Die Sonderausstellung „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators. 1889 – 1914“ ist nicht nur medial weltweit gelobt worden, sie befruchtet auch die historische Forschung. „Normalerweise wird in Ausstellungen der aktuelle Wissensstand nur vermittelt. Bei diesem Projekt ist alles anders. Die Ausstellung ist selbst Impulsgeber für neue Untersuchungen geworden.“, so Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich in St. Pölten. Lange ging man davon aus, Hitler wäre erst nach dem Ersten Weltkrieg zum radikalen Fanatiker geworden. „Wir zeigen mit neuen Befunden, dass dem nicht so war. Die sogenannte ‚Belle Époque‘ um 1900 hat eine sehr hässliche Seite, die viel zu selten thematisiert wird, voller antisemitischer und rassistischer Vorurteile. Hitler ist ein auch Produkt dieser Epoche.“

„Diese neuen Erkenntnisse haben auch die internationale Forschung auf unser Projekt aufmerksam gemacht.“, ergänzt Hannes Leidinger, Zeithistoriker an der Universität Wien und Co-Kurator der Ausstellung. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland und Großbritannien für gemeinsame Vorhaben.“ Auch die im September diesen Jahres stattgefundene Tagung hat weite Kreise gezogen. Hannes Leidinger: „Es zeigt sich immer deutlicher, dass man die Frühzeit Hitlers transnational betrachten muss, um etwa die Netzwerke der Nationalsozialisten zu verstehen.“ Die Beiträge der Tagung „Hitler und das Fin de Siècle“ sind im digitalen Museum des Hauses online abrufbar:

Und was man kaum für möglich halten würde: Es lassen sich noch neue Quellen zu Hitler entdecken. Umso mehr freut sich das Kurator*innenteam, dem auch Andrea Thuile und Benedikt Vogl angehören, dass die Ausstellung „Der junge Hitler“ ab dem 16. April 2021 im Nordico Stadtmuseum Linz gezeigt wird. Dort werden einige dieser neuen Quellen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Wer die Ausstellung im Kulturbezirk von St. Pölten sehen möchte, sollte sich allerdings beeilen. Sie ist nur noch bis zum 24. Jänner 2021 geöffnet. Seit heute gibt es mit Christian Rapp eine virtuelle Kurzführung durch die Ausstellung als Anregung zum Besuch der Schau

Quelle: Florian Müller / Museum NÖ

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