ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner. Foto: oepb
ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner. Foto: oepb

Das Länderspieljahr 2015 war eines der erfolgreichsten in der 111jährigen Geschichte des Österreichischen Fußball-Bundes / ÖFB. Präsident Dr. Leo Windtner und Sportdirektor Willi Ruttensteiner, MBA präsentierten eine sehr erfreuliche sportliche Jahresbilanz. Mit 56% konnten mehr als die Hälfte aller Spiele der rot-weiß-roten Nationalteams gewonnen werden, gar 78% der Spiele gingen nicht verloren.

Das A-Team sorgte für Begeisterung
Für das Nationalteam lag im Jahr 2015 der Fokus auf dem Gruppensieg und die Absicherung von Topf 2 für die EM-Auslosung am 12. Dezember 2015. Heuer absolvierte das Team 8 Spiele, 6 Siege gab es in der EM-Qualifikation zu feiern, 1 : 1 endete das freundschaftliche Länderspiel gegen Bosnien und Herzegowina, gegen die Eidgenossen von Marcel Koller, die Schweiz, musste man im letzten Spiel des Jahres eine 1 : 2-Niederlage hinnehmen. Das Team kletterte auf den historischen 10. Platz in der FIFA-Weltrangliste, Topf 2 wurde souverän abgesichert, Österreich ist damit am 12. Dezember in Paris in guter Gesellschaft mit Italien, Russland, Schweiz, Kroatien und Ukraine. 33 Spieler wurden von Marcel Koller ins Team nominiert, die Spieler Aleksandar Dragovic und Florian Klein absolvierten mit 720 Minuten alle Spiele über die komplette Distanz. Marco Djuricin, Florian Kainz und Karim Onisiwo feierten ihr Debüt. Präsident Leo Windtner resümiert positiv: „Die Leistungen des Nationalteams haben in Österreich eine unglaubliche Euphorie ausgelöst und den österreichischen Fußball auf internationaler Ebene neu positioniert. Die Mannschaft rund um Teamchef Marcel Koller ist zu einem sportlichen Botschafter unseres Landes geworden und hat im Land eine Vorbildfunktion, die auch auf gesellschaftlicher Ebene etwa durch die Aktion Respect Refugees Niederschlag findet. In dieser Verfassung und mit weiteren Entwicklungsschritten können wir auch bei der EM in Frankreich den tollen Eindruck der Qualifikation bestätigen. Österreichs Nationalteam ist in Fußballeuropa wieder angekommen.“

Auslosung zur Qualifikation für die WM 2018 in Russland
Heuer wurde erstmals schon im Sommer, etwa 14 Monate vor Beginn eines Bewerbs, die Auslosung für die WM-Qualifikation in Russland durchgeführt. Österreich landete in der Gruppe D und spielt ab September 2016 gegen Wales (Topf 1), Serbien (Topf 3), Irland (Top 4), Moldawien (Top 5) und Georgien (Top 6).

Das Nationalteam ist Zuschauer- und Quotenmagnet
Zu den fünf Heimspielen des Nationalteams pilgerten im Jahr 2015 mehr als 173.000 Besucher. Die Spiele im Ernst-Happel Stadion gegen Moldawien und Liechtenstein waren mit 48.500 Zuschauern restlos ausverkauft. Die fünf Heimspiele in der EM-Qualifikation im Ernst Happel Stadion in Wien sahen insgesamt mehr als 237.000 Besucher. Einen für den TV-Partner ORF „historischer Fußballabend“ gab es beim 4 : 1-Sieg des Nationalteams in Schweden, wo der Gruppensieg und die fixe Teilnahme an der EM2016 aus eigener Kraft fixiert wurde. Bis zu 1,636 Millionen ließen sich die zweite Halbzeit dieses Spiels nicht entgehen, im Schnitt waren 1,440 Millionen bei 52 Prozent Marktanteil via ORFeins dabei. Damit war dieses Match das meistgesehene Länderspiel (Qualifikation oder Testspiel) seit dem Jahr 2001. Der ORF vermeldete, dass lediglich die drei Österreich-Spiele bei der Heim-EURO 2008 in Wien ein noch größeres TV-Publikum erreichten.

U21 startet erfolgreich in die EM-Qualifikation
Für das U21-Nationalteam (Stichtag 1.1.1994) stand das Jahr 2015 ganz im Zeichen der Qualifikation für die EM 2017. Das Länderspieljahr begann mit Freundschaftsspielen. Im März gab es einen 4 : 0-Erfolg gegen Katar, sowie zwei Siege im Juni (3 : 1 gegen Bulgarien, 2 : 2 gegen Norwegen). Sämtliche Qualifikationsspiele waren in ORF Sport+ live zu sehen. Der Start in die EM-Qualifikation im September erfolgte auswärts in Baku mit einem 2 : 0-Sieg gegen Aserbaidschan. Nur wenige Tage später erkämpfte sich das Team von U21 Teamchef Werner Gregoritsch in St. Pölten ein 4 : 3 gegen die russische Auswahl, ehe im Oktober im Rückspiel in St.Pölten Aserbaidschan mit 7 : 0 abserviert wurde. Es folgte das Duell gegen Finnland in Wien mit einem 2 : 0-Sieg. Im Spitzenspiel um die Winterkrone musste man zum Abschluss des Länderspieljahres gegen den Gastgeber und Gruppenfavoriten Deutschland in Fürth vor 8.000 Zuschauern eine 2 : 4 Niederlage hinnehmen. Nach 5 Spielen rangiert das U21-Nationalteam mit 12 Punkten und einem Torverhältnis von 17 : 7 Toren auf Rang zwei der Gruppe 7. Der aktuelle 30-Mann Kader von Werner Gregoritsch setzt sich aus 14 Legionären (hauptsächlich Deutschland) und 16 Spielern der österreichischen tipico Bundesliga und Sky Go Erste Liga zusammen. Präsident Leo Windtner: „Unser U21-Team hat noch immer die Chance sich als bester Gruppenzweiter für die EM zu qualifizieren und ist damit auf Kurs. Werner Gregoritsch leistet eine hervorragende Arbeit und hat eine schlagkräftige Mannschaft geformt, die auch die Qualität der Ausbildung in den Akademien zeigt.“

Starke Leistung der Nachwuchsteams
Großartige Erfolge lieferten auch die anderen Nachwuchs-Nationalteams mit den Teilnahmen der U17 und U19 an EM-Endrunden, sowie der U20 an der WM-Endrunde. Das U20-Nationalteam unter der Leitung von Teamchef Andreas Heraf qualifizierte sich nach Platz 3 bei der EM-Endrunde 2014 für die U20 WM 2015 in Neuseeland. In der Gruppe B traf man auf Argentinien, Ghana und Panama. Zur Vorbereitung auf das zweitgrößte Fußball-Turnier der Welt absolvierte Österreich ein freundschaftliches Länderspiel gegen Mexiko in Rohrbach (3 : 1 für Österreich). Unmittelbar vor der Weltmeisterschaft bestritt das Team einen weiteren Test gegen Gastgeber Neuseeland, der ebenfalls mit 4 : 2 gewonnen werden konnte. Im ersten Gruppenspiel in Neuseeland gegen Ghana gab es ein 1 : 1-Remis, im zweiten Spiel einen 2 : 1-Erfolg gegen Panama und gegen den Turnierfavoriten Argentinien schaffte man ein respektables Unentschieden. Im 1/8-Finale war dann Endstation: Usbekistan siegte trotz einer beherzten Vorstellung der Österreicher mit 2 : 0. Dennoch bedeutet dieses Ergebnis nach dem 4. Platz bei der U20 Weltmeisterschaft 2007 in Kanada das erfolgreichste Abschneiden einer Nachwuchs-Auswahl bei einer WM-Endrunde.

Österreichs U19-Nationalteam (Jahrgang 1996) sicherte sich im März eindrucksvoll vor Italien, Kroatien und Schottland den Gruppensieg in der Eliterunde für die U19 EM in Griechenland. Bei der U19 EM in Griechenland verpasste das Team von Hermann Stadler nach einer knappen Niederlage gegen Frankreich und einem Unentschieden gegen Gastgeber Griechenland im abschließenden Spiel gegen die Ukraine nur um ein Tor den Einzug ins Halbfinale. Das U17-Nationalteam (Jahrgang 1998) von Teamchef Manfred Zsak beendete die Eliterunde zur EM-Qualifikation in Krasnodar (RUS) nach Siegen gegen Island (1 : 0) und Wales (3 : 2), sowie einem 1 : 1 Unentschieden gegen Russland als Gruppensieger. Im Mai folgte die EM-Endrunde in Bulgarien. Nach einem sensationellen 1 : 1 Auftaktremis gegen Turnier-Mitfavorit Spanien und einer knappen 0 : 1 Niederlage gegen Kroatien reichte ein erneutes 1 : 1 gegen Bulgarien nicht für den Aufstieg ins Viertelfinale.

Talenteförderung intensiviert
Einen großen Arbeitsschwerpunkt im ÖFB bildet die Talenteförderung, die in enger Zusammen¬arbeit zwischen Landesverbänden, Bundesliga, ÖFB und den Vereinen umgesetzt wird. Die Talenteförderung umfasst die Bereiche LAZ (Landesverbands¬ausbildungszentren für 10-14 Jahre), Akademien (14-19 Jahre) und Projekt 12 (15-21 Jahre) als Förderprojekt zur individuellen Entwicklung der größten Talente des Landes.

Für Leo Windtner hat die Talenteförderung strategisch höchsten Stellenwert: „Die gezielte Entwicklung unserer Talente muss auch in Zukunft ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit sein. Alleine in das Projekt12 werden jährlich mehr als eine Million Euro investiert. Wie die Erfolge aber zeigen, ist dies ein sehr gut angelegtes Geld. Diese Projekte wurden in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt und mittlerweile arbeiten alleine im Bereich der Akademien 93 hauptamtliche Personen und 123 nebenberuflich Beschäftigte.“

Akademien mit verbesserter Infrastruktur
12 Trägervereine (7 Bundesligavereine und 5 Landesverbände) führen eine Fußballakademie, alle neun Landesverbände sind in der ÖFB Jugendliga mit Vereinen vertreten, die ÖFB Jugendliga wird mit 12 Vereinen gespielt. Die AKA Red Bull Salzburg stellte in allen drei Bewerben der ÖFB-Jugendliga (U15, U16, U18) den Sieger. 93 haupt- und 102 nebenberufliche Trainer und Mitarbeiter kümmern sich um die Ausbildung von derzeit 762 gemeldeten Spielern. 16 AKA-Trainer haben ab der Saison 2015/16 einen unbefristeten Dienstvertag mit dem ÖFB geschlossen. Derzeit gibt es in den Akademien Kooperationen mit 39 Schulen. Aktuelle Nationalspieler wie David Alaba, Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger, aber auch „ältere Semester“ wie Marc Janko und Christoph Leitgeb haben ihre Ausbildung in den Bundesliga-Nachwuchszentren und Akademien erhalten.

Neue Struktur und neue Trainerordnung
Nachdem die UEFA im Rahmen der Trainerkonvention eine für ganz Europa einheitliche Ausbildung für Tormanntrainer installiert hat, hat der ÖFB die Bezeichnungen der einzelnen Kurse in Anlehnung an die offiziellen UEFA-Bezeichnungen korrigiert. Auf Grund von Erfahrungen im letzten Ausbildungsjahr wurden auch Ergänzungen und Änderungen in der ÖFB-Trainerordnung vorgenommen. Somit ergibt sich eine neue Ausbildungsstruktur, die ab 1. Juli 2016 offiziell in Kraft treten wird. Neu in die Trainerordnung aufgenommen wurde auch ein Kurs zum Erwerb des UEFA-Futsal-B-Diploms. Voraussetzung dafür ist die Jugendtrainerlizenz mit gültiger Ausbildungserlaubnis. Somit wird auch der Wunsch der Futsal-Vereine in Österreich nach einer eigenen, speziellen Ausbildung erfüllt. Die von den Landesverbänden in Kooperation mit den Bundessportakademien Graz, Innsbruck, Linz und Wien durchgeführten Lehrgänge zur UEFA-B-Lizenz wurden auch 2015 in allen Landesverbänden durchgeführt und die steigenden Teilnehmerzahlen zeigen, dass diese Lehrgänge von den Trainerkandidaten gut angenommen werden. Neu ist für die Landesverbände die Möglichkeit, vor dem Kinderdiplomkurs einen Kurzlehrgang für Kinderbetreuer durchführen zu können.

Breitenfußballaktivitäten auf vielen Ebenen
“Überall wo der Ball in Österreich rollt, wollen wir aktiv als Verband beteiligt sein. Das ist das Motiv für die Entwicklung des Breitensportes in Österreich.“ Kurz vor dem Anpfiff zum EM-Qualifikationsspiel Österreich gegen Moldawien im Wiener Ernst-Happel-Stadion wurde das österreichische Homeless World Cup Nationalteam vom ÖFB und von Sponsorenvertretern zur WM nach Amsterdam verabschiedet.

Ebenfalls im Rahmen eines Länderspiels wurden am 17. November 2015 die beiden Integrationsfußball-Weltmeister geehrt. Stellvertretend für ihre Teams übernahmen Ben al-Sayed (Libanon-Salzburg) und Asya Sari (Türkei Damen Salzburg) die WM-Pokale.

Anlässlich der 1. Europäischen Woche des Sports veranstaltete das Sportministerium als Österreich-Projekt am 19. September 2015 in Kooperation mit dem ÖFB eine Rad-Sternfahrt zum 15. TAG DES SPORTS auf dem Wiener Heldenplatz. ÖFB Teamchef Marcel Koller führte dabei als Teamleader in Rot-Weiss-Rot die Sternfahrt zum Wiener Heldenplatz, wo insgesamt mehr als 500.000 Besucher über den Tag verteilt anwesend waren.

Am 18. November 2015 präsentierten Integrationsminister Sebastian Kurz, ÖFB-Präsident Leo Windtner, Bundesliga-Präsident Hans Rinner, ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner und ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf im Wiener Ernst-Happel-Stadion die neue Aktion „Teamplay ohne Abseits“, die besseres Zusammenleben durch Sport fördert.

Dazu Präsident Leo Windtner: „Unsere Zielsetzung im Bereich des Breitenfußballs ist, alle Geschlechter und Altersgruppen aktiv für den Fußball zu begeistern. Wir wollen daher auch unser Angebot für die unterschiedlichen Zielgruppen ausweiten. Vom Kinderfußball begonnen bis über den Seniorenfußball sowie den gesamten nicht-organisierten Fußball. Unser Sport leistet wertvolle Impulse für unsere Gesellschaft und wir möchten den Fußballsport in allen gesellschaftlichen Schichten verankern“.

Erfolgsstory Schulfußball
Die Sparkasse Schülerliga wurde heuer bereits zum 40. Mal ausgetragen. Bei den Burschen waren 740 Schulen dabei, bei der UNIQA Mädchenfußball-Liga haben sich in diesem Jahr 214 Schulen angemeldet. Das Finale 2015 endete mit einem 3 : 0-Erfolg der Sport NMS Linz-Kleinmünchen gegen das HIB Graz-Liebenau in der Athletic Area in Schladming vor über 1.000 Zuschauern.

Bundesweiter Coca Cola Cup für U12 Teams
Der ÖFB veranstaltet seit 2005 jährlich gemeinsam mit den Landesverbänden und Coca-Cola in jedem Bundesland den Coca Cola Cup, die U12 Bundesmeisterschaft. In einem von Coca Cola perfekt organisierten Bundesfinale wird aus den jeweiligen Landessiegern der österreichische Coca-Cola Cupsieger ermittelt. Der SK RAPID Wien setzte sich heuer im des Finale im Penaltyschießen gegen den Admira/Wacker durch. Nationalspieler David Alaba hat die Patronanz dieses Bewerbs übernommen.

Dr. Leo Windtner besucht regelmäßig das Finale und ist begeistert: „Der Coca-Cola CUP ist eine super Sache – es ist der einzige Nachwuchsbewerb im Kinderfußball, der flächendeckend stattfindet. Die Mischung aus dem toll organisierten Wettbewerb und den sozialen Erlebnissen, kombiniert mit dem Einsatz von Galionsfiguren wie David Alaba machen etwas Einzigartiges aus diesem Bewerb.“

Initiativen im Bereich Futsal und Beach Soccer
Initiativen in den Bereichen Futsal und Beach Soccer sind sehr wertvolle Bereicherungen im breiten Angebot des Fußballs. Futsal wird in Österreich in zwei Ligen gespielt. Die erste Liga hat 10 Teams, die zweite Liga ist mit je acht Teams in Nord und Süd geteilt. Die Spiele werden über die Fußball-Plattform Fußballösterreich abgewickelt. Für die Administration ist der ÖFB verantwortlich.

Dazu Sportdirektor Willi Ruttensteiner: „Futsal hat in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung genommen. So wollen wir auch im Nachwuchsbereich entsprechende Akzente setzen. In den beiden ÖFB Futsal-Ligen sind bereits rund 500 aktive Spieler registriert. Österreichs größter Schulsportbewerb, die Sparkasse Schülerliga, wird den Hallenbewerb ebenfalls als Futsal Cup austragen.“

www.oefb.at

 

 

 

 

 

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