Deutsche Wehrmachtssoldaten aus Linz / Donau am Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939. Foto: © oepb

„Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen! Seit 05.45 Uhr wird jetzt zurück geschossen und von nun an wird Bombe mit Bombe vergolten!“, so der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler am 1. September 1939 vor dem Berliner Reichstag zur Erklärung für den Einmarsch Deutscher Truppen in Polen. Damit hatte vor über 80 Jahren der Zweite Weltkrieg begonnen.

Das damit wohl größte Gemetzel in der Menschheitsgeschichte sollte bis 8. Mai 1945 andauern. Zurück blieb ein völlig zerstörtes Europa mit teilweiser kompletter Völker-Ausrottung, über 60 Millionen Toten und verschobenen Grenzen in sämtliche Himmelsrichtungen. Mit dem Kriegsende war es allerdings noch nicht getan. Was den überlebenden deutschen Soldaten noch „blühte“, waren lange Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft, aus der nur sehr wenige jemals wieder zurückkehren sollten, sowie ganze Völkervertreibungen für zahlreiche Witwen, Waisen, Kinder und gebrechlichen Menschen aus jahrhundertelanger und angestammter alter Heimat.

Wir leben heute in einem geeinten und vereinten Europa. In einem seit 1945 friedlichen Europa! Es ist unser aller Aufgabe, diesen Ist-Zustand zu hegen und zu pflegen, denn egal, wie man zu den Taten seiner Vorfahren, seiner Väter und Großväter steht, Verständnis sei – auch, wenn es vielleicht manchmal schwer fällt – angebracht, denn unsere Generation darf sich glücklich schätzen, nicht in jene Zwangslage und Zwickmühle mit Arbeitslosigkeit, Hunger und damit verbunden jedweder fehlender beruflicher Perspektive geraten zu sein, wie es eben die 1930er Jahre mit sich gebracht hatten. Wer von sich behaupten kann, in die Zukunft blicken zu können und stets immer das Richtige zu tun, der werfe den ersten Stein …

Dem gefallen und unbekannten Soldaten gewidmet

(von Paul Beuthe)

Sie liegen im Westen und Osten, sie liegen in aller Welt, und ihre Helme verrosten und Kreuz und Hügel zerfällt.

Sie liegen verscharrt und versunken, im Massengrab und im Meer, aber es leben Halunken, die ziehen noch über sie her.

Heut tobt man mit frechem Gebaren durch Flitter und Lüge und Glanz. Sie fielen mit achtzehn Jahren in einem anderen Tanz.

Sie waren nicht ausgezogen um Beute und schnöden Gewinn, was heute verlacht und verlogen, es hatte für sie einen Sinn.

Sie hatten ihr junges Leben nicht weniger lieb – als die, die heut höhnen: Es hinzugeben sei reine Idiotie.

Sie konnten nicht demonstrieren: Mehr Freizeit bei höherem Lohn. Sie mussten ins Feld marschieren, der Vater, der Bruder, der Sohn.

Sie gingen die Heimat zu schützen und haben allem entsagt. Was kann uns der Einsatz denn nützen? Hat keiner von ihnen gefragt.

Sie haben ihr Leben und Sterben dem Vaterland geweiht. Und wussten nicht welchen Erben – und welcher Erbärmlichkeit.

Quelle: Redaktion www.oepb.at

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