Gelebte Erinnerung an die Flugzeugkatastrophe von München vom 6. Februar 1958. „Glory Glory Man United! Foto: © oepb

Donnerstag, 6. Februar 1958, 15:03 Uhr: Rudolf Heidenreich, Feuerwehrmann der Flughafenfeuerwehr München-Riem steht neben einer Alarmglocke. Der BEA-Flug 609 „Elizabeth“ der British European Airways versuchte bereits vor einer viertel Stunde zweimal den Start … vergebens. Dem Piloten war ein unregelmäßiger Ladedruck in beiden Triebwerken aufgefallen. Ohne der Sache näher auf den Grund zu gehen, heulen nun die Motoren zum dritten Mal auf. An Bord der Maschine befinden sich 44 Personen, darunter die junge aufstrebende Mannschaft von Manchester United. Das Fußballteam, das aus Jugoslawien kommend auf dem Rückflug der Viertelfinal-Begegnung im Europapokal der Landesmeister gegen Roter Stern Belgrad (2 : 1 in Manchester, 3 : 3 in Belgrad) ist und den Aufstieg in die nächste Runde schaffte, befindet sich nach einem Auftank-Zwischenstopp in München auf dem Heimflug. Plötzlich, um 15:04 Uhr betätigt Rudi Heidenreich die Alarm-Glocke. „Elizabeth“ gewinnt im dichten Schneetreiben nicht an Höhe und hebt nicht ab, die Maschine schlittert über die Landebahn hinaus, durchbricht dabei den Flughafenbegrenzungszaun und donnert mit einer Tragfläche in ein nahgelegenes Wohnhaus. Dabei entsteht ein Brand, „Elizabeth“ ist entzweit und verschwindet in einer dichten Rauchwolke …

„Mein erster Gedanke war, dass ich tot und in der Hölle bin. Dann aber bemerkte ich, dass ich noch am Leben war. Und mehr noch – unverletzt. Durch ein Loch in der Seite des Flugzeugwracks konnte ich ins Freie kriechen. Es war gespenstisch und ich sah niemanden. Alles war still. Keine Schreie, kein Lärm, nichts. Dann blickte ich mich um und sah … die ersten Toten meines Lebens.“, so der 25-jährige United-Keeper Harry Gregg (* 1932, † 2020).

Knapp zwei Minuten nach Heidenreichs Alarm ist die Flughafenfeuerwehr am Unfallort. Das abgerissene Tragwerk brennt, das Wohnhaus brennt. Einige Verunglückte, verletzt oder unverletzt, klettern aus dem Flugzeug. Für 23 Passagiere, darunter acht Aktive der United-Mannschaft, kommt allerdings jede Hilfe zu spät.

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Unter den Aktiven war unter anderem Duncan Edwards (* 1936, † 1958) der zwei Wochen nach dem Unglück seinen schweren Verletzungen im Spital erlag. Der 21-jährige galt seinerzeit als eines der hoffnungsvollsten Talente, den zahlreiche Experten auf dem Weg zu einem der größten Spieler Englands sahen. Mannschaftskapitän Roger William Byrne (* 1929, † 1958) verstarb, am Höhepunkt seiner Karriere und nur zwei Tage vor seinem 29. Geburtstag. Tommy Taylor (* 1932, † 1958) 1,93m groß und 112-facher United-Torschütze in der englischen Meisterschaft sowie bulliger Mittelstürmer der „Three Lions“ war ebenso unter den Opfern wie Mark Jones (* 1933, † 1958), David Pegg (* 1935, † 1958), Geoffrey „Geoff“ Bent (* 1932, † 1958) Edward „Eddie“ Colman (* 1936, † 1958) und der überaus beliebte Ire William Billy“ Whelan. (* 1935, † 1958). Die Spieler Reginald Johnny“ Berry (* 1926, † 1994) und John Jackie“ Blanchflower (* 1933, † 1998) wurden dermaßen verletzt, dass sie zwar die Katastrophe überlebten, jedoch nie mehr wieder Fußballspielen konnten.

München – Krankenhaus „Rechts der Isar“, Zimmer 401

Hier lag ein Mann, dessen Verletzungen so schwer wogen, dass ihn die Ärzte bereits aufgegeben hatten. Und er erhielt sogar bereits die Letzte Ölung. Matty Busby (* 1909) Die katholische Schwester Gilda, damals als „Der Engel von München“ bekannt geworden, wachte Tag und Nacht über Busby, dem Coach des Teams und nach dem die United-Spieler die „Busby-Babes“ bezeichnet wurden. War es der eiserne Überlebenswille von Busby, oder aber die Tatsache, dass da ein Mensch mit seiner bloßen Anwesenheit in Form von Schwester Gilda am Krankenbett wachte, man weiß es nicht. Fakt ist, Matt Busby kam durch und konnte 10 Jahre später mit Manchester United den Europapokal der Landesmeister (heutige Champions-Legaue) gewinnen. Viele Jahre lang blieb das Ehepaar Jean und Matt Busby († 1994) Schwester Gilda in tiefer Zuneigung und inniger Freundschaft verbunden.

Und auch Harry Gregg ging als „Held von München“ in die Geschichte ein, ebenso wie Feuerwehrmann Rudolf Heidenreich. Beide konnten Verletzte aus den Trümmern bergen und somit deren Leben und Überleben sichern, ehe die brennende Maschine explodierte.  

Der im Jahre 1994 von der britischen Königin Elisabeth II. zum „Knight Bachelor“ geschlagene und damit zum „Sir“ ernannte und heute 83-jährige Robert „Bobby“ Charlton, der von 1954 bis 1973 für Manchester United aktiv war, befand sich unter den Überlebenden und konnte England 1966 zum Fußball-Weltmeistertitel, ausgetragen im eigenen Lande, führen.

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Der Manchesterplatz von München

Heute befindet sich an der Unglücksstelle in München „Der Manchesterplatz“, der an dieses tragische Ereignis erinnert. Dieser liegt im Stadtteil Trudering an der Straßen-Gabelung von Emplstraße und Rappenweg. Er wurde am 24. April 2008 zum Gedenken an das Flugzeugunglück vom 6. Februar 1958 – dem Tag, an dem Manchester United starb – am damaligen Flughafen München-Riem geschaffen und benannt. Aus Anlass des 60. Jahrestages dieses Unglücks wurde unter aktiver Teilnahme des FC Bayern München am 6. Februar 2018 eine überaus emotionale Trauerfeier abgehalten, bei der über 1.000 Fans der „Red Devils“ anwesend waren. Diese Feierlichkeit brachte auch die beiden Fußballvereine Manchester United und FC Bayern München freundschaftlich ein Stückerl näher zusammen.

Quelle: oepb

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