Seit 30 Jahren sammelt das Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek die Spuren des literarischen, publizistischen und philosophischen Schaffens in Österreich vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Anlässlich des runden Jubiläums lädt eine neue Online-Ausstellung dazu ein, diese außergewöhnliche Sammlung zu erkunden.
In sechs Kapiteln illustrieren Manuskripte, Typoskripte, Briefe, Notizbücher, Fotografien, Tonaufnahmen und Born-Digital-Materialien literarisches Arbeiten und die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Literatur entsteht. Sie umreißen damit zentrale Tätigkeitsfelder von Geisteswissenschafter*innen und Archivar*innen.
Die ersten beiden Kapitel „Sammeln, Bewahren und Erschließen“ sowie „Vermitteln, Forschen und Vernetzen“ geben Einblicke in die Kernaufgaben und Arbeitsprozesse eines modernen, international vernetzten Literaturarchivs. „Das Archiv als Spiegel seiner Zeit“ zeigt, wie eng literarisches Schaffen mit gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden ist, während „Das Archiv als Ort der Vielfalt“ exemplarisch die Vielstimmigkeit im Archiv ins Zentrum stellt. Im Kapitel „Im Fokus“ können herausragende Objekte entdeckt werden. Gezeigt werden Werke unter anderem von Hannah Arendt, Günther Anders, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Bora Ćosić, Ernst Jandl, Ruth Klüger, Friederike Mayröcker, Robert Musil, Christine Nöstlinger, Marlene Streeruwitz und von den beiden Nobelpreisträgern Peter Handke und László Krasznahorkai. Abschließend richtet „Das Archiv der Zukunft“ den Blick auf digitale Materialien und neue Formen des kulturellen Erbes.
Die Online-Ausstellung lädt zu einer Entdeckungsreise ein und veranschaulicht, dass das Literaturarchiv weit mehr als ein Ort des Bewahrens ist: Es ist ein Labor der Kulturgeschichte.
Quelle und Foto: Österreichische Nationalbibliothek / ÖNB
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