Entwurfsplan Ansicht Portierloge
Copyright: Atelier Architekt DI Georg Töpfer

Diese Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des historischen Engelstors beim Schlosspark Schönbrunn. Ziel des Projekts ist es, den Zugang zum Areal in unmittelbarer Nähe des Verkehrsknotens Kennedybrücke zu verbessern. Die Umsetzung erfolgt in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen dem Tiergarten Schönbrunn, der Schönbrunn Group, dem KHM-Museumsverband, zu dem die Kaiserliche Wagenburg am Areal gehört, und den Österreichischen Bundesgärten. Die Fertigstellung und Öffnung des neuen Zugangs sind für Herbst 2026 geplant.

Das Schloss Schönbrunn mit seinen Gärten sowie der Tiergarten Schönbrunn sind die beiden meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs und gleichzeitig ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Wiener Bevölkerung. Mit der Öffnung des Engelstors wird ein zusätzlicher Zugang zum Schlosspark geschaffen, der insbesondere für Besucherinnen und Besucher, die über die Kennedybrücke mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, eine direkte Verbindung zum Areal ermöglicht.

Die Koordination des Projekts erfolgt über den Tiergarten, der als Bauwerber auftritt. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt erfolgreich anstoßen konnten und jetzt gemeinsam umsetzen. Unseren Gästen, die mit der U-Bahn anreisen, ermöglicht die Öffnung des Engelstors künftig einen direkten Zugang zum Schlosspark. Anstatt entlang der stark frequentierten Straße zu gehen, können sie bequem durch den wunderschönen Schlosspark zum Haupteingang des Tiergartens schlendern“, so Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

„Mit der Öffnung des Engelstors machen wir Schönbrunn an einer weiteren Stelle zugänglich – für unsere Gäste ebenso wie für die Menschen in Hietzing. Uns war wichtig, gemeinsam mit dem Tiergarten Schönbrunn, dem KHM-Museumsverband und den Bundesgärten eine Lösung zu schaffen, die dem Areal, den Besucherinnen und Besuchern und auch der Nachbarschaft gleichermaßen gerecht wird“, sagt Mag. Klaus Panholzer, Geschäftsführer der Schönbrunn Group.

Die Öffnung des Engelstors stärkt das gesamte Kulturareal Schönbrunn – und damit auch die Kaiserliche Wagenburg. Sie ist ein einzigartiger Ort, an dem die Geschichte der Habsburger in ihrer Nähe zur Hofkultur unmittelbar erlebbar wird. Durch den neuen Zugang wird die Wegeführung für unsere Besucherinnen und Besucher deutlich komfortabler und die Wagenburg rückt noch näher an das Zentrum des Gästeerlebnisses heran. Wir freuen uns, dieses bedeutende Projekt gemeinsam voranzubringen und Schönbrunn damit noch zugänglicher und lebendiger zu machen“, so Jonathan Fine, Ph.D., Generaldirektor KHM-Museumsverband.

Schönbrunner Engelstor
Copyright: Schönbrunn Group

Für Wien ist dieses Projekt ein gutes Beispiel dafür, wie durch enge Zusammenarbeit mit starken Partnern ein wichtiger Ort wie Schönbrunn noch besser zugänglich gemacht werden kann. Mit dem neuen Zugang wird Schönbrunn noch stärker mit der Stadt verbunden und der Erholungsraum für die Wienerinnen und Wiener aufgewertet. Gerade an einem stark frequentierten Verkehrsknoten entsteht damit ein spürbarer Mehrwert für die Menschen in unserer Stadt“, sagt Wiens Bürgermeister Dr. Michael Ludwig. Das Projekt wurde von der Stadt Wien maßgeblich unterstützt und von der Hietzinger Bezirksvorsteherin Mag. Johanna Zinkl sehr begrüßt.

Historisches Vorbild für neue Portierloge

Zentraler Bestandteil des Projekts ist die Errichtung einer Portierloge innerhalb der Schlossmauern im Eingangsbereich des Engelstors, um den Zugang zu betreuen. Zusätzlich wird als Sicherheitsmaßnahme eine Polleranlage installiert, wie sie bereits bei den anderen Toren des Schlossparks zum Einsatz kommt. Das Engelstor wird künftig für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Einsatzfahrzeuge geöffnet. Die Portierloge orientiert sich architektonisch an der historischen „Wachstube“, die sich früher am Engelstor befand und nach Kriegsschäden und vermutlich im Zuge der Neugestaltung der Kennedybrücke abgetragen wurde.

Planung auf Basis historischer Grundlagen

Grundlage der Planung war ein historisches Foto, auf Basis dessen eine Studie vom Atelier Architekt DI Georg Töpfer erstellt wurde, die von der Magistratsabteilung 19 und dem Bundesdenkmalamt positiv beurteilt wurde. „Die große Herausforderung bestand darin, auf Basis sehr weniger historischer Grundlagen ein Gebäude zu rekonstruieren. Nachdem sich das Gebäude innerhalb eines UNESCO-Welterbeareals befindet, wurde diese Vorgangsweise von allen Beteiligten bevorzugt. Die Rekonstruktion dieses historischen Bauwerks war daher eine besondere Aufgabe“, erklärt Architekt DI Georg Töpfer, der bereits für zahlreiche Restaurierungsprojekte im Schloss Schönbrunn verantwortlich zeichnet.

Aufnahme des Wächterhäuschen, vermutlich nach 1945
Copyright: Schönbrunn Group

Traditionelle Bauweise

Das Gebäude wird mit traditionellen Materialien und Techniken errichtet – als Ziegelbau mit Kalkmörtelputz und Holzdachstuhl. Im Inneren wird die Portierloge funktional an heutige Anforderungen angepasst und unter anderem mit einer Sanitäranlage sowie moderner Kommunikationsinfrastruktur ausgestattet.

Die Bauarbeiten beginnen mit Aushub- und Fundamentarbeiten. Danach folgen die Errichtung der Ziegelwände, der Dachstuhl sowie Verputz- und Innenausbauarbeiten.

Die Projektkosten sind mit rund 650.000 Euro budgetiert. Sie beinhalten die Kosten der Polleranlage, die zur Gänze von der Schönbrunn Group übernommen werden. Die übrigen Kosten werden vom Tiergarten Schönbrunn, der Schönbrunn Group und dem KHM-Museumsverband getragen. Die Portierloge wird künftig ganzjährig betrieben. Die Besetzung erfolgt mit Unterstützung der Österreichischen Bundesgärten.       

Österreichische Bundesgärten

www.bundesgaerten.at

Back to Top