Weil in Österreich sowohl der großvolumige als auch der private Wohnbau dramatisch eingebrochen sind, sieht sich die heimische Bauwirtschaft mit einer massiven Krise konfrontiert. Wurde 2019 noch der Neubau von 69.900 Wohneinheiten bewilligt, ist diese Zahl seither kontinuierlich auf zuletzt nur mehr 33.900 Baubewilligungen im Jahr 2023 gesunken. Für 2024 wird ein weiterer Rückgang erwartet.

Gründe dafür sind die inflationsgetriebene Preis- und Zinsentwicklung, ein darauf nicht vorbereitetes Wohnbauförderungssystem, zu strenge Kreditvergabe-Richtlinien für private Bauherren und Wohnungssuchende sowie bürokratische Hemmnisse bei Grundstückswidmungen und Bauverfahren. Führende Vertreter der heimischen Bauwirtschaft, die sich zur Initiative „Mehr Zuhaus‘ in Österreich!“ zusammengeschlossen haben, fordern von der Politik in Bund und Ländern ein sofortiges Gegensteuern.

„Dass die Bundesregierung im Herbst 2023 ein Konjunkturpaket für den Wirtschaftsstandort angekündigt hat, ist natürlich grundsätzlich zu begrüßen, denn es zeigt zumindest ein Problembewusstsein. Allerdings treffen diese Maßnahmen nicht den Kern des Problems, nämlich die ausbleibende Baunachfrage im Bereich des großvolumigen Wohnbaus und des privaten Neubaus“, stellt Robert Jägersberger, Bundesinnungsmeister der Bundesinnung Bau in der Wirtschaftskammer Österreich und Landesinnungsmeister in Niederösterreich, fest.

Um die Nachfrage in diesen Marktsegmenten zu stabilisieren, brauche es zielgerichtete Maßnahmen, welche direkt die Investitionsbereitschaft der Bauherren und Hausbauer stimulieren. Die Verantwortlichen in Bund und Ländern müssten jetzt entschlossen handeln, „denn der Bedarf an leistbarem Wohnraum betrifft letztlich alle Menschen in Österreich und ihre Zukunft, nicht nur die Bauwirtschaft“, betont Jägersberger.

„Die Kreditvergabe-Richtlinien der Finanzmarktaufsicht gehen an der Einkommensrealität der österreichischen Familien und am Wohnungsmarkt vollkommen vorbei. Sie verhindern, dass neue Wohnungen gebaut und finanziert werden und treiben die Mieten nach oben“, kritisiert Georg Bursik, Geschäftsführer von Baumit Österreich.

Die Eigenkapitalquote sollte daher gesenkt oder durch staatliche Fördermaßnahmen, zum Beispiel zinsfreie Kredite, gestützt werden. Die monatlich mögliche Kreditrate für Wohnraumschaffung sollte auf 60 Prozent des Haushaltseinkommens angehoben werden beziehungsweise für Besserverdienende zur Gänze entfallen. „Es kann nicht sein, dass die kleinen Häuslbauer die Rechnung für Fehler in der Zins- und Förderpolitik und für Großinsolvenzen bezahlen“, bemängelt Bursik.

Foto: © Pixabay

www.mehrzuhaus.at

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