Blick auf Teotihuacan, die die Azteken bei ihrer Einwanderung ins mexikanische Hochland bereits als Ruinenstadt vorfanden, da seit Jahrhunderten verlassen. Sie sahen darin einen mythischen Ort und gaben ihr den bis heute fortlebenden Namen Teotihuacan, der so viel bedeutet wie „Wo man zu einem Gott wird“. Foto: © Javier Torres Madrigal from Pixabay
 

Mexiko – das Land der Azteken und der Tempel, der fruchtbaren Ebenen und vegetationslosen Gebirgszüge. Das mittelamerikanische Land besticht einfach auch durch seine Kontraste. Die Wüsten des Nordens, die Wälder des Südens, die tropischen Meere samt den über eintausend Kilometer langen weißen Sandstränden und die malerischen Gebirge. All das macht Mexiko zu einem unvergesslichen und beindruckenden Erlebnis. Mexiko ist aber auch ein Land oft voller erschreckender Gegensätze. Im Umkehrschluss allerdings auch eine Nation voller freundlicher und liebenswerter Menschen. Von den knapp 130 Millionen Einwohnern leben heute im Ballungsraum der Hauptstadt Mexiko-City über 21 Millionen Menschen. Horrende Zahlen, die für den gemeinen Mitteleuropäer aufgrund ihrer Üppigkeit schier unvorstellbar sind.

Jahrtausendealte Geschichte

Nach aktuellem Forschungsstand gehen die ersten Besiedlungen um etwa bis 22.000 Jahre zurück. Erste Spuren von Ackerbau finden sich von 1500 bis 900 vor Chr. Etwa 1500 vor Chr. wurde die Stadt Tlatilco im Tal von Mexiko besiedelt, die erst im 4. Jahrhundert vor Chr. wieder aufgegeben wurde. Tlatilco stand unter anderem unter dem kulturellen Einfluss der Olmeken. Komplexere Kulturen bildeten sich in der Zeit von 900 bis 300 vor Chr. Zwischen 100 und 900 nach Chr. entstanden die mesoamerikanischen Zivilisationen. Daraus entwickelten sich die Kulturen der Maya, Olmeken, Tolteken und Azteken. Um 1500 nach Chr. waren die Azteken das beherrschende Volk im Gebiet des heutigen Mexikos.

Die historische Vergangenheit lockt Reisende aus aller Welt nach (spanisch) Méjico. Die Pyramiden und Tempel, die den zahllosen Göttern galten und die von den damaligen Bewohnern erschaffen wurden, sind von bedeutender historischer und kultureller Pracht. Die bekanntesten vorspanischen Kulturen lebten besagte Mayas und Azteken. Über zehntausend archäologische Gebiete auf dem gesamten Territorium stellen heute noch Relikte dieser abhanden gekommenen Volksstämme dar. Gerade im Zentrum der Hauptstadt Mexiko-City gibt es viele stille Zeugen, die von der Anwesenheit der Aztken sprechen.

Das Wappen auf der Flagge Mexikos geht auf eine aztekische Legende über die Gründung von Tenochtitlan zurück. Dieser zufolge suchte das damals noch nomadisch lebende Azteken-Volk nach einem Zeichen, das den genauen Ort ihrer zu gründenden Hauptstadt anzeigte. Foto: © DavidRockDesign from Pixabay

Zur Geschichte der Azteken

Die Azteken waren ein kriegerisch geltender Indianerstamm, der im 14. Jahrhundert von Norden aus in das Hochtal von Mexiko gelangte und dort auf einer Seeinsel seine Hauptstadt Tenochtitlan errichtete. Von ihren gleichfalls sprechenden Nachbarn, den Nahua, übernahmen sie die alte Kulturtradition Mesoamerikas (großräumige Gebiete in Mittelamerika). Seit dem frühen 15. Jahrhundert eroberten sie als führender Partner des Dreibunds gemeinsam mit Tetzcoco und dem Stadtstaat Tlacopan weite Teile Mesoamerikas, machten sich dabei allerdings durch Menschenopfer und Tributforderungen verhasst.

Hernán Cortés

Mit dem Ziel einer Eroberung des Aztekenreiches landete der spanische Konquistador Hernan Cortes in Mexiko. Am Gründonnerstag, 21. April 1519 geht er an Land und gründet die Siedlung Villa Rica de la Vera Cruz (Reiche Stadt des wahren Kreuzes). Im September des gleichen Jahres zieht Cortes in die Stadt Tlaxcala ein. Die Größe und der Wohlstand dieses Ortes bestärkt die Spanier in ihrer Überzeugung, auf dem Weg ins sagenumwobene Goldland El Dorado zu sein. Der aus dem niederen spanischen Adel stammende Cortes war 1504 nach Hispaniola (Haiti) gekommen und hatte sich dort als Landwirt niedergelassen. 1511 siedelte er nach Kuba über und brachte es dort zu Reichtum. Nachdem er mit seinem Expeditionskorps von etwa 600 Mann, bewaffnet mit Musketen und einigen leichten Geschützen, an Land gegangen ist, lässt er heimlich seine Schiffe versenken, um seinen Männern zu zeigen, dass es kein Zurück mehr gibt.  

Spanischer Eindringling

Vor dem Einzug von Hernán Cortés in Tlaxcala muss er erst den Widerstand der dort wohnenden Indianer überwinden, die jedoch später zu seinen treuesten Mitkämpfern werden und ihm gegen die Azteken wichtige Hilfsdienste leisten. Der Aztekenherrscher Moctezuma II. Xocoyotzin hat inzwischen von der Landung erfahren. In dem Glauben, die alte Weissagung werde sich nun erfüllen und der vor Urzeiten nach Osten gesegelte Gott Quetzalcoatl werde zurückkommen, sendet Moctezuma (zu deutsch: Montezuma) Boten mit umfänglichen Geschenken zu den Spaniern. Da die Wiederkehr des Gottes Leid und Elend mit sich bringen soll, versucht Moctezuma II. dadurch die Gottheit von seiner Hauptstadt fernzuhalten. Die Geschenke jedoch vergrößern nur die Begehrlichkeit der spanischen Eindringlinge.

Zwei Jahrhunderte lang war Tenochtitlan die Hauptstadt des Aztekenreiches. Erst als die spanischen Eroberer kamen, war es um die Stadt geschehen. Foto: © Krocker Klaus from Pixabay

Untergang der Azteken

Im Juni 1520 befindet sich Moctezuma II. Xocoyotzin in spanischer Gefangenschaft. Er wird dort Ende Juni 1520 als neunter und letzter Herrscher der Azteken von den Angehörigen seines eigenen Volkes ermordet, als er den sich erhebenden Widerstand gegen die Konquistadoren beschwichtigen will. Bei ihrer Ankunft in Tenochtitlan am 8. November 1519 waren die Spanier zunächst freudig begrüßt worden, weil sie in Hernan Cortes die Verkörperung des weißen Gottes Quetzalcoatl sahen. Religiöse und magische Vorstellungen bestimmten das Leben der Azteken. Eine Eigentümlichkeit ihrer Religion stellen die Menschenopfer dar. Sie glaubten, dass die Götter fortwährend blutige Opfer als Nahrung brauchen, um existieren, das Leben erhalten und Katastrophen von den Menschen abwenden zu können. Möglicherweise spielen bei dem Brauch auch volkswirtschaftliche Gründe eine Rolle: Nahrungsmangel und Überbevölkerung. Das Menschenopfer gilt als heilige Handlung: geopfert werden zum überwiegenden Teil Sklaven und Kriegsgefangene. Die religiösen Vorstellungen wirkten sich auch in der Kunst aus, die Bildhauerei der Azteken stellt unerbittliche und blutgierige Götter dar. An der Spitze des militärisch ausgerichteten Aztekenreiches stehen der Herrscher, die Priesterschaft, die Militärkaste und die hohen Beamten. Nur ihnen steht privater Besitz zu. Die Klassenunterschiede werden strengstens beachtet. Die prächtige Hauptstadt Tenochtitlan mit ihren rund 250.000 Einwohnern lebt von den Tributen der unterworfenen Völker.

Auf den Ruinen der Azteken entsteht Mexiko-City

Vor 500 Jahren, am 13. August 1521, waren die Azteken von den Spaniern endgültig besiegt. Knapp ein Jahr nach der Eroberung beginnen die spanischen Einwanderer damit, auf den Azteken-Ruinen und deren versunkenen Hauptstadt Tenochtitlán mit dem Wiederaufbau. Sie nannten die neue Siedlung Mexiko. Die architektonische Anlage der späteren Stadt erfolgt nach dem kolonialspanischen Schachbrettmuster. Das Zentrum der neu erschaffenen Stadt Mexiko – heutiges Mexiko-City – bildet der Bezirk des ehemaligen aztekischen Haupttempels von Tenochtitlán. Der Eroberung dieser Stadt ging eine dreimonatige Belagerung durch die Spanier voraus, die mit der Gefangennahme des letzten Aztekenherrschers Cuauhtémoc im August 1521 endete. Ausgebrochen waren die Feindseligkeiten bereits 1520, als sich die Azteken mit Waffengewalt gegen die Zwangschristianisierung und Plünderungen der Spanier zur Wehr setzten.

Blick auf ein Tenochtitlan Model, aufgestellt im heutigen Mexiko-City. Foto: ©  branz2003 from Pixabay
 

Oswald Spengler

„Diese Kultur ist das einzige Beispiel für einen gewaltsamen Tod. Sie verkümmerte nicht, sie wurde nicht unterdrückt oder gehemmt, sondern einfach in der vollen Pracht ihrer Entfaltung gemordet und zerstört. So wie eine Sonnenblume, der ein Vorübergehender gedankenlos den Kopf abschlägt.“, so der deutsche Philosoph Oswald Spengler (* 29. Mai 1880, † 8. Mai 1936) über den unwiederbringlichen Untergang des Reiches der Azteken.

Schweres Erdbeben und Fußball-WM

Als am 19. September 1985 ein schweres Erdbeben Mexiko-City erschütterte, dabei scheinbar wahllos nur bestimmte Häuserblocks beschädigte und über 25.000 Menschen den Tod fanden, sprachen viele Gottesgläubige Mexikaner davon, dass dies eine späte Rache der ausgerotteten Azteken sei. Interessant dabei zu beobachten – trotz aller Katastrophe – war, dass es anhand der Versorgung der öffentlichen Einrichtungen, sowie Schäden bei Strom, Wasser und Telefon nur geringfügige Zerstörungen gab, die relativ rasch behoben wurden. Der Staat Mexiko kam nach 1970 abermals 1986 in die Gunst, eine Fußballweltmeisterschaft auszutragen. Der deutsche Sportartikelhersteller mit den weltberühmten „drei Streifen“ aus Herzogenaurach würdigte dies und nannte seinen offiziellen Weltmeisterschafts-Fußball schlicht und einfach adidas azteca.

Quelle: Redaktion www.oepb.at

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