Auch die Wiener Schauspielerin Simonida Selimovic wird als Roma-Aktivistin an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Foto: Nino Nihad Pusijak
 

Der Internationale Tag der Roma wird jährlich am 8. April begangen – ein weltweiter Aktionstag, mit dem auf die Situation der Roma aufmerksam gemacht werden soll. Zum einen wird an diesem Tag die Diskriminierung der Volksgruppe in den Blickpunkt gerückt, zum anderen wird die Roma Kultur gefeiert. Voice of Diversity organisiert bereits zum 3. Mal aus diesem Anlass am 8. April 2021 eine international besetzte Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert im Porgy & Bess in Wien.

Obwohl sie die größte Minderheit in Europa sind, leiden die Roma-Gemeinschaften immer noch unter weit verbreiteter Diskriminierung und Marginalisierung. Dadurch wird ihnen der zu den Grundrechten gehörende Zugang zu Bildung, Beschäftigung, angemessenem Wohnraum oder medizinischer Grundversorgung verwehrt.

Die international besetzte Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit dem neuen strategischen EU-Rahmen zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma und präsentiert die Visionen für eine Gleichberechtigung der Roma in der EU im Jahr 2030.

Podiumsdiskussion „Vision und Mission: Roma 2030“

Im Jahr 2020 endete die EU-Roma-Strategie, die zum Ziel hatte, die Ungleichheit zwischen Roma und Nicht-Roma zu beenden. Das Versprechen wurde nicht eingelöst. Die COVID–19 Pandemie und Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben die bestehende Kluft zur Mehrheitsbevölkerung und die Diskriminierung von Roma noch weiter verschärft.

Am 7. Oktober 2020 präsentierte die EU-Kommission einen reformierten strategischen Rahmen zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma auf Ebene der Europäischen Union für den Zeitraum 2020-2030.

Vor dem Hintergrund des neuen strategischen EU-Rahmens zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma diskutieren die Podiumsgäste ihre persönlichen Visionen für ein gleichberechtigtes Leben in Europa im Jahr 2030 und wie sie mir ihrer Arbeit und persönlichem Einsatz dazu beitragen die Lebensrealität von Roma zu verbessern. Dabei werden auch die gegenwärtigen Auswirkungen der COVID-Pandemie auf Roma beleuchtet.

Internationaler Tag der Roma. Foto: Doris Brady

AUF DEM PODIUM:

  • Angéla Kóczé, Sozialwissenschaftlerin, Budapest

Angéla Kóczé ist Assistenzprofessorin, Leiterin des Lehrstuhls für Roma Studien und akademische Direktorin des Roma Graduate Preparation Program an der Zentraleuropäischen Universität in Budapest, Ungarn. Sozialwissenschaftlerin macht durch ihre Forschungen auf die prekäre Situation von Roma und Romnja in Ostmitteleuropa nach 1989 aufmerksam.

  • Simonida Selimović, Schauspielerin, Wien

Simonida Selimović, geboren in Serbien, ist Schauspielerin und Roma Aktivistin. Sie wirkte in zahlreichen Film- und Theaterproduktionen mit (u.a. Chiao Cherie von Nina Kusturica). 2010 gründete sie den feministischen Roma Theaterverein Romano Svato.

  • Marian Mandache, Rechtsanwalt und Autor, Bukarest

Marian arbeitet seit 1999 an den Menschenrechten der Roma und war der Geschäftsführer von Romani CRISS (2008-2020). Derzeit ist er für rumänische Roma NGO UCTRR und auch als Sachverständiger in verschiedenen Fällen in den USA tätig.

  • Stanislav Daniel, Roma-Aktivist und Forscher, Bratislava

Stanislav Danielsetzt sich für die Rechte von Roma ein, ist Fürsprecher, Forscher, Trainer und Projektmanager. Da er selbst Angehöriger der Roma-Gemeinschaft ist, kombiniert er seine Erfahrungen aus erster Hand mit theoretischem Wissen, das er sowohl durch formale als auch informelle Bildung erworben hat.

  • Moderation: Mirjam Karoly, Politikwissenschaftlerin, Wien

Mirjam Karoly arbeitet seit über 20 Jahren im Bereich Menschenrechte und zur Situation der Roma. Als Angehörige der Burgenland-Roma ist sie Mitglied des Österreichischen Volksgruppenbeirates und Vorstandsmitglied des Vereins Romano Centro, Wien, und des Europäischen Roma-Rechte-Zentrums in Budapest.

Mehr dazu bitte hier;

Die Hellerwiese, der heutige Baranka Park, in den 1940er Jahren. Foto: Bundesarchiv

Konzert mit Harri Stojka & Roma Musik Ensemble

Harri Stojka (Gitarre, Gesang)

Peter Strutzenberger (Kontrabass)

Maria Petrova (Schlagzeug)

Geri Schuller (Keyboard)

Ein wichtiger Bestandteil des Internationalen Tag der Roma ist es, die Kultur der Roma zu präsentieren und so wird der theoretische Teil der Veranstaltung am Abend mit einem Konzert feierlich ausklingen. Der international bekannte Gitarrist Harri Stojka stellt mit seinem Ensemble ein spezielles Programm aus dem reichen Fundus der Roma-Musik zusammen und möchte damit die Geschichte seines Volkes dem Publikum etwas näher bringen und auch auf die musikalische Gegenwart hinweisen.

Die Baranka Park Gedenkfeier wird seit mehr als 10 Jahren vom Verein Voice of Diversity veranstaltet um der Roma und Sinti zu gedenken, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Mit der Feier wird der Opfer gedacht und auch das Leben und die Kultur der Roma und Sinti sowie der jüdischen und Wiener Kultur gefeiert und vermittelt. Künstler/innen, Autor/innen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Akteur/innen der Zivilgesellschaft, Politiker/innen – sie alle setzen am 20. Mai 2021 mit ihrem (kulturellen) Wirken ein Zeichen gegen das Vergessen.

 Blick auf die Hellerwiese – den heutigen Baranka Park – um 1940. Foto: Archiv Goettlicher / Bezirksmuseum Simmering

Rastplatz der Roma & Sinti – ein historischer Ort

Seit dem 18. Jahrhundert war die Hellerwiese Lager- und Rastplatz der Roma (aus dem Stamm der Lovara) und Sinti, die ihre Teppiche, Stoffe und Pferde bis in den Grazer Raum handelten. Die fahrenden Händler lebten mit ihren Wohnwägen auf der Wiese in unmittelbarer Nähe zur Schokoladen-Fabrik Heller. Der Austausch mit den Nachbarn war freundschaftlich und von gegenseitigem Respekt geprägt, bis 1940 das NS-Regime auf die Roma und Sinti Familien aufmerksam wurde. Das Gelände wurde zunächst eingezäunt und stand unter Beobachtung. Im Jahr 1941 verschleppte die Gestapo schließlich blindwütig und gnadenlos alle auf der Wiese lebenden Menschen in Konzentrationslager.

Zeitzeuge Mongo Stojka

Johann „Mongo“ Stojka, der als Kind mit seiner Familie selbst auf der Wiese gelebt hatte, war einer der ganz wenigen, die das Konzentrationslager überlebten. Sein Vater erkannte die Gefahr durch die Nazis frühzeitig und übersiedelte die acht-köpfige Familie nach Ottakring nahe dem Kongressbad. Die Räder des Wohnwagens montierte der Vater kurzerhand ab und machte aus dem mobilen Heim ein kleines Holzhaus mit festem Standort. Doch 1943 wurde auch die Familie Stojka von der Gestapo ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert und erlebte Schreckliches. Mit Hilfe seines Sohnes, dem international bekannten Gitarren-Virtuosen Harri Stojka, begann er schließlich, die Geschichte dieses historischen Ortes, die auch seine eigene war, aufzuarbeiten und öffentlich zu machen. Im Jahr 2003 wurde der Park schließlich nach der angesehenen Naturheilerin Helene „Baranka“ Huber – Großmutter von Mongo Stojka und Stammes-Oberste- in Baranka Park umbenannt. Seit 2008 organisiert der Verein Voice of Diversity die jährliche Baranka Park Gedenkfeier, um die unermüdliche Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung von Mongo Stojka, der im März 2014 verstorben ist, weiter zu führen.

Stimmungsbild Baranka Park Gedenkfeier. Foto: Dietmar Lipkovich

Kurzfristige Programmänderungen vorbehalten

  • 17.00 Uhr – Eröffnung

ZahlreichePersönlichkeiten kommen zu Wort und geben kurze Statements, um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen und den Blick für die Gegenwart und Zukunft zu schärfen.

  • 17.30–17.50 Uhr – Moša Šišić & seine Schüler

Moša Šišic macht jedes Konzert zu einem Fest der Lebensfreude und guter Stimmung. Mit seinen Schülern gestaltet er ein eigenes Kinderkonzert. Wir freuen wir uns auf eine außergewöhnlich fröhliche und rhythmisches Stunde mit Moša und seinen Schülerinnen und Schülern.

  • 18.00–18.20 Uhr – Lesung Doris Stojka / Musik Moša Šišić

Doris Stojka liest aus dem Buch „Papierene Kinder“ von ihrem Vater Mongo Stojka, der das Konzentrationslager als Kind überlebt hatte und später seine Erinnerungen in diesem Buch festhielt. Moša Šišić begleitet die Lesung mit Musik.

  • 18.30–19.15 Uhr – Rudi Koschelu & Tommy Hojsa

Wenn sich zwei musikalisch von ihren Vätern geprägte, mittlerweile selbst seit Jahrzehnten in der Wiener Musik bewanderte Musiker zusammenfinden, dann ist Hörgenuss garantiert. Spezialisiert auf die Wiener Abart des Jodelns, das Dudeln, ist Rudi Koschelu unangefochten der einzige männliche Dudler Wiens.

  • 19.30–19.50 – Lesung Doron Rabinovici

Doron Rabinovici liest Szenen aus seinen beiden Romanen „Andernorts“ und „Suche nach M“. „Andernorts“ beschäftigt sich mit Herkunft, Identität und Zugehörigkeit. Das Leben einer jüdischen Familie wird beschrieben, wobei der Autor ihre alten Geheimnisse aufdeckt und sie bei neuen Heimlichkeiten beobachtet. Der Roman „Suche nach M“ beschäftigt sich mit Fragen der Erinnerung und dem Schuldgefühl des Überlebens.

  • 20.00–20.45 Uhr – Ethel Merhaut „Süss&Bitter“

Mit Chansons, Tangos, Foxtrotts und Operettenwalzern entführen die Sängerin Ethel Merhaut und ihr Ensemble das Publikum in die Welt der verlorenen Film- und Unterhaltungsmusik der 30er Jahre. Dabei beleben sie alte Klassiker, aber auch längst vergessene Werke.

  • 20.50 Uhr Begrüßung durch Erich Fenninger, Volkshilfe
  • 21.00–21.45 Uhr – Harri Stojka Gipsy Swing

Harri Stojka zählt – solo und in verschiedensten Formationen – seit den 1970er-Jahren zu den umtriebigsten österreichischen Musikern im weiten Feld zwischen Jazz, Blues, Rock und Gipsy-Soul. An diesem Abend widmet er sich ganz dem klassischen Gipsy-Swing und bietet eine Reise durch den Jazz der Roma und Sinti. Es braucht nur wenige Töne, um die ganz eigene musikalische Handschrift von Österreichs Roma-Botschafter zu erkennen und zu lieben.

Quelle: GAMUEKL

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