Haus der Geschichte Österreich mit verstärktem Bildungsangebot und neuem Animationsfilm „Zerbrechliche Demokratie. Österreich 1918 bis 1948“.

Vor dem morgigen 84. Jahrestag der „Anschlussrede“ Adolf Hitlers, im Umfeld eines erneut kriegsgeschüttelten Europas und unzulässiger historischer Vergleiche auf Corona-Demonstrationen, bezieht das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) Stellung und rückt das Thema Demokratie noch mehr als bisher in den Fokus. Das Museum verstärkt das breite Bildungsangebot weiter und schafft neue Angebote für Jugendliche und Erwachsene. Präsentiert wird auch ein neuer Animationsfilm, der die vulnerablen politischen Entwicklungen in Österreich von 1918 bis 1948 in neun Minuten auf den Punkt bringt. „Zerbrechliche Demokratie“ ist im hdgö zu sehen und frei abrufbar auf der Webplattform des Zeitgeschichtemuseums.

Die jüngsten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Österreich und Europa haben das Haus der Geschichte Österreich veranlasst, die bereits vielfältigen Vermittlungsangebote auszubauen und einen Schwerpunkt auf Demokratiebildung zu setzen. Für Kinder und Jugendliche sind sieben Workshops buchbar, die sich mit den Themen der Mitbestimmung, der gleichen Rechte, der Meinungsbildung im Zeitalter des Internets oder mit der „grenzenlosen“, weil verwobenen Geschichte Österreichs mit Europa und der Welt beschäftigen. Die komplexen Entwicklungen in Österreich zwischen den Jahren 1918 bis 1948 fasst der neue Animationsfilm „Zerbrechliche Demokratie“ kompakt und verständlich zusammen. Er ist im Museum zu sehen und ab heute online frei abrufbar.
 
„Es ist ein Gebot der Stunde, in einem von Krieg erschütterten Europa und zu den historischen Jahrestagen des ‚Anschlusses‘ 1938, Demokratie ins Zentrum zu rücken. Demokratische Errungenschaften, Freiheit und Frieden sind nicht selbstverständlich, wie uns gerade vor Augen geführt wird. Ich bin überzeugt, nur mit einem fundierten Blick zurück versteht man heutige Zusammenhänge besser. Wer die Vergangenheit kennt, schätzt den Wert von demokratischen Rechten anders ein und kann in Gegenwart und Zukunft verantwortungsvoll entscheiden. Das vermitteln wir als Schwerpunkt in unseren Ausstellungen, aber gerade jetzt ist es mir wichtig, auch unser Bildungsangebot in diesem Bereich nochmals zu verstärken – im Haus ebenso wie digital“, sagt hdgö-Direktorin Monika Sommer.

„Zerbrechliche Demokratie“: Animationsfilm über Österreich von 1918-1948

In neun sehenswerten Minuten erzählt der neue Animationsfilm des hdgö kompakt 30 Jahre österreichischer Geschichte. Er startet beim Aufbau der demokratischen Republik ab 1918, zeigt den Weg zu Gewalt, Diktatur und NS-Terror in den 1930er- und 1940er-Jahren und endet bei der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 – für die wir auch heute immer wieder kämpfen müssen.
 
Monika Sommer: „Gerade in Zeiten von viel Desinformation wollen wir bewusst einen fundierten Kontrapunkt setzen. In akribischer Arbeit ist dieses faktenbasierte Video in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften entstanden. Wir schauen zurück auf Zeiten, in denen Schritt für Schritt die demokratische Republik errichtet und wieder zerstört wurde. Der Animationsfilm ist online auf der hdgö-Webseite und auf Youtube frei zugänglich, auch der Einsatz im Schulunterricht ist kostenlos und ausdrücklich erwünscht. Die Auseinandersetzung mit der jüngsten österreichischen Geschichte und mit der Gegenwart in der Ukraine zeigt die Verletzlichkeit der Demokratie und der Menschenrechte, für deren Erhalt wir uns einsetzen müssen.“
 
Der animierte hdgö-Kurzfilm ist in Zusammenarbeit zwischen den ÖAW-HistorikerInnen Johannes Feichtinger und Heidemarie Uhl, dem Vermittlungsteam des hdgö unter der Leitung von Eva Meran und dem Zeichner Artur Bodenstein sowie superhausfilm.com entstanden. Ab heute ist „Zerbrechliche Demokratie. Österreich 1918 bis 1948” in der Hauptausstellung des hdgö und auf der Webplattform www.hdgoe.at zu sehen. Ein weiterer, ebenfalls frei zugänglicher Animationsfilm erzählt die Geschichte des Wahlrechts in der Habsburgermonarchie vor 1918: www.hdgoe.at/wahlrecht.

Demokratie im Brennpunkt, off- und online im hdgö: In Ausstellungen, im Web, in Workshops

Zahlreiche Aktivitäten des hdgö fokussieren auf demokratische Errungenschaften oder deren Missachtung. Dazu zählen eigene Themenbereiche der Hauptausstellung etwa rund um Verfassung, Wahlen oder gleiche Rechte und Wechselausstellungen wie aktuell „Heimat großer T*chter. Zeit für neue Denkmäler“. Auch online und somit unbeschränkt zugänglich macht das hdgö Geschichtswissen gut aufbereitet verfügbar und auf mobilen Endgeräten abrufbar: Mit hunderten Beiträgen im eigenen „Lexikon zur Zeitgeschichte“, einem Audio-Themenweg zur „Demokratie als Prozess“  oder etwa einer Web-Ausstellung zu „Europa der Diktaturen“, die unter eine völlig neue Übersicht über den gesamten Kontinent von 1914 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs schafft.

Im Mittelpunkt steht aber der Dialog mit den BesucherInnen jeden Alters: „Vermittlung ist das Herz unserer Institution“, sagt Direktorin Sommer. Insbesondere für Schulen bietet das hdgö vielfältige Workshops und auch frei verfügbares Unterrichtsmaterial zum Download. Eva Meran, Leiterin der hdgö-Vermittlung: „Wir haben uns in kürzester Zeit als außerschulischer Lernort etabliert. Das nützen wir, um auf wichtige Themen der Demokratie einzugehen. Wir haben speziell für Jugendliche in Schulklassen oder in Berufsausbildung eine Reihe an Workshops konzipiert. Wir besprechen zum Beispiel, welche Rechte es gibt und woher diese kommen, was Demokratie für jede/n Einzeln/n im Alltag bedeutet, aber auch Themen wie Medien oder Grenzen. Wir sind überzeugt, damit den Unterricht ideal zu ergänzen und laden alle Lehrenden ein, unser Angebot kennenzulernen.“   
 
Alle Workshops sind unter abrufbar.

Quelle und Foto: Haus der Geschichte Österreich / HdGÖ

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Das Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ)  

Das Haus der Geschichte Österreich ist das erste zeitgeschichtliche Museum der Republik und organisatorisch an die Österreichische Nationalbibliothek angebunden. Angesiedelt am geschichtsträchtigen Heldenplatz in der Neuen Burg, bietet das HdGÖ in seinen Ausstellungen Einblicke in die wichtigsten politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen des letzten Jahrhunderts bis ins Heute. Außergewöhnliche Objekte, teils noch nie gezeigte Dokumente und interaktive Medienstationen machen Zeitgeschichte für Klein und Groß erlebbar – in historischen Räumen mit zeitgemäßer Architektur und Gestaltung.  Viele Fragen und Themen der österreichischen Zeitgeschichte mit Blick auf Gegenwart und Zukunft werden in Themenführungen, Workshops und Veranstaltungen diskutiert. Für alle, die unterwegs oder zu Hause neugierig auf Geschichte sind: Eigene Web-Ausstellungen, aktuelle Schwerpunktthemen und interaktive Bildersammlungen bieten unter www.hdgoe.at immer wieder Neues aus der Vergangenheit.

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