Julius Raab. Aus diesen Gründen sind wir für dieses großzügige Geschenk für das neue Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich sehr dankbar“, so die für die Kulturagenden zuständige Landeshauptfrau.

Der Staatsvertrag erinnert uns an die damaligen Ereignisse und an den bedeutenden Beitrag, den unser Land zum Werden der österreichischen Staatlichkeit und zur Rückkehr auf die Gleise der friedlichen Entwicklung geleistet hat“, erklärt Dmitrij Ljubinskij, Botschafter der Russischen Föderation in Wien. „Die heutige feierliche Übergabe ist ein Zeugnis der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Niederösterreich. Der hohe Grad des Vertrauens, gegenseitiges Interesse an weiterer zukunftsorientierter Entwicklung der Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten wurden trotz aller außenpolitischen Turbulenzen bestätigt“, so Dmitrij Ljubinskij.

Am 10. September 2017 öffnet das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich seine Pforten. Das erste und bislang einzige Haus der Geschichte in Österreich stellt die Geschichte des größten österreichischen Bundeslandes im zentraleuropäischen Kontext dar. Unter dem Motto „Einblicke gewinnen. Geschichte verstehen“ lädt die neue Ausstellung zu einer interaktiven Entdeckungsreise durch 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte ein. Die erste Schwerpunktausstellung „Die umkämpfte Republik: Österreich 1918-1938“ widmet sich gleich einem brisanten Thema österreichischer Zeitgeschichte.

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 www.museumnoe.at

 

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