Ein zentraler Ort der Zeitgeschichte vor der eigenen Haustür: Das nützt das Haus der Geschichte Österreich, um aus dem Museum hinaus auf den Heldenplatz zu gehen und draußen in den Dialog zu kommen. Bis Anfang Juli gibt das HdGÖ-Vermittlungsteam Einblick in die wechselhafte Geschichte des Platzes, fragt aber auch nach Ideen für eine mögliche künftige Verwendung. Zusätzlich werden Kurzführungen durch die Open-Air-Ausstellung „Nach dem Großen Krieg. Ein neues Europa 1918-1923“ angeboten, die von 20. Mai bis 2. Juli 2021 frei zugänglich auf den Heldenplatz zu sehen ist. Foto: © Lorenz Paulus / HdGÖ

Der Heldenplatz hatte bereits viele Identitäten: Religiöser Ort, politischer Platz, Baustelle, Veranstaltungsort, Parkplatz, um nur einige zu nennen. In der Corona-Zeit haben sich die Menschen diesen öffentlichen Raum wieder zurückerobert – PicknickerInnen, SportlerInnen und SpaziergängerInnen sind hier alltäglich zu sehen. Das nützt das Haus der Geschichte Österreich / kurz HdGÖ, um seinen begrenzten Museumsraum zu erweitern und draußen ins Gespräch zu kommen. Mit der Aktion „Das Bewegte Museum“ ist das Vermittlungsteam bis Anfang Juli 2021 an zehn Tagen vor Ort und gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Platzes. Der Austausch steht in den Gesprächen im Vordergrund: Was der Platz für jede und jeden persönlich bedeutet und welche Wünsche man für die Zukunft dieses Ortes im Kopf hat, sammelt das HdGÖ auch in Form von Zeichnungen, Sprüchen und Audio-Files von den Interessierten.

Im luftigen Kubus neben dem Heldentor ist zudem die Freiluft-Ausstellung Nach dem Großen Krieg. Ein neues Europa 1918−1923 auf dem Platz frei und barrierefrei zugänglich zu besuchen. Sie erzählt von den turbulenten Anfangsjahren der Zwischenkriegszeit. Gezeigt werden über 200 Exponate wie Fotos, interaktive Karten, Filme, Animationen und Infographiken, bereichert durch individuelle Zeitzeugnisse. Hier bietet das Vermittlungsteam regelmäßig Kurzführungen an.

Wir wollen ohne Barrieren in ein offenes Gespräch mit allen kommen, die diesen Platz nützen. Ob junge SkaterInnen oder ältere Paare beim Nachmittagsspaziergang, wir gehen auf die Menschen zu, fragen sie nach ihren Eindrücken und Erinnerungen, aber auch nach ihren Ideen für die Zukunft des Heldenplatzes. Das kann einen Startpunkt dafür setzen, den Platz neu zu denken. Gleichzeitig erzählen wir Geschichte und Geschichten rund um die Vergangenheit dieses zentralen Ortes unserer Republik“, sagt HdGÖ-Direktorin Monika Sommer.
 
Dass dieses Angebot funktioniert, haben die ersten Termine Ende Mai gezeigt: Das Vermittlungsteam war bereits mit Dutzenden Menschen im Dialog und hat auch per Video erste Eindrücke eingefangen. „Für viele ist das ein emotional besetzter Ort, entsprechend groß ist auch das Gesprächsbedürfnis. Der Dialog bereichert uns und macht gleichzeitig die Menschen auf unser Museum neugierig“, erzählt Eva Meran, Leiterin der HdGÖ-Kulturvermittlung. 
 
Für weiterführende Informationen bietet das Haus der Geschichte Österreich auch auf seiner Webseite ausführliche Informationen zum Heldenplatz und, kompakt zusammengefasst in einem „Geschichte to go“-Video, an welche früheren „Helden“ der Platz und seine Denkmäler erinnern. Anlässlich der aktuellen Diskussionen rund um Denkmäler hatte das Team zuletzt mit „Denkmal anders!“ auch einen Online-Projektworkshop für SchülerInnen ab der 8. Schulstufe entwickelt, der unkompliziert jederzeit gebucht werden kann.

Vermittlung, die bereichert

Was ist geschehen? Was bedeutet es für die Gegenwart? Das sind die zentralen Fragen in der Vermittlungsarbeit des HdGÖ. Die Vermittlungsabteilung ist die Schnittstelle in der täglichen Begegnung und Diskussion mit dem Publikum – im Museum und jetzt auch außerhalb. Neben den vielfältigen Führungen und Workshops, die das Team anbietet, gibt es auf der hdgö-Homepage eine Bandbreite an neu entwickelten, frei abrufbaren Angeboten zum Hören und Sehen:

Drei Audio-Themenwege erzählen die Geschichte rund um Demokratie, Umwelt und Biografien des 20. Jahrhunderts. Sie können von zuhause oder direkt im Museum angehört werden. Eingesprochen von Ingrid Thurnher und Tarek Leitner, machen sie österreichische Geschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln lebendig.  Online hineinhören unter

In der Video-Serie „Geschichte to go“ stellt das Vermittlungsteam aktuelle Fragen an die Vergangenheit: Die kurzen, drei- bis vierminütigen Online-Videoformate bringen Museumsobjekte und historische Ereignisse in Verbindung mit gegenwärtigen Themen und Entwicklungen. Die Videos der wachsenden Reihe stellt das HdGÖ auf den Social-Media-Kanälen, sowie auf der Webseite zur Verfügung, so können sie beispielweise auch im Schulunterricht eingesetzt werden.

Das Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ)  
Das Haus der Geschichte Österreich ist das erste zeitgeschichtliche Museum der Republik und organisatorisch an die Österreichische Nationalbibliothek angebunden. Angesiedelt am geschichtsträchtigen Heldenplatz in der Neuen Burg, bietet das HdGÖ in seinen Ausstellungen Einblicke in die wichtigsten politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen des letzten Jahrhunderts bis ins Heute. Außergewöhnliche Objekte, teils noch nie gezeigte Dokumente und interaktive Medienstationen machen Zeitgeschichte für Klein und Groß erlebbar – in historischen Räumen mit zeitgemäßer Architektur und Gestaltung.  Viele Fragen und Themen der österreichischen Zeitgeschichte mit Blick auf Gegenwart und Zukunft werden in Themenführungen, Workshops und Veranstaltungen diskutiert. Für alle, die unterwegs oder zu Hause neugierig auf Geschichte sind: Eigene Web-Ausstellungen, aktuelle Schwerpunktthemen und interaktive Bildersammlungen bieten unter www.hdgoe.at immer wieder Neues aus der Vergangenheit.

Bewegtes Museum: Im Gespräch am Heldenplatz from Haus der Geschichte Österreich on Vimeo.

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