hennesIn der Serie der großen Traditionsvereine im Deutschen Klubfußball, die allesamt im Verlag “Die Werkstatt”; erschienen sind – darf natürlich ein Name nicht fehlen – 1. Fußballklub Köln, der seine erfolgreiche Geschichte im Jahre 1948 startete, unmittelbar nach der Fusion der beiden Vereine “Kölner Ballspiel-Club⊃3; und “Spielvereinigung Sülz 07″.

Auch, wenn die Mannen um Dirk Lottner nach nur einem Jahr Zugehörigkeit zur höchsten Deutschen Spielklasse in der so eben zu Ende gegangenen Saison der Deutschen Fußballbundesliga erneut und damit zum drittenmal nach 1998 und 2002 absteigen mußten, so zeigt dieser Verein doch immer wieder auf, daß er mehr, als nur bewegt.

Die beiden Teams, die 1948 verschmolzen sind, zählten davor zu den besten Teams im Westen. Es waren also keine namenlosen Vorstadtklubs, die zur Fusion schritten. Internationale, aber auch nationale Ballesterer sorgten in den Reihen der beiden Vereine oftmals für Furore. Und dennoch kam der Klub erst nach der Fusion so richtig in Schwung.

Mit einem Geißbock im Wappen, den sie später Hennes nannten – in Anlehnung an den großen Meistermacher auf der Trainerbank, Hennes Weisweiler, der die Kölner in der Spielzeit 1977/78 zur Deutschen Meisterschaft und zum Pokalsieg führte – war der 1. FC Köln Gründungsmitglied der Deutschen Fußball-Bundesliga im Jahre 1963 und gehörte dieser bis zu seinem ersten Abstieg daraus im Sommer 1998 in ununterbrochener Reihenfolge an. Der Kölner Offensivfußball, unter seinem unumstrittenen Star Wolfgang Overath immer wieder bestritten, zählte viele Jahre zu den attraktivsten Spielweisen in der 1. Deutschen Fußballbundesliga.

Nationale, aber auch internationale Erfolge wurden eingefahren und im Stadion zu Köln-Müngersdorf gebührend gefeiert.

Dennoch sei erwähnt, daß es nach den gewonnenen Meisterschaften 1963/64 und 1977/78 und den damit verbundenen Höhenflügen immer wieder ruhiger wurde um die “Geißböcke⊃3;, wie sie auch im Volksmund liebevoll genannt werden. In der Spielzeit 1988/89 klopfte man noch einmal kurz zur Pforte des Titels an, verlor aber das entscheidende Match gegen die Münchner Bayern vor über 60.000 Zuschauern in Müngersdorf mit 1 : 3 und war am Ende der Spielzeit “nur⊃3; Vizemeister geworden. Viele alteingesessene Kölner meinen heute noch, daß das Team um seinen aufmüpfigen Trainer Christoph Daum damals hätte Meister werden müssen. In Anbetracht der Niederlage saß der Schock derartig tief, sodaß sich die Mannschaft Jahr für Jahr mehr aus der Elite zurückzog und um den Abstieg kämpfte, dieser dann 1998 erstmals auch passierte.

Viele große Namen trugen den Dreß des Vereins in den vergangenen Jahrzehnten, die allesamt hier jedoch zu erwähnen unfair wäre, in Anbetracht dessen, sollte einer vergessen werden. Aus österreichischer Sicht jedoch auch kein Unbekannter war und ist Toni Polster. Dieser schnürte in den Jahren 1993 bis 1998 die Schußstiefel für die Geißböcke und scorte oftmals zwei Treffer in einem Spiel, das ihm den liebevollen Beinamen “Toni-Doppelpack⊃3; einbrachte.

In den letzten Jahren avancierte der 1. FC Köln zum Paternoster-Verein, der nach Abstiegen wieder Aufstiege folgen ließ – um wieder abzusteigen. Es bleibt dem sympathischen Verein vom Rhein zu wünschen, nach dem neuerlichen Verlust der höchsten Deutschen Spielklasse alsbald wiederzukehren und endlich im Fußball-Oberhaus Fuß fassen zu können. Eine Stadt wie Köln gehört einfach in die Fußball-Bundesliga, ebenso, wie der Kölner Dom und ein Glas “Kölsch” zur Stadt. ,e viva colognia!´

Mehr über die wechselvolle und vor allem auch abwechslungsreiche Geschichte dieses Traditionsvereins im Buch

Hennes & Co.
Die Geschichte des 1. FC Köln
von Thomas Hardt, Thomas Hohndorf, Bruno Morbitzer, Hardy Grüne, Hubert Dahlkamp und Hans-Gerhard König
ISBN 3-89533-308-5
Verlag Die Werkstatt, Lotzestr. 24a, D-37083 Göttingen

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