rank Goosen auf der Tribüne des Bochumer Ruhrstadions. Foto: Volker Wiciok
Frank Goosen auf der Tribüne des Bochumer Ruhrstadions. Foto: Volker Wiciok

Unsere Welt ist heute so aufgeklärt, so kühl und so rational … aber wenn man Anhänger eines eher mittelguten Vereins in der 2. Deutschen Liga in der Saison 2017/18 ist, dann fängt man an, wieder am höhere Mächte zu glauben! Gestern noch kurz vor der Relegation zur 1. Liga, morgen schon im Abstiegskampf, beziehungsweise umgekehrt. Ohne Medikation ist das wahrlich nicht auszuhalten. Ich persönlich habe einen Vorteil: Ich muss nicht glauben, ich    w e i ß   was in den letzten Wochen passiert ist.

Reinhard Micheel war lange Jahre Leiter der Hilfsorganisation „Aktion Canchanabury“, die sich unter anderem um Aids-Waisen in Afrika kümmert. Erst neulich war er wieder in Benin unterwegs und kam mit einem Einheimischen auf Fußball zu sprechen. Reinhard klagte dem Mann sein Leid mit dem VfL Bochum, der schlecht aus der Winterpause gekommen war und auch nach einem Trainerwechsel noch immer nicht richtig in die Spur gefunden hatte. Der Beniner Kollege meinte, er habe da eine Idee. Er führte Reinhard zu einem Zaubermarkt, auf dem es alle möglichen Vodoo-Utensilien zu kaufen gab. Am Ende hatte Reinhard zwölf kleine Püppchen – elf Spieler, einen Trainer – erworben, sowie eine speziell behandelte Nadel.

Die Püppchen garantieren nicht, dass die Mannschaft, für die sie stehen, auch ganz sicher gewinnt. Man kann aber offenbar die Motivation der Spieler, sich anzustrengen, signifikant erhöhen, da ihnen ansonsten der Nadeleinsatz droht. Zum ersten Einsatz der Püppchen sollte es beim Spiel des VfL gegen Holstein Kiel kommen. Als das nur 1 : 1 ausging, war ich schon geneigt, die Vodoo-Sache als Hokuspokus abzutun, bekam dann aber eine Nachricht von Reinhard, er habe im Ruhrtal eine Fahrradpanne gehabt und sei nicht rechtzeitig nach Hause gekommen, um die Püppchen aufzustellen. Für die nächsten Spiele legte sich Reinhard eine Ausgangssperre auf, und der VfL holte die maximale Punktzahl. Beim Spiel in Fürth leistete er sich wieder eine Verspätung und kam erst eine Viertelstunde vor Schlusspfiff nach Hause, setzte dann aber auch die Nadel ein, sodass es noch zu einem Punkt reichte.

Die Zauberkraft der Figuren schwächt sich nach einiger Zeit ab, weshalb Reinhard für die nächste Saison einen neuen Satz geordert hat. Gespräche mit dem VfL zwecks Finanzierung sollen demnächst beginnen.

Von Frank Goosen, dessen Fußball-Fan-Herz, wie unschwer zu erkennen ist, für den VfL Bochum von 1848 pocht. Der Kabarettist und Romanschreiber ist derzeit mit seinem Liveprogramm „Was ist da los?“ auf Tournee.

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