Prof. Dr. Mirjam Zadoff
© Stadt Frankfurt/Holger Menzel

Ab 1. März 2027 übernimmt Prof. Dr. Mirjam Zadoff die Leitung des Hauses der Geschichte Österreich (hdgö). Sie wurde vom Wissenschaftlichen Beirat unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. i. R. DDr. Oliver Rathkolb als erstgereihte Bewerberin empfohlen. Ihre Kompetenz und ihre Vorstellungen für die Zukunft des hdgö gaben auch für die Entscheidung der Geschäftsführung der Österreichischen Nationalbibliothek den Ausschlag. 

Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats, Oliver Rathkolb: „Mirjam Zadoff überzeugt als erfahrene, international renommierte und vielfach ausgezeichnete Kulturmanagerin und promovierte Historikerin mit einem Feuerwerk an innovativen Ideen. Unter ihrer Leitung wird das Haus der Geschichte Österreich am neuen Standort im MuseumsQuartier auch an internationaler Sichtbarkeit gewinnen.“ 

Generaldirektorin Mag. Michaela Mayr zur Ernennung: „Mirjam Zadoff verbindet wissenschaftliche Exzellenz und internationale Vernetzung mit großer Erfahrung in der Leitung und Weiterentwicklung von Museen. Darüber hinaus bringt sie wertvolle Expertise im Bereich Museumsbau mit. Mit ihr gewinnt das Haus der Geschichte Österreich eine herausragende Persönlichkeit, die historische Zusammenhänge mit den gesellschaftlichen Fragen unserer Gegenwart verbindet. Der geplante neue Standort im MuseumsQuartier eröffnet dafür große Chancen: für zeitgemäße Vermittlung, gesellschaftlichen Dialog und ein Museum, das zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart einlädt. Mein besonderer Dank gilt Dr. Monika Sommer, die das hdgö als Gründungsdirektorin entscheidend geprägt hat. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie das Haus in der österreichischen Museumslandschaft etabliert und neue Ansätze im Ausstellen, Sammeln und Vermitteln vorangetrieben. Daran kann Mirjam Zadoff anknüpfen und gemeinsam mit dem Team die nächste Phase des Hauses gestalten.“ 

Mirjam Zadoff, 1974 in Innsbruck geboren, ist Historikerin, Kuratorin und Autorin. Sie studierte Geschichte und Judaistik in Wien, promovierte 2006 und habilitierte sich 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend hatte sie einen Lehrstuhl für Geschichte und Jüdische Studien an der Indiana University Bloomington inne. Seit 2018 ist sie Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München und lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Technischen Universität München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die österreichische, europäische und jüdische Geschichte, die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, Museums- und Erinnerungspraxis im internationalen Raum sowie zeitgemäße Formen pädagogischer Vermittlung. 

Mirjam Zadoff: „Ich freue mich sehr auf diese große Aufgabe. Das Haus der Geschichte Österreich hat sich seit seiner Gründung zu einer wichtigen Kultureinrichtung entwickelt, die ebenso fundiert wie vielstimmig von österreichischer Geschichte erzählt. Jetzt geht es darum, den geplanten Neubau auf den Weg zu bringen und eine neue Dauerausstellung zu entwickeln. In den zukünftigen Ausstellungsräumen wird nicht nur die Geschichte der Ersten und Zweiten Republik erzählt, sondern auch die letzten sechs bis sieben Dekaden der Monarchie und des Vielvölkerstaates. Österreichische Geschichte wird damit auch zur Geschichte Mittel- und Osteuropas. Das erfahrene Vermittlungsteam des Hauses wird am neuen Standort mehr Platz für Seminare und Workshops haben, und mit dem geplanten Veranstaltungssaal soll das hdgö zu einem zentralen Ort der Diskussion und des Gesprächs werden. Ich wünsche mir ein Haus, das die gewaltvollen Erfahrungen – Krieg, Flucht, Holocaust – ebenso erzählt wie zentrale Themen der Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Heute sind Museen längst nicht mehr nur Räume des Bewahrens und Ausstellens, sondern auch und gerade der Kommunikation, der Beziehung und des Austausches: Sie sind Orte, an denen nicht nur die Vergangenheit, sondern auch eine gemeinsame Zukunft verhandelt wird.“ 

Das Haus der Geschichte Österreich ist ein fachlich eigenständiges Museum unter dem Dach der Österreichischen Nationalbibliothek und wurde 2018 als erstes zeitgeschichtliches Museum des Bundes in der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz eröffnet. 2023 wurden die Pläne für eine Übersiedlung des hdgö in das MuseumsQuartier Wien von der damaligen Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer bekanntgegeben. Den Wettbewerb für einen Um- und Neubau im MuseumsQuartier Wien mit einer Erweiterung der Ausstellungs- und Vermittlungsfläche auf rund 3.000 m2 konnte das Architekturbüro O & O Baukunst 2024 für sich entscheiden. Anfang 2026 gab Kulturminister Andreas Babler bekannt, an den Plänen für die Übersiedlung in das MuseumsQuartier festzuhalten.  

Für diese Leitungsfunktion haben sich insgesamt zwölf Personen beworben, davon sieben Frauen und fünf Männer. Zehn Bewerbungen kamen aus Österreich, zwei aus dem Ausland.

www.facebook.com/hdgoe

Quelle: Haus der Geschichte Österreich / HdGÖ

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Das Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ)  

Das Haus der Geschichte Österreich ist das erste zeitgeschichtliche Museum der Republik und organisatorisch an die Österreichische Nationalbibliothek angebunden. Angesiedelt am geschichtsträchtigen Heldenplatz in der Neuen Burg, bietet das HdGÖ in seinen Ausstellungen Einblicke in die wichtigsten politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen des letzten Jahrhunderts bis ins Heute. Außergewöhnliche Objekte, teils noch nie gezeigte Dokumente und interaktive Medienstationen machen Zeitgeschichte für Klein und Groß erlebbar – in historischen Räumen mit zeitgemäßer Architektur und Gestaltung.  Viele Fragen und Themen der österreichischen Zeitgeschichte mit Blick auf Gegenwart und Zukunft werden in Themenführungen, Workshops und Veranstaltungen diskutiert. Für alle, die unterwegs oder zu Hause neugierig auf Geschichte sind: Eigene Web-Ausstellungen, aktuelle Schwerpunktthemen und interaktive Bildersammlungen bieten unter www.hdgoe.at immer wieder Neues aus der Vergangenheit.

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