Siegfried Lowitz (rechts) war „Der Alte“-Kommissar der ersten Stunde. Seit 1977 läuft dieses beliebte Krimiformat im TV. Michael Ande (links) und Jan Hendriks (Bildmitte) waren von Anbeginn an dabei. Foto: ZDF

35 Jahre ist es her, als Siegfried Lowitz alias Erwin Köster in „Der Alte“ letztmals über den Bildschirm flimmerte. Dass es genau diese Fernsehserie auch heute noch gibt – was man von den seinerzeitigen Straßenfegern wie „Der Kommissar“ mit Erik Ode und „Derrick“ mit Horst Tappert als ermittelnde Münchner Kriminalhauptkommissare leider nicht behaupten kann – würde unseren hier beschriebenen Hauptdarsteller von einst bestimmt sehr freuen.

Freitag, 10. Jänner 1986, 20.15 Uhr, FS 1

„Aufmachen! Hier Kommissar Köster!“, so ein laut rufender „Der Alte“-Kommissar, während er an der Tür eines verschlossenen Bootshauses rüttelt, in dem sich ein vermeintlich Verdächtiger befinden soll. Dann zerreißt ein Schuss die ländliche Ruhe-Idylle. Aufmerksame Leser – und TV-Konsumenten – werden sich bestimmt daran erinnern, dass auch im „Der Alte“-Vorspann am Beginn stets ein Revolverschuss fiel, ehe man den nun ermittelnden Kriminalhauptkommissar aus sämtlichen Blickwinkeln zu Gesicht bekam. Dass nun genau dieser Schuss dem Hauptdarsteller galt, so war damals der Wunsch von Siegfried Lowitz. 

Ein Köster geht nicht in Pension

„Der Alte“ fällt nach dem zuvor ertönten Schuss zu Boden. Er blutet. Schwerverletzt wird Kommissar Köster ins Krankenhaus abtransportiert. Sämtlichen anderslautenden Gerüchten zum Trotz verstirbt er dort. Sein – wenn man so will – Ziehsohn Gerd Heymann, jahrelang perfekt dargeboten von Michael Ande, verkündet die traurige Botschaft: „Der Alte ist tot!“

Der Hauptdarsteller dazu

„Ich hätte mir mein TV-Ende sehr gerne angesehen, aber ich stehe just zu diesem Ausstrahlungstermin in Freising auf der Bühne.“, so Siegfried Lowitz über die letzte von 100 „Der Alte“-Folgen, die im Frühling 1985 gedreht wurde.

Das Ende einer Ära

Von 1977 bis 1986 ermittelte Siegfried Lowitz, der nie halbe Sachen machte, in „Der Alte“, was gleichbedeutend für 100 aufgeklärte Morde, über 1.000 Drehtage und knapp 6.000 Krimiminuten im TV stand. Über 3 Millionen Fernsehzuschauer in Österreich und 14 Millionen Krimifans im damals noch geteilten Deutschland trauerten um ihren beliebten Fernseh-Kommissar aus München.

Der Alte ging in die Verlängerung

… und das bis heute. Rolf Schimpf setzte Ende Februar 1986 nahtlos als der neue „Der Alte“-Kommissar in dieser Rolle an und ermittelte bis ins Jahr 2007 in München. Auf ihn folgte in der Zeit von 2008 bis 2012 Walter Kreye, ehe seit nunmehr 9 Jahren Jan-Gregor Kremp erfolgreich auf Verbrecherjagd in München geht.

TV-Krimi am Freitag

Das Format des TV-Krimis am Freitagabend ist bis in die heutige Zeit geblieben. Lediglich ein Umstand ist anders: Krimifans haben heutzutage schier rund um die Uhr auf zahlreichen Kanälen die Möglichkeit, ihrem Hobby zu frönen. In damaliger Zeit, in den 1970er und 1980er Jahren waren gute Krimis im Fernsehen wahrlich dünn gesät, wenngleich die, die ausgestrahlt wurden, sich großer Beliebtheit erfreuen konnten. Zu dem eingangs erwähnten „Der Kommissar“, den Erik Ode in den Jahren 1969 bis 1976 herrlich spielte, gesellte sich von 1974 bis 1998 Stephan Derrick, wunderbar verkörpert von Horst Tappert hinzu. Das Krimiformat sah vor, dass Fritz Wepper, der zuerst bei „Der Kommissar“ als Harry Klein ermittelte, quasi mit wehenden Fahnen zu „Derrick“ übersiedelte. Seinen freigewordenen Platz bei „Der Kommissar“ nahm nun sein Bruder Elmar Wepper ein. Sämtliche drei Fernsehproduktionen waren damals im deutschsprachigen Raum überaus beliebt und zahlreiche junge Schauspieler absolvierten Gastrollen, die ihnen auf ihrem weiteren beruflichen Werdegang sehr nützlich waren.

Siegfried Lowitz (* 1914, † 1999)

Um Siegfried Lowitz wurde es nach seinem Ausscheiden aus „Der Alte“-Serie auch nicht still, man konnte ihn bis ins Jahr 1997 im Fernsehen bewundern. Dennoch weiß man allerdings heute, dass mit seinem Ausscheiden damals auch eine andere Zeit der Verbrecherjagd Einzug hielt. Jene bierselige und Leberkäse verzehrende Gemütlichkeit anhand von gedanklicher Ermittlungsarbeit im Kommissariat wich mehr und mehr der Brutalität und anderweitig widerwärtigen Dingen, die das moderne Leben heutzutage mit sich bringt. In den 1970er und frühen 1980er Jahren lief allerdings alles noch ein bisserl gemächlicher und weniger gewaltsam im Fernsehen ab. Und genau dieser Umstand ist es, der heute teilweise schmerzlich vermisst wird, wenngleich sich das Rad der Zeit natürlich nicht zurückdrehen lässt.

Quelle: oepb

Link zu den Hauptdarstellern;

www.zdf.de/serien/der-alte

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