
Das Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek feiert sein 70-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum präsentiert sich das weltweit einzigartige Museum nicht nur mit seiner bedeutenden Sammlung historischer Erd- und Himmelsgloben, sondern auch mit einem neu gestalteten multimedialen Ausstellungsraum.
Seit sieben Jahrzehnten lädt das Globenmuseum dazu ein, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Anlässlich des Jubiläums wurde nun ein neuer Bereich eröffnet, der den Globus aus ungewohnten Perspektiven zeigt: nicht ausschließlich als wissenschaftliches Instrument und Abbild der Erde, sondern auch als Symbol von Macht und Bildung sowie als beliebtes Motiv in Alltag, Kunst und Popkultur.

Mehr als 200 historische Globen
Das im Palais Mollard in der Wiener Innenstadt beheimatete Museum verfügt über mehr als 200 wertvolle Erd-, Planeten- und Himmelsgloben aus mehreren Jahrhunderten. Insgesamt umfasst die Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek mehr als 800 Objekte.
Die Dauerausstellung zeichnet die Entwicklung des Weltbildes von der Antike bis zu den Globen des 20. Jahrhunderts nach. Zu den besonderen Exponaten zählen ein Erd- und Himmelsglobus von Gerard Mercator aus dem Jahr 1541 beziehungsweise 1551 sowie der älteste Erdglobus Österreichs von Gemma Frisius aus dem Jahr 1536.
Jeder Globus erzählt dabei auch von seiner Entstehungszeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Weltbilder und kulturelle Vorstellungen haben über Jahrhunderte hinweg beeinflusst, wie Menschen die Erde darstellten und wahrnahmen.

Vom Herrschaftssymbol zum Gegenstand des Alltags
Zum 70-jährigen Bestehen widmet sich das Museum verstärkt der Frage, welche unterschiedlichen Rollen der Globus im Laufe seiner Geschichte eingenommen hat. Ursprünglich galt er als Ausdruck von Wissen, Macht und Gelehrsamkeit und fand vor allem in Herrscherhäusern und bei wohlhabenden Familien seinen Platz.
Mit der zunehmenden Massenproduktion im 19. Jahrhundert wurde der Globus schließlich auch für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich und fand seinen Weg in Schulen und private Haushalte.
Im 20. Jahrhundert entwickelte er sich darüber hinaus zum dekorativen Gegenstand und beliebten Motiv der Popkultur. Globen tauchten in Filmen und Fernsehsendungen ebenso auf wie in Werbung, historischen Nachrichtensendungen oder im Stadtbild – etwa auf Dächern und Fassaden.
Eine eigene Multimediastation im Globenmuseum eröffnet nun neue Perspektiven auf die unterschiedlichen Bedeutungen und Darstellungen des Globus.

Ein Museum mit besonderer Geschichte
Die Wurzeln der Sammlung reichen weit zurück. Bereits in der kaiserlichen Hofbibliothek, aus der später die Österreichische Nationalbibliothek hervorging, wurden Globen gesammelt. Als eigenständige Institution besteht das Globenmuseum seit 1956.
Heute befindet es sich im barocken Palais Mollard in der Herrengasse und bietet damit nicht nur einen Einblick in die Geschichte der Weltbilder, sondern auch in die Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und gesellschaftlicher Vorstellungen über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Generaldirektorin Mag. Michaela Mayr bezeichnet Globen als „Spiegel ihrer Zeit“. Jeder einzelne Globus erzähle eine faszinierende Geschichte und vermittle Wissen, Geschichte und Kultur auf besondere Weise.

Weitere Informationen:
Österreichische Nationalbibliothek
Globenmuseum
Herrengasse 9
1010 Wien.
Bildmaterial: Copyright: Österreichische Nationalbibliothek
Quelle und Foto: Österreichische Nationalbibliothek / ÖNB
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