„Helga, schnell, die Russen kommen!“ 1945 ist Oma Helga in der Pubertät und kämpft mit ihrer schönen Schwester Inge um die Gunst der Besatzer. 1955 schickt man Helga dann aufs Land. Den Dorfwirt soll sie heiraten. Sowohl Helga als auch die Wirtin haben damit wenig Freude. 1989 organisiert die geschäftstüchtige Oma Busreisen nach Ungarn, um Tonnen von Fleisch über die Grenze schmuggeln. Bevor sie – inzwischen auch schon über achtzig – in See sticht und mit der Enkelin im handgreiflichen Wettbewerb um den Kreuzfahrtkapitän buhlt.

„Altersmilde darf nicht heißen, dass man milde wird gegen die Alten. Denn wo setzt man das Alter an, das einem Amnestie gewährt? Keinem Alter gebührt Amnestie. Die steht nur Narren zu.“ – aus „Omama“ von Lisa Eckhart.

oepb-Rezension:

Die heute im deutschen Leipzig lebende Autorin Lisa Eckhart, 1992 als Lisa Lasselsberger in der Nähe der obersteirischen Stadt Leoben geboren, wuchs sechs Jahre lang bei den Großeltern auf. Sie studierte Germanistik und Slawistik, begann mit Poetry-Slam – ein literarischer Wettbewerb – tritt als Kabarettistin in zahlreichen Fernsehsendungen auf und steht auch mit ihrem Kabarett-Programm oftmals solo auf der Bühne.

Wer Lisa Eckhart aus dem Fernsehen – ihre Outfits sind immer sehr gewagt, eindrucksvoll und auch ästhetisch – und/oder dem Internet kennt, kann im Vorfeld bereits ein wenig erahnen, was in „Omama“ auf einen zukommt. 

Mit einer überaus scharfen Zunge, einem herrlich bissigen Humor und einer kolossal beeindruckenden Sprachgewandtheit bringt die junge Österreicherin ihr Publikum oft nicht nur zum Lachen, sondern vielmehr auch völlig aus dem Konzept. 

Die Sprache – genaugenommen der unbezahlbarste Schatz des Menschen – von Lisa Eckhart ist frech und voller schwarzem Humor. Sie nimmt sich wahrlich nie ein Blatt vor den Mund. Ihr Erstlingswerk, ein Roman, wobei hier ihre Großmutter als Hauptprotagonistin fungiert, kam dabei heraus. Ein wilder Ritt durch die Nachkriegsgeschichte – tabulos, intelligent, böse, geschliffen – und sehr komisch. Schauplatz ist die österreichische Provinz, zeitlich bewegt sich die Erzählung von den späten 1940er Jahren bis hinauf in die jüngste Vergangenheit.

Bravo Lisa Eckhart! Der Debüt-Roman ist pompös gelungen. Man darf gespannt sein, was in einer hoffentlich noch lang anhalten Karriere der jungen Künstlerin mit den perfektesten Umgangsformen ausgestattet folgen wird.

Lisa Eckart – Omama

Erschienen als Buch und als Hör-CD

Als Hör-CD: Direkt zu bestellen bitte hier:

ISBN: 978-3-7857-8248-4

www.lubbe.de

Als Buch: Direkt zu bestellen bitte hier:

ISBN: 978-3-552-07201-5

www.hanser-literaturverlage.de

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