Mit heutigem Tage – und das seit nunmehr 110 Jahren – gehört der Favoritner AC dem ÖFB an. Foto: © oepb

Am Mittwoch, den 21. Dezember 1910 wurde der Favoritner Athletik Club – gemeinhin besser als FavAC bekannt – in einer Verbandssitzung im „Ring-Cafe“ am Stubenring 16 in Wien I in den Österreichischen Fußball Verband – kurz ÖFB – aufgenommen. Als dafür geeignete Liga wurde die 2. Klasse Wien auserkoren. Begonnen hatte aber alles gar nicht mit Fußball, sondern mit Kegeln. Anno 1910 wurde der „Favorit Kegelklub“ ins Leben gerufen und wenige Monate danach, am 1. August des gleichen Jahres wurde der Favoritner Athletik-Sport-Club ins Vereinsregister eingetragen. In den damaligen Vereinsstatuten stand zu lesen: „Zweck des Vereins ist die Pflege von sportlichen Veranstaltungen wie Turnen, Lawn-Tennis, Fußball, Athletik, Touristik, Schwimmen, sowie die Pflege von Gesang, Musik, Tanz, Theater, sowie Veranstaltungen von Vorträgen und Festen.“

Die Urzeit des FavAC

Fav. Athl. Sportclubplatz, X. Gudrunstraße, Eingang Steinmetzwiese, zu erreichen Endstation Gellertplatz, Linie 6.“ Diese Notiz im „Illustrierten Sportblatt“ vom Juni 1912 war der erste Beleg eines eigenen Sportplatzes des FavAC. Wann genau hier der Spielbetrieb aufgenommen werden konnte, ist allerdings nicht bekannt. Ab Juni 1912 weiß man jedoch, dass hier regelmäßig Fußballspiele abgehalten wurden. Die Steinmetzwiese steht heutzutage für die Geburtsstätte des Favoritner Fußballs. Sie ist auch eng mit dem Namen Matthias Sindelar verbunden, der dort das Spiel mit dem „Fetzenlaberl“ begonnen hatte. Die Wiese freilich im Bereich der Quellenstraße, Absberggasse, Gudrunstraße gelegen und auch den ersten FavAC-Platz gibt es heute längst nicht mehr. Wohnblöcke zieren dort das Stadtbild.

Blick auf den FavAC-Platz in den 1960er Jahren. Rechts im Bild die Laaer Berg Straße, oben links kommend die Kennergasse. Foto: © oepb

Sportlich im Keller

Die ersten Jahre mussten die Rot-Schwarzen in den unteren Ligen des Wiener Fußballs fristen. Begonnen haben die Favoritner in der 2. Klasse, dem „Keller“ der seinerzeitigen Wiener Liga. Ab dem Frühjahr 1915 beteiligte man sich an der „Kriegsmeisterschaft“ in der vorletzten Liga. Nach dem Großen Krieg 1918 kickte der FavAC in der 3. Klasse Ost, der fünftklassigen Wiener Liga und war dort lediglich ein unauffälliger Mitläufer.

Aufschwung durch neues Areal

Vom Verband der Arbeiter- und Soldatenvereinigungen – kurz VAS – ging eine Initiative zur Errichtung von Fußballplätzen aus, von der auch der FavAC profitierte. Im „Sport-Tagblatt“ stand zu lesen: „Dem Favoritner Athletiksportclub, der bereits vor dem Kriege im Besitze eines eingeplankten Sportplatzes war, der jedoch seinerzeit vom Militär für Barackenbau beschlagnahmt wurde, ist es nun nach mannigfachen Schwierigkeiten gelungen, einen Platz zum Bau einer Sportanlage auf den Wagemannschen Gründen im 10. Bezirke von der Gemeinde Wien im Pachtwege zu erlangen. Der Platz liegt an der Laaerstraße und hat ein Flächenausmaß von 18.630 Quadratmetern. Das Spielfeld wird die regulären Maße von 110:65 Metern aufweisen und mit einer Laufbahn umgeben. Mit dem Bau der Planken, Kabine, Sitzgelegenheiten etc. wird schon im Laufe der nächsten Woche begonnen Durch intensive Arbeit, an der sich alle Mitglieder freiwillig beteiligen, wird es voraussichtlich möglich sein, den Sportplatz bis Ende Juni 1921 benutzbar zu machen.“ Rund um das Spielfeld wurde eine Böschung errichtet, die als Stehplatztribüne fungierte. Für die Aufschüttung der Böschung wurde jenes Erdreich verwendet, das beim Bau des Amalienbads angefallen war.

Raues Wien-Favoriten

Es wird ja gerne behauptet, dass in Favoriten immer schon ein rauer Fußballwind wehte. Dazu zwei Anekdoten: Im Jänner 1922 ist ein Verfahren gegen den FavAC „wegen Insultierung des Schiedsrichters durch Anhänger des Vereins“ eingestellt worden, da die Täter nicht ausgeforscht werden konnten. Im Winter 1924/25 ist es in der Kennergasse zu einem Vorfall gekommen, der auch in den Chronikseiten der ausländischen Presse nachzulesen war: Radauszenen nach einem Wettspiel. Beim Stand von 4 : 0 für Favoritner AC ordnete der Schiedsrichter einen Elfmeterstoß gegen Viktoria V an, nach dessen Durchführung es zu wörtlichen Insultierungen des Schiedsrichters kam. Da die Spieler von Viktoria V sich weigerten, das Spielfeld zu verlassen, brach der Unparteiische das Spiel ab. Er gelangte ungehindert in die Kabine und von dort ins Freie. Ungefähr 50 Schritte außerhalb des Sportplatzes wurde aus einer Gruppe, die zirka 40 Schritte hinter Herrn Kainz und seiner Begleitung ging, ein Revolverschuss abgegeben. Als Täter wurde der Spieler Franz Biwetz von Viktoria V ermittelt. Er wurde sofort auf das Polizeikommissariat überstellt.“, berichtete das „Sport-Tagblatt“ am 24. Jänner 1925. 

Zwei geschichtsträchtige Aufnahmen: Im Bild links handelt es sich um das erste Antreten des FavAC im Oberhaus. So passiert am 1. September 1935. Die Begegnung am Wacker-Platz vor 7.500 Besuchern endete zwischen dem FK Austria Wien und dem FavAC 2 : 2. Franz Schilling (Bildmitte, FAK) gelingt in dieser Szene der 2 : 2-Ausgleich. Und bei dem Schnappschuss rechts dreht es sich um das letzte Antreten des FavAC in Österreichs höchster Spielklasse. Am 7. Juni 1985 verlor man gegen den SK VÖEST Linz im Linzer Stadion vor 1.700 Zuschauern mit 0 : 6 und musste absteigen. Josef Sara (FavAC) verliert den Zweikampf gegen Günther Vidreis (Bildmitte), der zum 3 : 0 vollstreckt. Peter Burgstaller im FavAC-Gehäuse hat keine Chance. Beide Fotos: © oepb

Vom Arbeiter- zum Profifußball

Sportlich ging es ab 1922 langsam bergauf. Der FavAC verfügte über seinen eigenen Platz und mit dem neuen Trainer Terran traten auch völlig neue Methoden in Kraft. Dieser teilte nämlich via Zeitungs-Inserat seinen Spielern mit, dass diese sich von nun an immer Dienstag und Donnerstag pünktlich am Platz zum Training einzufinden hätten. Der FavAC stieg in die 2. Klasse Süd auf. Und auch im Winter überließ man die Akteure in der spielfreuen Zeit nicht ihrem Schicksal. Das Training fand nämlich dreimal die Woche in einer nahegelegenen Schule im Saale statt. Und als im September 1924 der Professionalismus im Wiener Verband eingeführt wurde, entschied sich auch der FavAC für den Übertritt ins Lager der Berufsspieler. Nur die Zuschauer zogen nicht mit. Lediglich zwischen 50 und maximal 150 Besucher „strömten“ zu ihrem FavAC. 1926 war es auch schon wieder vorbei mit den „Profis“ und der FavAC wechselte in die Liga des VAFÖVerband der Amateurfußballvereine Österreichs. Sportlich glich dieser Wechsel einem Aufstieg: heraus aus dem „Profi-Keller“ hinein in die erste Klasse der Amateurliga.

1927 gewann der FavAC durch einen 2 : 1-Erfolg gegen die E-Werke das Turnier um den Silberball, das damals bedeutendste Turnier des VAFÖ. Einladungen im In- und Ausland waren die Folge und damit einhergehend auch eine finanzielle Absicherung des Vereins. Sportlich ging es jedoch bergab und der FavAC kickte bis zur VAFÖ-Auflösung im Februar 1934 in der 2. Klasse. Die enge Verbindung zum sozialdemokratischen VAFÖ zeigte sich auch darin, dass am FavAC-Platz oftmals Arbeiterauswahlspiele stattfanden. Im Jänner 1933 beispielsweise verfolgten 10.000 Besucher am FavAC-Platz einen 3 : 1-Erfolg der Österreicher im Arbeiterländerkampf gegen Ungarn.

Der Bürgerkrieg am Februar 1934 bedeutet das Ende sämtlicher sozialdemokratischen Organisationen und damit auch des VAFÖ. Am 12. Februar 1934 kam es am FavAC-Platz zu Untersuchungen der Polizei, da man am Areal ein Waffenlager des Schutzbundes vermutete. Waffen wurde zwar keine gefunden, aber zwei Spieler, die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei waren, sind verhaftet worden.

Manche Vereine wurden gänzlich aufgelöst, anderen wurde lediglich der Pachtvertrag für den Sportplatz gekündigt. In der Folge wurden neue Richtlinien für die Vergabe der Sportplätze ausgearbeit. Bereits Ende März 1934 wurde dem FavAC wieder die provisorische Spielerlaubnis erteilt. Und auch die Gemeinde Wien verlängerte den Pachtvertrag mit dem FavAC.

Die erzwungene Rückkehr in die Profiliga stellte für den FavAC sportlich gesehen einen großen Satz nach vorne dar. 1935 stiegen die Schwarz-Roten in die oberste Spielklasse auf. Bis zu 12.000 Zuschauer bevölkerten den Platz, wenn es gegen die Großen Austria, Admira und Rapid ging. Und auch sportlich hielt der FavAC mit diesen Teams durchaus mit. Doch wurde darüber gemunkelt, dass die Eigenheiten des FavAC-Platzes sehr viel zum sportlichen Höhenflug beitrugen. Immer wieder wurde herbe Kritik am schlechten Zustand der Anlage laut. Hieß es beispielsweise Anfang der 1920er Jahre noch, der Platz sei eine Gstetten und würde sich von den angrenzenden ungepflegten Wiesen nicht unterscheiden, so berichtete das „Sport-Tagblatt“ am 22. September 1936: „Der Favoritner-Sportplatz ist reparaturbedürftig. Die Mannschaft des Favoritner A.C. macht Fortschritte, ihr Spielfeld geht immer mehr zurück, das heißt, es wird, was nicht zu verhindern ist, immer schlechter, da der Boden, der einmal Schaden genommen hat, nicht mehr repariert werden kann, sondern von Grund auf erneuert werden muss. Daran, dass der Platz „hängt“, dass also eine der beiden Mannschaften, wie es in der Übertreibung des Fußballjargons heißt „bergauf“ spielen muss, hat man sich schon gewöhnt. Der Rasenboden ist aber uneben und holprig und so springt der Ball dorthin, wo er will, und nicht dorthin, wo die Spieler das Leder gerne hindirigieren würden. Mit den Punkten kommt aber auch Geld, mit dem Geld kann man einen guten Rasen erzielen, es ist also im Interesse der gastierenden Mannschaften gelegen, in Favoriten Punkte zu lassen, weil sie dann wahrscheinlich beim Wiederkommen einen besseren Rasen vorfinden werden.“

Im September 1937 wurde der Platz gründlich renoviert, das „Sport-Tagblatt“ verkündete: „Das Spielfeld des Favoritner A.C., vor einigen Monaten noch von jedem erstklassigen Wiener Fußballer gefürchtet, hat seinen Schrecken eingebüßt, da fleißige Hände in den letzten Wochen es wirklich stark verbessert haben.“

Rote Erde

1938 war es mit der Erstklassigkeit vorbei. Der FavAC musste in die Bezirksklasse absteigen. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) war es kaum möglich, den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können. Die meisten Spieler waren eingerückt. Häufig schaffte es der Verein nicht, elf gesunde Spieler für ein Match aufstellen zu können. Am FavAC-Platz wurde von Spielern und Funktionären Gemüse angebaut. Zahlreiche Bombentreffer haben den Sportplatz des FavAC zum Ende des Zweiten Weltkrieges völlig vernichtet. Die Holzumzäunung wurde abgerissen und als Brennholz verwendet. Einem Spieler gelang es schließlich, eine Holzbaracke zu „organisieren“ … in der Steiermark. In einer überaus komplizierten Aktion wurde diese bis zur britisch-russischen Zonengrenze am Semmering transportiert. Dort war dann Endstation. Erst Interventionen russischer Offiziere erlaubten einen Weitertransport. Schließlich und endlich wurde die Baracke am FavAC-Platz aufgestellt und diente viele Jahre lang als Umkleidekabine, Waschraum und Kantine.

Im Jahre 1958 drohte dem FavAC-Platz das Aus. Er sollte nämlich im Zuge der Neugestaltung des Eisenstadtplatzes geschleift werden. Zwei Jahre dauerte der Kampf der Vereins-Verantwortlichen mit der Gemeinde Wien, ehe diese 1960 ihre Umwidmungspläne verwarf und dem Verein eine Dauerwidmung für seinen Platz bescherte. Mit dieser endgültigen Sicherheit konnte der FavAC nun hergehen und sämtliche längst notwendige Adaptierungsarbeiten vornehmen. Eine neue Spielfeldeinfriedung wurde errichtet, ebenso eine neue Sitz- und Stehplatzrampe, ein Schubtor, eine Platzumzäunung und Ballfanggitter. Anfang der 1960er Jahre wurde ein neues Klubhaus mit Kantine, Umkleidekabinen und Büros errichtet.

Über die Wiener Liga und die Regionalliga Ost stieg der FavAC im Jahre 1978 in die 2. Division auf. Zur Saison- und gleichzeitigen Heimpremiere gegen den Wolfsberger AC kamen am 19. August 1978 4.500 Zuschauer auf den FavAC-Platz. Und auch gegen den späteren Zweitliga-Meister LASK (7.000), als auch beim Bezirksderby gegen den 1. Simmeringer SC (knapp 5.000) fand überaus guter Besuch am FavAC-Platz statt. Der Zustand des Spielfeldes wurde jedoch von der Ligakommission als nicht bundesligatauglich eingestuft. Viele Jahre kickte der FavAC auf einem Hartplatz, der „Roten Erde“. Diese sollte durch einen Rasen ersetzt werden. Folglich war der FavAC gezwungen, die letzten beiden Heimspiele im Frühjahr 1979 auf dem Raxplatz auszutragen, während die Sandwüste in der Kennergasse generalsaniert und durch ein neues Rasenfeld ersetzt wurde. Und auch im ÖFB-Cup musste man ausweichen. Das Achtelfinal-Schlagerspiel gegen Rapid (0 : 6) verfolgten am 26. Oktober 1978 über 10.000 Zuschauer im Franz Horr-Stadion, der Heimstätte des FK Austria Wien.

Der Aufsteiger FavAC VUZEM Leder spielte eine beachtliche Zweitliga-Saison und konnte die Klasse halten. Auch der höher eingestufte 1.  SC Wiener Neustadt konnte die Abwehrmauer der Favoritner nicht knacken. Aus SC Wiener Neustadt gg. FavAC (0 : 0) vom 17. März 1979 im Stadion Wiener Neustadt vor 2.000 Zuschauern. Foto: © oepb

Der Favoritner und sein FavAC

Welchen Stellenwert dieser Verein in den späten 1970er Jahren in Wien-Favoriten hatte, beweist die Tatsache, dass der FavAC, der mit zwei Niederlagen in Serie (1 : 4 bei Wacker Innsbruck, sowie 1 : 2 bei SPG Innsbruck) in sein zweites Zweitliga-Jahr gestartet war, zur Heimspiel-Premiere am 8. September 1979 gegen DSV Alpine Donawitz 6.000 Zuschauer begrüßen konnte. Der FavAC zählte damals zu den Krösussen in der Besuchter-Statistik. Während nämlich die große Wiener Austria zu jener Zeit noch nicht zur Gänze in Favoriten heimisch war und die Heimspiele abwechselnd im Praterstadion, auf dem Sportclub-Platz, als auch auf der Hohen Warte austrug, verfügte der FavAC über ein treues und stimmkräftiges Publikum in Favoriten. Sportlich ging es jedoch 1979/80 steil bergab und als Tabellenletzter war das Abenteuer 2. Division nach zwei Saisonen auch schon wieder beendet.

Auf den Abstieg folgte der Aufstieg

1980/81 fand sich der FavAC in der Wiener Liga wieder, um erneut via erfolgreiche Relegation gegen den SV Stockerau in die zweithöchste österreichische Spielklasse zurückzukehren. Und es sollten nun die sportlich erfolgreichsten Jahre für den FavAC folgen. Nach zwei Saisonen in der 2. Division gelang im Sommer 1983 der Aufstieg in die höchste Spielklasse. Der FavAC war plötzlich in aller Munde und zählte zur Beletage der 16 Oberhausvereine. Hans Hörmayer und später Adolf „Dolfi“ Blutsch formten ein Team der „Ausrangierten“, das im ersten Jahr die Klassen-Zugehörigkeit bereits zwei Spieltage vor Schluss relativ locker schaffte. Spieler wie Dietmar Constantini, Harald Fürst, Fritz Hiess, Erwin Jelinek, Francisco Marcelo, Alberto Martinez, Werner Zarbach, sowie wenig später Josef und Robert Sara bildeten das Gerippe eines Teams, das eine guten und auch erfolgreichen Bundesligafußball bot. Dazu gesellten sich Talente wie Etem Aydemir, Andreas Reisinger und Peter Stöger. Im zweiten Oberhaus-Jahr wurde der FavAC erneut 14., so wie im Jahr zuvor und wäre somit erstklassig geblieben, bloß wurde die 1. Liga von 16 auf 12 Vereine reformiert und die letzten 5 Teams stiegen ab. Dem FavAC fehlten am Ende im Juni 1985 sechs Punkte zur Rettung.

Josef „Pepi“ Vuzem unterstützte jahrelang den FavAC. Und selbst, als Schöps als Hauptsponsor absprang, stand VUZEM Leder erneut mit einem geöffneten Portemonnaie parat, um die finanziellen Manöver des Vereins zu begleiten. Foto: © oepb

Der FavAC und seine Textilien-Gönner

Viele Jahre lang unterstützte der ehemalige Boxer, Leichtathlet und Ex-Fußballer Josef „Pepi“ Vuzem den FavAC. Vuzem war es ein stetes Anliegen, als erfolgreicher Favoritner Geschäftsmann nicht nur dem FavAC finanziell beiseite zu stehen, sondern damit auch Sorge zu tragen, dass die Jugend beim FavAC einen sicheren Hafen vorfindet. VUZEM Leder wurde in den 1970er und 1980er Jahren in einem Atemzug mit dem FavAC genannt. Drei Jahre lang – von 1982 bis 1985 – agierte der einstige FK Austria Wien-Mäzen Komm.-Rat Leopold Böhm bei den Rot-Schwarzen. Böhm tat dies, so hieß es, aus emotionalen Gründen heraus. In der Favoritenstraße gab es einst die erste Schöps-Filiale. Der Name FavAC Schöps – Schöps stand für eine große österreichweit agierende Textilkette – war somit bundesweit bekannt. Böhm etablierte mit dem einstigen Austria-Stopper und erfolgreichen ÖFB-Teamchef a.D. Karl Stotz einen Sport-Direktor, dem es gelang, mit dem Abstiegskandidaten Nummer 1 die Bundesliga-Zugehörigkeit zu schaffen. Und auch das jahrzehntelang in der Favoritenstraße 73-75 ansässige Modehaus TLAPA griff dem FavAC geschickt und gekonnt finanziell unter die oftmals dünnen Arme.

Blick auf die Eintrittskarten des Vereins aus gut 40 Jahren. Sammlung: oepb

Tiefer Fall und Stadthallen-Triumph

Der FavAC rutschte nach dem Oberhaus-Abstieg 1985 mehr und mehr ab. Über die 2. Division ging es in die Regionalliga Ost. 1991 gelang zwar erneut die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse, doch hohe Schulden drückten den Traditionsverein. Der Klub schlitterte in ein Konkursverfahren, um im Jänner 1993 nochmals lautstark auf sich aufmerksam zu machen, denn der FavAC stand im Finale – dessen Erreichen schon ein Riesenerfolg war – des Wiener Stadthallenturniers dem Seriensieger und Bezirksnachbarn FK Austria Wien gegenüber. Nach der regulären Spielzeit stand es 2 : 2-Unentschieden. Im Penaltyschießen setzte sich der „kleine“ FavAC mit 5 : 4 über die „große“ Wiener Austria durch und erzielte damit als „David“ ungeheure Sympathien beim neutralen Publikum. 

Impressionen vom FavAC-Platz vom 1. Juni 1996 zum Ende der Zweitliga-Saison 1995/96. Foto-Konvolut: © oepb

Der 110jährige Jubilar FavAC heute

Im Laufe der Zeit kehrte wieder Ruhe ein beim Favoritner AC und das Team gehört der Wiener Stadtliga an. Und auch der FavAC-Platz in der Kennergasse 3 im 10. Hieb besitzt heute noch den jahrzehntelangen Charme, den dieses Areal immer schon ausstrahlte. Inmitten von Gemeindebauten im Herzen Favoritens eingebettet frönt der FavAC sein sportliches Dasein. Die Kantine wurde zwar im Laufe der letzten Jahre erneuert und der Jetzt-Zeit anhand eines modernen Konzeptes angepasst, sehr zur Unfreude von langjährigen Sportplatzbesuchern, aber der Lauf der Zeit bringt eben diese Veränderungen mit sich. Und auch der Wohnblock, der vor über 10 Jahren entlang der Laaer-Berg-Straße entstanden ist, beherbergt nun eine gedeckte Tribüne und die seinerzeitige Wiesen-Stehrampe existiert dadurch nurmehr in der Erinnerung. Aber, und genaugenommen zählt doch nur das, der FavAC, er lebt, auf seinem jahrzehntelangen Platz in der Kennergasse 3 in Wien X.

Quelle: oepb / Wolfgang Slapansky

https://favac.at/

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