Deutsches Kaiserreich, 1910; Die Welt wird täglich komplexer. Um dem Rechnung zu tragen, hat der Große Generalstab einen eigenen Geheimdienst ins Leben gerufen. Als bei einem dramatischen Zugunglück in der Nähe von Wiesbaden mehrere Menschen ums Leben kommen, deutet einiges auf eine Verstrickung ausländischer Agenten hin. Major Albert Craemer, Leiter der Abteilung Spionage Frankreich, und seine Mitarbeiterin Lena Vogel beschließen, den Vorfall persönlich vor Ort zu untersuchen – und stechen in ein Wespennest aus Spionage, Kriegstreiberei und wirtschaftlichen Interessen.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Matthias Wittekindt, geboren 1958 in Bonn, aufgewachsen in Hamburg, ist Autor von Theaterstücken, Hörspielen und Kriminalromanen. Seine Werke wurden mit dem Kurd-Laßwitz-Preis, dem Berliner Architektenpreis sowie zweimal mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Wittekindt lebt in Berlin.

Rainer Wittkamp, geboren 1956 in Münster, arbeitete bereits zu Studienzeiten für diverse Film- und Fernsehproduktionen und schrieb im Lauf der Jahre Kriminalromane, Kurzgeschichten und mehrere Hundert Drehbücher. Wittkamp starb im Dezember 2020, kurz vor Fertigstellung des Manuskripts von Fabrik der Schatten.

Das oepb meint dazu:

Wer unter dem eher wenig aussagekräftigen Titel einen ebensolchen Roman erwartet, irrt. Obwohl der Beginn etwas langatmig erscheint und die Zeit- und Handlungsebenen hin und her springen, entfaltet das Autorenduo einen ausgeklügelten Plot, der einen immer stärker in den Bann zieht.

Worum geht es?

Fabrik der Schatten ist der Auftaktroman der Craemer und Vogel-Reihe von Matthias Wittekind und Rainer Wittkamp. Major Albert Craemer und Lena Vogel von der Abteilung III-B des militärischen Geheimdienstes bekommen es mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun. Nahe dem kleinen Ort Bingen kollidiert ein PKW mit einem Güterzug. Dies wäre eigentlich ein Fall für die örtliche Polizei. Doch der Fahrer des Unfallwagens wurde kurz nach dem Zusammenstoß mit je zwei Schüssen in den Kopf und in die Brust hingerichtet. In Bonn wird fast zeitgleich ein Chemiestudent ebenfalls auf die gleiche Weise ermordet.

Doch wer steckt hinter dem Ganzen? Als auch noch die Überführung von drei Flugzeugen aus Frankreich ins deutsche Kaiserreich von einem Absturz überschattet wird, glaubt man an eine feindliche Geheimoperation der Franzosen. Es gilt die Fäden zu entwirren und die Hintergründe aufzudecken.

Das Buch ist in zahlreiche kurze Kapitel untergliedert und eröffnet viele Handlungsstränge. Erst nach und nach werden diese gebündelt. Dabei erfährt der Leser auch die Vorgeschichte der beiden Protagonisten. Immer wieder ergeben sich Wendungen, die die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven darstellt. Geprägt mit der Atmosphäre von Misstrauen zwischen Militär und Geheimdienst taucht der Leser in die ersten und frühen Jahre des 20. Jahrhunderts ein.

Das Großartige an diesem Roman ist seine perfekte Mischung aus Historie und fesselndem Krimi. Eine interessante und spannend abgefasste Erzählung aus den Zeiten vor dem 1. Weltkrieg (1914-18).

Fabrik der Schatten ist der vielversprechende Auftaktband dieser neuen Reihe des Autorenduos. Leider verstarb Rainer Wittkamp im Dezember 2020 kurz vor Fertigstellung des Manuskripts des Buches, doch Matthias Wittekindt will die Reihe fortsetzen und schreibt bereits an einem zweiten Band. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.

FABRIK DER SCHATTEN
Kriminalroman von Matthias Wittekindt und Rainer Wittkamp
Taschenbuch, Klappenbroschur, 368 Seiten
Erschienen bei HEYNE
www.heynde.de
ISBN 978-3-453-42509-5
Zum Preis von € 11,40 (Österreich), € 11,00 (Deutschland), CHF 16,90 (Schweiz)

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