
Wo Mozart draufsteht, ist nicht immer Mozart drin! Die Musikgeschichte ist voller Fälschungen, „gestohlener“ Melodien und sogar vollständig frei erfundener Komponist*innen. Auch das aktuelle „besondere Objekt“ im Prunksaal veranschaulicht dies eindrucksvoll: das Violinkonzert in D-Dur (KV Anh. C 14.05) aus dem Jahr 1933 stammt von einem musikalischen „Trittbrettfahrer“.
Am Dienstag, 14. Juli findet um 18 Uhr ein Expertenvortrag dazu statt. Das Objekt ist bis 11. Oktober 2026 ausgestellt.
Marius Casadesus arrangierte 1931 einige Mozart-Fragmente zu einem Violinkonzert und gab es als neu entdeckte Komposition des zehnjährigen Wolfgang Amadé Mozart aus. Auch, dass es am Versailler Hof entstanden und Prinzessin Adelaide von ihrem „sehr ergebenen und sehr kleinen Diener“ gewidmet sein soll, ist reine Erfindung. Der Schwindel flog erst 1977 bei einem Urheberrechtsstreit auf – denn auf die Tantiemen wollte Casadesus dann doch nicht verzichten.
Ein Expertenvortrag zu diesem besonderen Objekt findet am Dienstag, 14. Juli 2026 um 18 Uhr statt. Dr. Julia Ackermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, präsentiert dabei spannende Details zum Objekt.
Im Rahmen der Reihe „Das besondere Objekt“ präsentiert die Österreichische Nationalbibliothek außergewöhnliche Werke aus ihren Beständen. Eine Auswahl wird von den Sammlungsdirektor*innen kuratiert, ein breites Publikum stimmt online darüber ab, welches Objekt im Prunksaal für einen begrenzten Zeitraum ausgestellt wird.
Über die Österreichische Nationalbibliothek
Die Österreichische Nationalbibliothek zählt zu den bedeutendsten Bibliotheken Europas und bewahrt das schriftliche sowie kulturelle Erbe Österreichs. Mit ihren einzigartigen Sammlungen, Museen, Ausstellungen, Forschungsprojekten und vielfältigen Veranstaltungen verbindet sie Geschichte, Wissenschaft und Kultur auf besondere Weise.
Als lebendiger Ort des Wissens lädt sie Besucherinnen und Besucher dazu ein, in die faszinierende Welt des österreichischen Kulturerbes einzutauchen und bedeutende Zeugnisse vergangener Jahrhunderte zu entdecken. Gleichzeitig macht sie dieses wertvolle Wissen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und vermittelt dessen Bedeutung für Gegenwart und Zukunft.
Weitere Informationen sowie das aktuelle Programm finden Interessierte unter www.onb.ac.at.
Quelle und Foto Copyright: Österreichische Nationalbibliothek / ÖNB
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