
Im Rahmen eines wissenschaftlichen Workshops setzte sich DI Ferdinand Lichtblau mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels auseinander.
Ausgehend von den Grundlagen von Wetter und Klima spannt der Vortrag einen Bogen von der Entstehung der Erde über die Bedeutung fossiler Energieträger bis hin zu aktuellen Herausforderungen des Klimawandels. Dabei werden sowohl Maßnahmen zum Schutz des Klimas als auch Strategien zum Schutz vor den Folgen klimatischer Veränderungen behandelt.
DI Ferdinand Lichtblau studierte Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien. Nach seiner beruflichen Tätigkeit in den Bereichen Wasserwirtschaft, Abfalltechnik und technische Schifffahrt widmet er sich seit vielen Jahren als Autor und Vortragender wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftspolitischen Themen.
Über Herrn DI Ferdinand Lichtblau:

Geboren wurde Ferdinand Lichtblau am 23.3.1946 in Wien. Nach der Pflichtschule und Gymnasium wurde die Universität für Bodenkultur, Fakultät Kulturtechnik und Wasserwirtschaft besucht und im Jahre 1971 erfolgreich abgeschlossen.
Nach einigen Jahren bei einem Zivilingenieur wechselte DI Lichtblau ins Amt der NÖ Landesregierung. Die Aufgabenbereiche waren Wasserwirtschaft, Abfalltechnik und schließlich technische Schifffahrtsangelegenheiten.
Im Jahre 2006 beendete DI Lichtblau seine berufliche Tätigkeit und widmete sich nunmehr ausschließlich dem Bücherschreiben. Erste literarische Versuche waren Märchen und später Erzählungen und auch Fach- und Sachbücher.
Hier die bereits erschienen Bücher von Herrn DI Ferdinand Lichtblau:
Ein wissenschaftlicher Workshop von DI Ferdinand Lichtblau
„Nachfolgend veröffentlichen wir seinen Vortrag in redaktionell aufbereiteter Form.“
- Definition von Begriffen:
Was ist Wetter, Klima, wovon ist das Wetter bzw. das Klima abhängig?
Wetter: Das Wetter wird bestimmt durch die physikalischen Eigenschaften von Boden, Wasser und Luft in Verbindung mit der Einstrahlung der Sonne und der Drehung der Erde (Corioliskraft) und natürlich der Situation auf der Erde (N und S Breite und Höhenlage!).
Klima: statistische Beschreibung des durchschnittlichen Wetters über einen längeren Zeitraum für einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Region.
Wo spielt sich das Wetter ab? In der Atmosphäre, also der Luft.
Dazu einige Erklärungen:
- physikalische Eigenschaften von Boden, Wasser und Luft zeigen Folgendes:
- Luft: Masse (ca. 1,20 kg/m³), Wassergehalt (je nach Temperatur 10 – 20 g/m³), Dichte (warme Luft ist leichter!), „adiabatische Höhenkonstante“ (0,6°C beim Aufsteigen, da eine Wassersättigung vorliegt, und 1,0°C beim Absteigen, da die Luft trocken ist.) à Föhn im Gebirge
- Boden und Wasser: Thermophysikalische Eigenschaften unterschiedlich! Wärmekapazität ist im Boden wesentlich geringer als im Wasser. Und beim Boden hängt die Wärmekapazität auch von der Bodenbeschaffenheit ab, nämlich ob es sich um Sand, Erde oder Stein handelt, mit Bewuchs oder ohne. Böden nehmen die Wärme schneller auf, geben diese aber auch schneller ab, was heißt, dass sie schneller auskühlen als das Wasser. Daraus entsteht zum Beispiel auch der Wetter-Effekt des Land- und See-Windes.
- Und zu Beginn einmal die Erklärung, warum die relativ geringe Zunahme der Boden-Temperatur zu so heftigen
- Wettererscheinungen führen können, wie wir sie jetzt erleben am Beispiel eines entstehenden Gewitters:
- An einem heißen Schönwettertag heizt sich die Temperatur des Bodens durch die Sonneneinstrahlung stark auf. Die am Boden befindliche Anteil der Luft erwärmt sich ebenfalls sehr stark, was dazu führt, dass die wärmere Luft viel Wasserdampf aufnimmt. Gleichzeitig aber führt die Erwärmung der Luft dazu, dass sie leichter wird und aufsteigt. Die hohen Temperaturunterschiede führen aber auch dazu, dass die Luft nicht nur aufsteigt, sondern, dass sie eine äußerst hohe Aufstiegs-geschwindigkeit erreicht. Geschwindigkeiten bis 200 km/h und mehr sind möglich. Nun würde am Boden ein Vakuum entstehen, da hier die Luft fehlt. Daraus ergibt sich die Existenz des sogenannten „Böen Kopfs“ vor dem Gewitter. Die zuströmende Luft erreicht oft Sturmstärke. Die aufströmende Luft kühlt sich im Laufe des Aufstiegs ab adiabatische Höhenkonstante) und dadurch wird der Sättigungsgrad des Wasserhaltevermögens der Luft überschritten und der Wasserdampf fällt in Form von Wolken aus. Durch die hohe Aufstiegsgeschwindigkeit erfolgt die Wolkenbildung über einen längeren Zeitraum und damit auf einen weiteren Höhenbereich. Die Wolkenbildung erfolgt etwa ab einer Höhe von 2 km und steigt bis in eine Höhe von bis zu 7 km und mehr auf. Ein Teil der Wolken erreicht jene Zone, die bereits im Minusgradbereich liegt. Die Entstehung von Eiswolken beginnt, die auch die Ursache für den folgenden Hagel sind. Durch das Auftürmen der Wolken werden diese sehr dicht und erscheinen sehr dunkel. Weiters nimmt dadurch die Sonneneinstrahlung rasch ab und damit auch die Erwärmung der Erdoberfläche. Die aufströmende Luft nimmt ebenfalls ab und kann die Wasserlast nicht mehr halten, es kommt zum sogenannten Wolkenbruch. Der sogenannte Starkregen oft mit Hagel ist die Folge.
- Je höher die lokale Temperaturzunahme am Boden, umso höher die Auswirkungen des Gewitters. Regenmengen von mehr als 100 l/m² sind die Folge. Hagelgeschosse bis zu Hühnereigröße keine Seltenheit mehr.
- Andererseits fehlt das Wasser wieder woanders und es gibt dadurch mehr Trockenzeiten.
- Neben diesen Unwettern und Trockenzeiten kommt es durch die Boden- und Lufterwärmung auch zu verschiedenen Veränderungen der biologischen Umwelt, d.h. es wird andere Pflanzen geben, die an diesen Veränderungen angepasster sind. Mit der Flora wird sich auch die Fauna an die neuen Umweltbedingungen anpassen müssen.
- Dies einmal zur Einleitung!
- Wir kommen jetzt einmal zur klimatischen „Zeitreise“:


Zum besseren Verständnis möchte ich Euch kurz die Entstehung unserer Erde, insbesondere die Bildung der Erdkruste mit der Atmosphäre, der Entstehung der fossilen Energiestoffe in der Erdkruste und das Beginnen des späteren Lebens zeigen. Damit möchte ich Euch den schmalen Pfad präsentieren, auf welchem wir uns bewegen.
Die Erde ist in unserem Universum etwa vor 4,5 Mia Jahren entstanden.
Zum besseren Verständnis möchte ich Euch das in einem „Zeitraffer“ darstellen:
Nehmen wir an, wir lassen die Entstehung der Erde bis heute in einer „24-Stunden-Uhr“ ablaufen:
21.24 Uhr …. erstes Leben auf der Erde
22.50 Uhr …. Saurier bevölkern die Erde
23.40 Uhr …. Hominiden
Die letzten 10 Sekunden (!!!) … der „kulturgeschichtliche“ Mensch bevölkert die Erde
In den ersten 21 Stunden bilden sich in mehreren Phasen die Erdkruste, mit den dazwischenliegenden Wasserflächen und der Atmosphäre aus, wobei die Zusammensetzung der Atmosphäre variiert hat.

Nun eine Frage zur Erdkruste.
Wie dick ist unsere Erdkruste?
Frage an das Publikum! Schätzung?
- Strecke entsprechend der Länge der Wachau (ca. 35 km)
- Strecke Wien – S t. Pölten (ca. 65 km) oder
- Strecke Wien – Pöchlarn (ca. 100 km)
Ich möchte Euch nun diese Länge in Bezug auf Erdradius darstellen:
Erdradius: ca. 6.000 km à Rinde mit etwa 30 km Stärke entspricht 0,5% des Radius:
Zeichnung! Radius ….. 1 m, Erdkruste ….. 0,5 cm !!!
Darstellung bei einem Radius von 1 m ergibt sich eine Rinde von 0,5 cm oder 5 mm!!!
Das Innere der Erde ist nach wie vor glühende (3000 – 6000°C) flüssige Masse, genannt MAGMA, das ist dasselbe wie die LAVA bei Ausbrüchen von Vulkanen.
Daraus sieht man, auf welchen dünnen Terrain sich unser Leben auf der Erde abspielt.
Für mich nahezu ein Wunder.
Und nun zur Darstellung der Entstehung der fossilen Energiestoffe in der Erdkruste.
- Erstes Leben (s.o.= 21.24 Uhr …. = vor 500 Mio Jahre ? Ursprung von Flora und Fauna.
- Vielfältige Entwicklung von Flora und Fauna … vor etwa 200 Mio. Jahren erstes weltweites Massensterben, vermutlich durch einen heftigen Meteoriteneinschlag, Verfinsterung des Sonnenlichtes
- danach wieder weitere Erholung und Entwicklung des Lebens bis in große Formen (Saurier, Mammutbäume, Riesenschachtelhalme, etc.). …Saurier
- Neuerliche Vernichtung fast des gesamten Lebens vor 70 Mio. Jahren durch Vulkanausbrüche und Verdunkelung (kein Sonnenlicht und damit auch keine Photosynthese!!!) Abgestorbene Pflanzen und Tiere fallen unter Luftabschluss einer Verkohlung, Verrottung bzw. Verfaulung anheim und werden zum Urstoff einer fossilen Energie.
- Warum konnten Pflanzen und Tiere bei einer starken Verfinsterung der Atmosphäre nicht weiterleben?
- Hier muss man die sogenannte Photosynthese ins Spiel bringen.
- Man muss wissen, dass die Pflanzen einen Prozess betreiben, nämlich die Photosynthese, der für den Bestand der Pflanzen (Substanz, Erhaltung) unbedingt erforderlich ist.
- Hier eine kurze Beschreibung dieses Prozesses:
- 6 CO2 + 6 H2O + Licht der Sonne (= Photo) = C6H12O6 + 6 O2 ↑
- ↓
- = Glucose (steht hier für die Substanz der Pflanzen, wie Zellulose, Lignin, Chlorophyll, aber auch, Kohlehydrate, Eiweiß und Fett) und Mikronährstoffe wie Vitamine.
- Das heißt, das CO2 ist ein Lebensgas, denn mit dem Kohlendioxyd der Luft, dem Wasser aus dem Boden (auch Mineralstoffe!) und dem Licht der Sonne wird die gesamte Pflanzensubstanz gebildet sowie der Sauerstoff, den wir einatmen.
- So entstand durch Millionen von Jahren aus der damaligen Biologie, der Flora und Fauna die fossile Energie in der Erdkruste und auch die Atmosphäre.
- Der Mensch entstand erst später, die Wissenschaft variiert hier etwas, je nachdem, was die Wissenschaft unter dem Menschen versteht. Die Wissenschaft versucht sich an den ersten Merkmalen und Erfindungen zu orientieren, z.B. Feuer bewusst machen, Grabbeigaben für Verstorbene, Darstellungen (Höhlenmalereien) etc.
- Das sollte etwa bei 150.000 Jahren liegen. Das entspricht auf der beschriebenen 24-Stunde-Uhr über die Entstehung der Erde etwa eine Minute.
- Im Gegensatz dazu sehe ich den kulturgeschichtlichen Menschen als jenen Menschen, der sich bewusst in einer Schrift (z.B. Hieroglyphen) kundgetan hat und damit der Nachwelt kulturgeschichtliches Gut hinterlassen hat. Das kann man etwa mit 10.000 bis 15.000 Jahren annehmen (Sh. Vortrag von Claudius und Historicus). Und das entspricht auf dieser 24-Stunde-Uhr nur etwa 10 Sekunden!!!
- So, und dieser kulturgeschichtliche Mensch beutet diese Erde im Hinblick auf die fossilen Lagerstätten seit etwa 200 Jahre aus. Bei Kohle ist es etwas länger.
- Dass dies eine deutlichen Zunahme von Kohlendioxyd hervorruft, sollte klar sein. Ehemals biologische Fossilien werden wieder in großem Maße aktiviert.
- Bleiben wir beim CO2.
- Wir haben dieses Gas bereits als „Lebensgas“ kennen gelernt, nämlich bei der Photosynthese. Aus CO2 + Wasser + Licht der Sonne erzeugt die Pflanze die eigene Substanz und zusätzlich O2. Die Fauna (=Tierwelt) verwendet die Pflanzensubstanz und den Sauerstoff für die eigene Substanz und die Energieversorgung. Ausgeatmet wird wieder CO2, welches von den Pflanzen verwendet wird. Ein sinnvoller Kreislauf. Auch weitere Beziehungen zwischen Flora und Fauna sind hier zu erwähnen.
- Was produziert die Fauna noch für die Flora?
- Frage?
- Einerseits sind es die Exkremente und der Harn, der als Bodenverbesserung und Dünger an die Pflanzenwelt zurückgegeben wird. Wozu würde denn die Landwirtschaft den Mist der Tiere auf die Felder ausbringen?
- Aber es gibt noch etwas:
- Denken wir an die Fortpflanzung der Blütenpflanzen. Hier gibt es kleine Tiere (z.B. Bienen, Hummeln etc.), nämlich Insekten, die bei der Bestäubung der Pflanzen und damit beim Weiterbestand von Pflanzen mithelfen. Auch gibt es “Nützlinge”, welche die Schädlinge der Pflanzen bekämpfen (z.B. Marienkäfer, welche Blattläuse fressen).
- Dieser Kreislauf zwischen Flora und Fauna ist daher sehr sinnvoll.
- Dieser Kreislauf wird durch die Verwendung der fossilen Energie empfindlich gestört.
- Auch beim biologischen Prozess der Gärung (Bier, Wein, Schnaps, Gugelhupf)
- entsteht CO2 (z.B. mit Hefe oder Backpulver: NaHCO3)
- Wozu dient das CO2 noch?
- Dieses Gas ist auch ein „Treibhausgas“.
- Was bedeutet das?
- Treibhausgase bewirken in der Atmosphäre, dass die durch die Sonne auf die Erde erzeugt Wärme nicht komplett in das Weltall abgestrahlt wird, also der Erde erhalten bleibt. Treibhausgase sind somit ein wesentlicher Bestandteil der Atmosphäre. Dort, wo es keine Treibhausgase gibt, existiert auch keine Atmosphäre.
- Wenn nun zu viel Wärme zurückgehalten wird, weil die Treibhausgase zunehmen, so erwärmt sich natürlich die Erde stärker und das führt zu einem sogenannten Klimawandel bedingt durch die verstärkte Erderwärmung.
- Kohlendioxyd ist wichtig, aber ein ZUVIEL kann natürlich schaden.
- Aber ich möchte euch noch ein wenig die wesentlichen Bestandteile unserer Luft und damit als auch unserer Atmosphäre zeigen.
- Woraus besteht die Luft:
- Stickstoff 77 %, Sauerstoff 21%. Restgase (Argon, Krypton, Kohlendioxyd, etc.). Und noch eine Frage an euch. Es geht um eine Schätzung:
- Wieviel Prozent an der Luftzusammensetzung hat Kohlendioxyd?
| 4 % | 0,4 % | 0,04 % |
- Also 0.04 % / 400 ppm (= pars pro Million)
- In den letzten Jahren deutliche Zunahme um 10 bis 15 %.
- Ursprünglich 380 ppm, dann steigend bis heute auf etwa 440 ppm.
- Es ist unglaublich, dass die Flora mit diesem geringen Anteil von CO2 an der Luft die obengenannten biologischen Substanzen herstellt, für mich grenzt das ebenfalls an ein Wunder.
- Also ist das CO2 ein Lebensgas, aber nur jene zusätzliche Menge, die durch die Freisetzung der fossilen Energie entsteht, kann die Auswirkungen schon kleiner Mengen zu einer Störung in der Atmosphäre und damit des Klimas führen.
- Also bleiben wir dabei, CO2 ist weder giftig noch ätzend, sondern ein Lebensgas. Wobei ein Überangebot eben zu der bereits erwähnten Erwärmung des Bodens führt und damit auch zur Erwärmung des Wassers und der Luft.
- Zum Abschluss dieses ersten Teiles möchte ich aber noch nochmals darauf hinweisen, dass der Klimawandel sowohl durch einen normalen Zyklus unterworfen ist (Eiszeiten und Zwischeneiszeiten, Umstrukturierungen der Erdkruste etc., wenn Zeit bleibt Hinweis, dass hier im Weinviertel einmal ein Urmeer war, Ausgrabungen in Eggenburg und Mistelbach. Gletscherfreie Zeiten etc.) als auch durch die Verwendung von fossilen Energien stattfindet.


- Maßnahmen zum Schutz des Klimas
- Hier möchte ich nur einige Maßnahmen besprechen, die zu einer Reduktion von fossilem Kohlendioxyd führen können. Ich bezeichne diese auch als KAUSALE Maßnahmen. Und da über diese Maßnahmen bereits ausführlich in den Massenmedien berichtet wurde und wird, möchte ich nur die drei wesentlichen Erzeuger von CO2 durch Freisetzung von fossiler Energie aufzählen, sowie prinzipielle Lösungen anbieten.
- Es sind dies die Industrie, der Verkehr und die Haushalte (vor allem durch Heizung), aber auch die Landwirtschaft und noch einige weitere geringere Erzeuger.
- In diesen Bereichen wird angestrebt Energieerzeugung durch klimaneutrale Maßnahmen herzustellen, in erster Linie durch Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik. Vorteil der Wasserkraft ist, dass diese auch in der Nacht und bei Windstille vor sich gehen kann, also unabhängig von den Umwelteinflüssen von Sonnenenergie und Windkraft. Die Energieerzeugung ist hier meist an die Wasserführung angepasst, d.h. an den Mittelwasserstand. Solarenergie und Windkraft sind also stark von den jeweiligen Umweltbedingungen abhängig und arbeiten selten bedarfsorientiert. Bei der Wasserkraft unterscheidet man zwischen den Fluss- oder Laufkraftwerken und den Speicherkraftwerken. Laufkraftwerke decken einen Großteil der Hauptlast ab, Speicherkraftwerke werden meist für die Erzeugung von Spitzenenergie verwendet. Speicherkraftwerke garantieren auch eine schnelle Zuschaltung bei Bedarf. Also muss auch auf eine Speichermöglichkeit von Elektroenergie geschaut werden, um die nicht immer bedarfsorientierte Erzeugung von Solar- oder Windstrom auszugleichen. Es gibt schon Ansätze von größeren Elektrospeichern durch Zusammenschlüsse von Großen Batterien (=Ersatz von Notstromaggregaten), aber die beste Möglichkeit ist auf eine Speicherung von Gas, in erster Linie Wasserstoffgas, zu schauen und dann bei Bedarf über bereits vorhandene Elektrizitätskraftwerke und Gasturbinen Strom ins Netz zu liefern. Vorher müsste natürlich die Erzeugung von Wasserstoffgas bei der Elektrolyse erfolgen. Über einen verfahrenstechnischen chemischen Schritt kann man bei Bedarf auch Wasserstoff in Methan umwandeln (Energiebilanz!). Vorteil wäre, dass Methan praktisch dem Erdgas bei der Verwendung gleichkommt. Übrigens lässt sich Methan auch leichtert speichern als H2.
- 2H2 + CO2 = CH4 + O2
- Somit könnte man auch bei Bedarf H2 oder Methan auch für den Antrieb gewisser Maschinen verwenden (Verbrennungskraftmaschinen).
- Den Ausschluss bestimmter Energieformen neben der Elektroenergie sehe ich problematisch an. Ich verweise dabei auf die Herstellung von Bio-Treibstoffen, wie Bio-Öle (z.B. Rapsöl, Alt-Frittieröl) und Alkohol (aus Zuckerrübe und Kartoffeln), sowie Bio-Gas aus organischen Abfällen.
- Ich möchte ich auch noch darauf hinweisen, dass an der Erzeugung von Energie auf Kern-Energiebasis gearbeitet wird, das nicht auf Kernspaltung, sondern auf Kernfusion beruht. So erzeugt z.B. die Sonne ihre riesige Energie. H2 wird hier zu Helium umgewandelt und dabei wird Energie frei, ohne dass radioaktives Material anfällt. Allerdings wird die endgültige Entwicklung noch 15 bis 20 Jahre dauern.
- Auch die Möglichkeit gerade in einigen Sparten auf einige geeignete Logistik hinzuweisen (besonders im Verkehr) und damit Energie einzusparen bzw. vernünftig einzusetzen, sollte gezeigt werden.


- Was ich für weniger nötig halte, ist, in den Kreislauf der lebensnotwendigen CO2-Erzeugung der Fauna und Verwertung durch die Flora einzugreifen. Wo z.B. ein entsprechender „Fußabdruck“ an CO2 bei der Erzeugung von Milch und sonstigen tierischen Produkten wie Eier und Fleisch angeführt wird. Da hört man z.B. „Verwenden Sie lieber ein Hafergetränk statt Milch!“ Wer sich so äußert, dem gehört auch ein Fußabdruck, aber in den Steiß. Mir geht es ausschließlich um die Verhinderung fossiler Energie!!!
- Wichtiger wäre es, darauf zu achten, dass Waldbrände verhindert werden. Was hier verloren geht an Pflanzensubstanz, die jede Menge an CO2 speichern könnte, ist unsagbar viel, ebenso wie die unnötige Rodung von Bäumen in den Regenwäldern.
- Aber ich brauche hier nicht allzu viel an Zeit zu verwenden, da die Medien sehr oft über diese kausale Methode des Klimaschutzes schon berichten, da kann sich jeder sein eigenes Bild machen.
- Was aber auch wichtig ist, nämlich Energie bewusst verwenden und nur dort einsetzen, wo diese Energie auch nötig ist.
- Also der alte Spruch der EVN: „Energie verwenden aber nicht verschwenden!“ gilt noch immer. Jeder kann hier mithelfen. Eine Aufzählung kann ich mir hier ersparen. Und was hier auch zu einer Ersparnis führen kann, sind entsprechende Isolierungen, z.B. an Bauten. Das kann wirksam Energie einsparen. Auch der Einsatz von neuen Technologien bei der Heizung von Wohnräumen, wie Einsatz von Wärmepumpen, ist sehr hilfreich.
- Auch soll man wissen, dass beschattete Plätze (Bäume etc., Jalousien, Fensterläden, etc.) eine lokale Erhitzung vermeiden können.
- Nun aber zur wichtigsten Frage: Glaubt wer von Euch, dass das Klima, falls Österreich seine Klimaziele bis 2040 pünktlich erreicht, sagen wird:
- „Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle, die da wohnen, Ihr wart jetzt so brav, dass ich künftig keine wetterbedingten Eskapaden auf Euch loslassen werde!“
- Wer das glaubt, ist sehr blauäugig! Daher braucht es noch etwas anderes! Nämlich
- Maßnahmen zum Schutz vor dem Klima:
- Da also auch nach dem Erreichen der Klimaziele in Österreich auch weitere Eskapaden des Klimas zu erwarten sind, ist es erforderlich neben der kausalen Bekämpfung des Klimawandels auch eine symptomatische Bekämpfung vorzunehmen, um die Bevölkerung ausreichend zu schützen. Das bedeutet, wir müssen Maßnahmen treffen, die uns vor den Auswirkungen des Klimawandels wirksam schützen können. Das kostet zwar auch viel Geld und Mühe, aber dann sind wir eben entsprechend geschützt. Außerdem müssen dabei Bund, Länder und Gemeinden zusammenarbeiten und die Politik hat entsprechende Vorgaben zu machen, damit diese Maßnahmen auch tatsächlich greifen können.
- Zuerst einmal ist es wichtig die negativen Auswirkungen des Klimawandels statistisch festzuhalten. Eine entsprechend lange Liste wird hier nicht zu umgehen sein. Ich möchte hier nur schlagwortweise aufzählen, was ich hier meine:
- Bei der Berechnung des Abflusses von Bächen und Flüssen müssen die möglichen Regenmengen wesentlich vergrößert werden. Bisher war eine Menge von 100 Liter pro m² die Norm. Also wird man hier in künftigen Normen eine Menge von 150 bis 180 Liter pro m² in die Berechnungen einfließen lassen müssen, um die Abflüsse besser in den Griff zu bekommen. Retentionsbecken müssen vergrößert werden, Dämme müssen erhöht und vor allen standfest errichtet werden. Nicht zu vergessen regelmäßige Kontrollen der Dämme. Bei einigen Wasserläufen ist man schon dabei. Bei Retentionsbecken kann man die Aufnahmefähigkeit von Wasser durch Schluckbrunnen erhöhen. Bildung von sonstigen Retentionsräumen (sh. Machland Süd)!!!
- Ebenso müssen höhere Winddrücke bei der Errichtung von Bauten angenommen werden. Bisher hat man eine Windgeschwindigkeit mit 80 km/h mit einer Sicherheit von 1,7 angenommen. Nun wird man auf eine wesentlich höhere Windgeschwindigkeit eingehen müssen (etwa 110 – 120 km/h). Hier geht es auch um die Sicherheit von Dächern (Sogwirkung) aber auch von Leitungsmasten etc. möglicherweise wird man auch einige Freileitungen in die Erde verlegen müssen.
- Auch die Hagelkörner weisen einen wesentlich größeren Umfang als bisher auf, Hier wird man die Hagelabwehr mit Flugzeugen und die Einbringung von Silberjodid in die Wolkenschichten ebenso in Betracht ziehen müssen als auch die Anbringung von Hagelnetzen. Auch das wird schon teilweise gemacht (Obstbau, Weinbau).
- Hangrutschungen wird man mit einer verstärkten Wildbach- und Lawinenverbauung entgegnen müssen. Aber es gibt hier auch noch andere wirksame Methoden, um Hangrutschungen zu verhindern. Felsstürzen sind durch intensive Rück-Verankerungen entgegenzuwirken. Aber auch biologische Methoden gibt es hier, wie die sinnvolle Aufforstung mit geeigneten Bäumen, vor allem Tiefwurzlern. Eichen, Buchen, Ahorn, Lärchen statt Fichten (Flachwurzler) also Mischwälder sind hier vorzuziehen (Bannwald, Schutzwald).
- Der Permafrost (Gletscher) wird hinauf wandern, weitere Hangrutschungen sind hier ebenfalls zu befürchten. Allerdings wird die Waldgrenze ebenfalls weiter ansteigen und damit auch die Bepflanzung in größeren Höhen. Sobald auch hier eine stärkere Durchwurzelung der Böden eintritt, wir die Rutschgefahr vermindert.
- Weiters wird man darauf achten müssen, dass die Böden wieder durch Humusmasse besser aufnahmefähiger für Wasser werden, damit die Pflanzen Trockenperioden besser überstehen können. Das hilft auch Regengüsse dabei besser aufnehmen zu können. Hier kann man auch die Rückstände und Reaktionsreste bei der Biogaserzeugung erwähnen, die für eine Bodenverbesserung und Lockerung bestens geeignet sind.
- Waldbränden wird ebenfalls entgegengewirkt werden müssen. Dazu gehört eine ordentliche Bewirtschaftung des Waldes (Entfernung von Busch und Unterholz!). Mischwälder sind wesentlich ungefährlicher als Monokulturen mit Nadelbäumen (Harze!!!) und Fettpflanzen (z.B. Oliven). Strikte Müllvermeidung im Wald (Zigarettenstummeln, weggeworfene Glasflaschen…)!


- Raumordnung und Bauordnung müssen hier zusammenarbeiten. Rote Zonen müssen rote Zonen bleiben. Siedlungsbau muss konzentriert werden. Zersiedlungen sind zu unterlassen! Einzelwohnhäuser sollten vermieden werden.
- Hinsichtlich der anzubauenden Nahrungs- und Futterpflanzen wird man auch teilweise auf neue Sorten umsteigen müssen, die an die höhere Temperatur und an Trockenzeiten besser angepasst sind. Auch hier wird bereits intensiv geforscht. Obst und Gemüse, dass bisher nur importiert wurde, kann teilweise angepflanzt werden. Feigenbäume, Olivenbäume etc. werden schon jetzt gehalten.
- ja, aber noch viel mehr wird es zu berücksichtigen geben.
- Aber eines muss klar sein, diese Maßnahmen kosten Geld, aber immer noch weniger als die Behebung von Schäden, wenn man nichts tut.
- Ich danke, dass Ihr mir zugehört habt!
Dank und Anerkennung
Unser besonderer Dank gilt DI Ferdinand Lichtblau für die freundliche Überlassung dieses Vortrags zur Veröffentlichung.
Der Beitrag lädt dazu ein, sich mit den Themen Klimawandel, Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen sachlich und differenziert auseinanderzusetzen. Möge er Anstoß für viele interessante Gespräche und neue Gedanken sein.
Das Österreichische Pressebüro bedankt sich herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen.