Gustav Mahler mit Gattin Alma bei einem Spaziergang anno 1909. Foto: © Österreichische Nationalbibliothek
Gustav Mahler mit Gattin Alma bei einem Spaziergang anno 1909. Foto: © Österreichische Nationalbibliothek

Seit heute, 10. März 2020, ist im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek / ÖNB Gustav Mahlers 10. Sinfonie im Original ausgestellt. Die Partitur ist durch Mahlers handschriftliche Notizen ein berührendes Zeugnis für die schwere Ehekrise des Komponisten. Das Werk wurde für die Veranstaltungsreihe „Das besondere Objekt“ im Rahmen einer Publikumswahl online ermittelt, der Expertenvortrag dazu findet am 17. März 2020 statt.

Die Österreichische Nationalbibliothek präsentiert im Prunksaal – zusätzlich zur aktuellen Sonderausstellung – für jeweils zwei Monate ein „besonderes Objekt“. Die Objekte stammen aus allen Sammlungen der Bibliothek, werden von den MuseumsbesucherInnen online gewählt und zu jedem Siegerobjekt gibt es einen eigenen Expertenvortrag. Ab heute, Dienstag, 10. März 2020 ist das „besondere Objekt“ die Originalpartitur von Gustav Mahlers 10. Sinfonie.

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Gustav Mahler, 10. Sinfonie Originalhandschrift, 1910. Foto: © Österreichische Nationalbibliothek
Gustav Mahler, 10. Sinfonie Originalhandschrift, 1910. Foto: © Österreichische Nationalbibliothek

Mahler befand sich zur Zeit der Komposition dieses Werks in einer äußerst schweren Ehekrise, denn nach der Skizzierung der ersten beiden Sätze erfuhr er vom Verhältnis seiner Gattin Alma mit dem Architekten Walter Gropius. Der Komponist stürzte in tiefe Verzweiflung, was durch spontane Notizen in der Partitur wie „für dich leben! für dich sterben!“ deutlich wird. Diese Anmerkungen machen die Handschrift zu einem wichtigen biografischen Zeugnis. Mahler hatte große Angst, seine „Almschi!“, wie sie auf dem ausgestellten Blatt bezeichnet wird, zu verlieren. Diese Furcht beherrschte ihn während des weiteren Komponierens. Mahler konnte die 10. Sinfonie bis zu seinem Tod 1911 nicht vollenden.

Dieses „besondere Objekt“ wurde im November 2019 online gewählt und setzte sich damals gegen den „Rosenkavalier“ von Richard Strauss und Alban BergsLyrische Suite“ durch. Das Originalobjekt ist bis Sonntag, 10. Mai 2020 im Prunksaal zu sehen. Begleitend dazu gibt es am Dienstag, 17. März 2020 um 18 Uhr im Oratorium am Josefsplatz 1 einen Expertenvortrag von Dr. Thomas Leibnitz, Direktor der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Vortrag ist danach im Forschungsblog nachzulesen.

Die nächste Online-Wahl findet übrigens von 23. März bis 5. April 2020 auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek statt und stellt drei außergewöhnliche Objekte zu den Reisen Kaiserin Elisabeths vor. Das Siegerobjekt kann dann im Sommer 2020 besichtigt werden.

Quelle: ÖNB / Österreichische Nationalbibliothek

www.onb.ac.at

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