Am Mittwoch, 12. Juli 2023 gab es erneut Nachwuchs bei den Netzgiraffen im Wiener Tiergarten Schönbrunn. Eineinhalb Jahre nach dem letzten Zuchterfolg brachte eine Giraffenkuh nun ihr zweites Kalb zur Welt. „Giraffen werfen im Stehen. Das Jungtier wird dabei mit den Vorderbeinen voran geboren“, so Simone Haderthauer, zoologische Abteilungsleiterin. Bereits kurz nach der Geburt konnte das Jungtier selbstständig stehen und die ersten Schritte machen. Diese Fähigkeit ist in der Wildbahn notwendig, um möglichst schnell vor Fressfeinden wie Löwen oder Tüpfelhyänen flüchten zu können. Denn Netzgiraffen leben in den Savannen Äthiopiens, Somalias und Kenias.

Nach Elefanten und Nashörnern zählen Giraffen mit etwa 15 Monaten zu den Landsäugetieren mit der längsten Tragzeit. Die Aufzucht des Schönbrunner Giraffen-Nachwuchses verläuft von Anfang an sehr gut. Auch das Geschlecht des Jungtieres ist bereits bekannt: Es ist ein Männchen. Simone Haderthauer weiter: „Das Muttertier kümmert sich vom ersten Moment an sehr fürsorglich, schleckt sein Jungtier ab und schaut regelmäßig nach ihm. Der Kleine trinkt brav.“ 

Mutter und Kalb sind momentan gemeinsam mit einem weiteren Weibchen von der restlichen Gruppe getrennt. Auch in der freien Wildbahn sondern sich gebärende Weibchen von der Herde ab. Wenn alles nach Plan verläuft, werden die anderen Gruppenmitglieder das Kalb in den nächsten Tagen kennenlernen. So auch seine ältere Schwester. Durch die fürsorgliche Betreuung und genaue Beobachtung durch das erfahrene Tierpfleger-Team sollte die Integration des Jungtiers in die Gruppe gut funktionieren. Nicht nur der Tiergarten Schönbrunn freut sich über den Nachwuchs in der Giraffenherde: Er ist auch ein wichtiger Beitrag zur Europäischen Erhaltungszucht der stark gefährdeten Netzgiraffe.

Quelle: Wiener Tiergarten Schönbrunn

Beide Fotos: © Daniel Zupanc

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