In Zukunft effizienter, häufiger und schneller eingreifen dank automatisierter Drohnen: Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG, (rechts) und Norbert Haslacher, CEO Frequentis präsentierten die Innovationskooperation von ÖBB und Frequentis. Foto: © ÖBB / Andreas Scheiblecker

Ein dichtes Schienenstreckennetz mit knapp 10.000 Gleiskilometern und über 1.000 Bahnhöfen und Haltestellen ist die Basis für eine flächendeckende und umweltfreundliche Mobilitätsversorgung in Österreich. Die ÖBB zählen nicht nur zu den pünktlichsten, sondern auch zu den sichersten Bahnen Europas. Einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit gehen die ÖBB mit der kürzlich unterzeichneten Innovationskooperation mit der Frequentis AG zur Erforschung hangarbasierter, automatisierter Drohnenflüge in Österreich. Diese ist ein wichtiger Schritt, um die routinemäßige Durchführung von automatisierten Drohnenflügen außerhalb der Sichtverbindung voranzutreiben. Im Vordergrund stehen dabei die Prävention von Störfällen durch routinemäßige Wartungsflüge, frühes Erkennen von Schäden an der Infrastruktur, Naturgefahrenmanagement und Streckenverfügbarkeiten, sowie im Bereich des Notfallmanagements bei Großveranstaltungen.

Gemeinsam Innovation vorantreiben

Durch routinemäßige Wartungsflüge sollen Schäden an der Infrastruktur oder Gefahren im Umfeld der Strecke schnell erkannt und frühzeitig behoben werden. In der Praxis ist die Durchführung sogenannter BVLOS-Flüge – „Beyond Visual Line of Sight“ – sowohl in administrativer als auch in technischer Hinsicht eine Herausforderung und zählt noch zu den „Exoten“ unter den Drohnenflügen. Daher haben die ÖBB-Infrastruktur AG und die Frequentis AG eine in dieser Form einmalige Kooperation unterzeichnet. Zukünftig sollen komplexe und automatisierte Drohnenflüge außerhalb der Sichtverbindung regelkonform abgewickelt und in unterschiedlichen bahnrelevanten Anwendungsgebieten erprobt werden. Ziel ist ein verbessertes Verständnis automatisierter Drohnenflüge und deren Einschränkungen hinsichtlich behördlicher Auflagen, Wetter, Topografie etc.

Untersucht wird auch der Einsatz für den digitalisierten Bahnbetrieb. Im Rahmen dieser Innovationskooperation geht es um die Erarbeitung aller Aspekte für eine Genehmigung dieser automatisierten Flüge sowie die Sammlung von Erfahrung für deren Abwicklung in einem intensiven Probebetrieb über die nächsten 12 Monate.

Johann Pluy, Vorstandsmitglied der ÖBB-Infrastruktur AG dazu: „Für uns ist diese Kooperation ein wichtiger Schritt. Mit Hilfe von BVLOS-Flügen steigern wir nicht nur die Sicherheit unserer Anlagen, sondern können künftig mehr Aufgaben häufiger und mit geringeren Kosten bewältigen. Ich freue mich sehr auf diese vielversprechende Kooperation mit Frequentis.“

„Das Drohnen-Ökosystem ist derzeit stark im Wachsen begriffen, die Anzahl der gewerblichen Einsatzgebiete steigt kontinuierlich“, erklärt Norbert Haslacher, CEO Frequentis. „Wir freuen uns, mit unserem Kunden ÖBB gemeinsam die operative Machbarkeit hangarbasierter, automatisierter Drohnenflüge für den zukunftsweisenden Bahnbetrieb in Österreich zu testen“.

Die im Zuge dieses Trials gewonnen Erkenntnisse betreffend Verfügbarkeit, Stabilität, behördlicher Auflagen und Einsatzmöglichkeiten von Drohnenhangars bedeuten für Frequentis eine wertvolle Basis für weitere Innovationen im Bereich Drohnentechnologie.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Die ÖBB erhoffen sich von der Zusammenarbeit die Erwirkung der Fluggenehmigung, um automatisierte Drohnenflüge aus der Betriebszentrale heraus zukünftig zu ermöglichen. Nach erfolgter Genehmigung für den Probebetrieb sind zumindest wöchentliche Flüge über ÖBB-Strecken vorgesehen. Ziel ist das Sammeln von Erkenntnissen, um sich laufend zu verbessern. Über die Dauer von zunächst einem Jahr werden „Use Cases“ wie Störfälle, die Prüfung der Streckenverfügbarkeit, die Vorhersage und Auswirkungen von Naturgefahren, Inspektionstätigkeiten und Verschubarbeiten geübt.

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Quelle: ÖBB

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Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister haben die ÖBB im Jahr 2021 insgesamt 323 Millionen Fahrgäste und über 94 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Denn der Strom für Züge und Bahnhöfe stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Die ÖBB gehören mit rund 97 Prozent Pünktlichkeit im Personenverkehr zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen von über drei Milliarden Euro jährlich in die Bahninfrastruktur bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit sorgen knapp 42.000 Mitarbeiter:innen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge dafür, dass täglich bis zu 1,3 Millionen Reisende und rund 1.300 Güterzüge sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und bringen als Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen Menschen und Güter sicher und umweltbewusst an ihr Ziel. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

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