Gemäß Zählungen leben 25.000 Eisbären in Freiheit. Das Eis schmilzt den Tieren jedoch unter den Pfoten weg. In Zoos haben sie Überlebens-Chancen, wenngleich die Tiere eingesperrt sind. Foto: Olsen
Gemäß Zählungen leben 25.000 Eisbären in Freiheit. Das Eis schmilzt den Tieren jedoch unter den Pfoten weg. In Zoos haben sie Überlebens-Chancen, wenngleich die Tiere eingesperrt sind. Foto: Olsen

Am 27. Februar 2015 war Welteisbärentag. Die österreichisch-deutsche Tierrechts- und Tierschutzorganisation EndZOO nahm diesen Tag als Anlass, um auf die anhaltende Leidenssituation und Tierquälerei der beiden Schönbrunner Eisbären LYNN und RANZO aufmerksam zu machen. Seit ihrer Ankunft zeigen beide Individuen ausgeprägte und lang andauernde Verhaltensstörungen und -auffälligkeiten. Eisbärin LYNN ist am stärksten verhaltensgestört. Sie läuft oft stundenlang (Laufstereotypie oder Pacing) zwischen zwei bestimmten Punkten des linken Geheges hin- und her und zeige dabei auch die Verhaltensauffälligkeit des Herausstreckens und Einziehens der Zunge. Aber auch Eisbär RANZO zeigt in unregelmäßigen Zeitabständen die Verhaltensstörung des Hin- und Herlaufens im oberen Bereich des rechten Areals.

Trotz aller Beschäftigungsversuche (Spielzeug) und haarsträubenden Ausreden des Zoos, wie „die Bären sind noch in der Eingewöhnungsphase“ oder „Verhaltensstörungen aufgrund der beengte Haltung im vorherigen Zoo“, haben sich die Verhaltensstörungen sogar noch gefestigt. „Dies ist kein reines Schönbrunn-Tierqual-Phänomen.“, sagt EndZOO. So beweisen verschiedenste Studien, dass Eisbären grundsätzlich unter den Bedingungen der Zoo-Gefangenschaft leiden und dies mit Verhaltensstörungen und -auffälligkeiten deutlich sichtbar zum Ausdruck bringen. Für EndZOO ist es demnach nicht verwunderlich, dass zum Beispiel Eisbär NANUQ, 2007 in Wien geboren, ebenfalls Verhaltensstörungen in der Zoo-Gefangenschaft von Hannover zeigt. EndZOO fordert Wien heute auf, seine tierquälerische Eisbärenhaltung endlich auslaufen zu lassen und mit der räumlichen Trennung der Eisbären LYNN und RANZO für eine möglicherweise kurzfristige Leidminderung zu sorgen. Denn oft ist die zu große räumliche Nähe ein Auslöser von Dauerstress, beim überwiegend einzelgängerisch lebenden Eisbären. Zumal beide Individuen miteinander verwandt sind und bei frühzeitiger Geschlechtsreife eine erhebliche Gefahr der Inzucht besteht.

„Es ist nachgewiesen, dass Eisbären die solch ausgeprägte und lang anhaltende Verhaltensstörungen wie LYNN und RANZO zeigen, oft in einem Zustand von Dauerstress sind und extrem unter den Bedingungen des nicht-einzelgängerischen Sozialverhaltens, der Beengtheit, der Langeweile und erheblichen Reizarmut extrem leiden. Hier kann eindeutig von durchgängiger und lebenslanger Tierquälerei gesprochen werden. Dies ist jedoch kein Wunder, durchstreifen Eisbären in Freiheit Gebiete von bis zu 600.000 Quadratkilometer. In einem dokumentierten Fall schwamm eine freilebende Eisbärin ununterbrochen 232 Stunden und legte dabei fast 700 Kilometer zurück. Eine artgerechte Eisbärenhaltung kann es also nie geben! Artgerecht ist immer nur die Freiheit!“, so Zoo-Experte und EndZOO Sprecher Albrecht abschließend.

Anbei ein Video, das die Verhaltensstörungen von Eisbärin LYNN und Eisbär RANZO zeigt:

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EndZOO ist eine internationale Tierrechts-, Tierschutz- und Artenschutzorganisation. Nicht-menschliche Tiere in der Zoo-Gefangenschaft haben auch ein Recht auf Leben, persönlicher Freiheit und das Recht auf körperlicher und psychischer Unversehrtheit. Daher setzen wir uns für ein schnellstmögliches Auslaufen aller Zoo-Gefangenschaften ein. Zudem fordern wir weitestgehend leidmindernde Zoo-Haltungsbedingungen und wir treten für den Schutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume in Freiheit ein.

http://endzoo.at

 

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