Bauernbund-Präsident Georg Strasser (im Bild) fordert Bundesminister Rudolf Anschober auf, die Herkunftskennzeichnung jetzt endlich umzusetzen, denn Anschober ist nun aus Sicht des Bauernbundes gefordert, seinen bisherigen Worten rasch Taten folgen zu lassen. Foto: © Bauernbund
 

Eine transparente Kennzeichnung ist seit Jahren eine zentrale Forderung des Österreichischen Bauernbundes. Der vorliegende Entwurf des Gesundheitsministeriums zur Kennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung geht aber nicht weit genug, wie heute bei einem Gipfel zur Herkunftskennzeichnung in der Landwirtschaftskammer Österreich betont wird. Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser dazu: „Wir begrüßen, dass endlich ein Entwurf auf dem Tisch liegt. Dieser erste Schritt enthält aber lediglich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für die Produkte Rindfleisch und Eier. Das geht uns zu wenig weit. Wir wollen verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier in der Gemeinschaftsverpflegung und in verarbeiteten Lebensmitteln ab 2021 – so wie es im Regierungsprogramm steht. Hier ist Bundesminister Anschober gefordert, noch einmal nachzuschärfen.“

Bauernbund nicht bereit für abgespeckte Version

Bei verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung bei Rindfleisch und -erzeugnissen, Eiprodukten und bei Obst und Gemüse ist eine Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung rechtlich möglich. Das bestätigt ein Rechtsgutachten von Europarechtsexperten Univ.-Prof. Dr. Walter Obwexer„Die vollständige Umsetzung ist laut Rechtsgutachten möglich. Was jetzt vorliegt, ist eine abgespeckte Version der geplanten Herkunftskennzeichnung.“, unterstreicht Strasser.

Transparenz sollte gemeinsames Ziel sein

Die vollständige Umsetzung des Regierungsprogramms ist weiterhin gemeinsames Ziel. „Konsumenten wissen nicht, woher das Essen kommt. Sie haben sich Klarheit und Wahlfreiheit in Kantinen und vor Supermarktregalen verdient. Ich hoffe, dass wir das gemeinsame Vorhaben heuer in vollem Umfang umsetzen und in Kraft treten lassen können.“, so Strasser und fügt in Hinblick auf die Abwesenheit von Bundesminister Anschober beim Kennzeichnungsgipfel hinzu. „Ich verstehe nicht, warum Bundesminister Anschober lieber über deutsche Putenhalter spricht, anstatt mit uns über die längst fällige Umsetzung der Herkunftskennzeichnung in Österreich. Denn was nützen uns höchste Standards österreichischer Putenhalter, wenn der Konsument die Herkunft des Putenfilets nicht erkennt.“, so der Bauernbund-Präsident abschließend.

Quelle: Bauernbund

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