
50 Jahre Arena Wien – Jedenfalls ist es Liebe!
Ein halbes Jahrhundert Rebellion, Kultur und gelebte Gemeinschaft: Die Arena Wien feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen. Was im Sommer 1976 aus Protest, Idealismus und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Kulturraum entstand, entwickelte sich zu einem der bedeutendsten alternativen Kultur- und Jugendzentren Österreichs.
Die Arena Wien ist weit mehr als ein Veranstaltungsort. Sie ist ein autonomes, nicht profitorientiertes soziokulturelles Projekt, das seit fünf Jahrzehnten für Eigenständigkeit, Vielfalt und kulturelle Teilhabe steht. Ihre Geschichte ist geprägt von Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, Ideen verwirklichen und einen Raum schaffen, in dem Kreativität, Musik und gesellschaftlicher Austausch Platz finden.
Autonome Verwaltung bedeutet dabei nicht Stillstand, sondern ständige Arbeit und Weiterentwicklung. Die Arena versteht Selbstbestimmung als aktives Handeln – die eigene Geschichte in die Hand zu nehmen, unabhängig zu bleiben und bei Bedarf auch Widerstand zu leisten.
Ein Ort der Vielfalt und Begegnung
Seit ihren Anfängen steht die Arena für Offenheit, Respekt und generationsübergreifende Zusammenarbeit. Junge Kulturinitiativen finden hier ebenso Raum wie große Veranstaltungen und internationale Künstlerinnen und Künstler. Die Einnahmen größerer Produktionen tragen dazu bei, kleinere Projekte zu ermöglichen und die Vielfalt des Areals langfristig zu sichern.
Vielfalt ist dabei nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. Unterschiedliche Menschen, Erfahrungen und Fähigkeiten treffen aufeinander und schaffen gemeinsam etwas, das Einzelne alleine kaum erreichen könnten.
Die Arena positioniert sich seit jeher klar gegen Faschismus, Diskriminierung und ausbeuterische Strukturen. Der Zusammenhalt der Menschen hinter der Arena ist über Jahrzehnte gewachsen – getragen von gemeinsamen Überzeugungen, aber auch von der Bereitschaft, Unterschiede auszuhalten und voneinander zu lernen.
Wer hinter der Arena steht
Getragen wird die Arena vom Verein Forum Wien – Arena sowie den unterstützenden Strukturen rund um Gastronomie und Kulturarbeit. Die Menschen, die hier tätig sind, verbindet der Wunsch nach einem selbstverwalteten, unabhängigen Arbeitsumfeld.
Eigenverantwortung, Mitbestimmung, musikalische Vielfalt und Freude an gemeinsamer Gestaltung zählen zu den zentralen Werten. Viele der Beteiligten begleiten die Arena bereits seit Jahrzehnten, während gleichzeitig immer wieder neue Generationen dazukommen.
Die Arena ist Arbeitsplatz, Lernort und kreatives Zuhause zugleich. Viele Menschen haben hier ihre Fähigkeiten entdeckt, sich weiterentwickelt und ihren Weg in Kultur, Kunst, soziale Berufe oder die Veranstaltungsbranche gefunden.
Vom besetzten Gelände zum internationalen Kulturprojekt
Der Standort der heutigen Arena blickt auf eine lange Geschichte zurück. Einst befanden sich hier die Erdberger Küchengärten, später entstand einer der größten Schlachthöfe Europas. Schließlich wurde das Areal zu jenem Kulturraum, der heute weit über Wien hinaus bekannt ist.
Die Geschichte der Arena begann bereits 1970 mit Kulturveranstaltungen an wechselnden Orten. Im Sommer 1976 entstand durch die Besetzung des ehemaligen Auslandsschlachthofs in St. Marx die legendäre „Arena 76“. Ziel war ein dauerhaftes, selbstverwaltetes Kulturzentrum.
Nach Räumung und Abriss des ursprünglichen Geländes fand die Arena 1977 ihre neue Heimat im benachbarten ehemaligen Schweineschlachthof – jenem Areal, auf dem sie bis heute besteht.
Aus einer Initiative im kulturellen Niemandsland wurde in 50 Jahren ein Vorzeigeprojekt mit internationaler Bedeutung: Mit durchschnittlich rund 250 Veranstaltungen jährlich, zahlreichen Open-Air-Konzerten und etwa 180.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr bleibt die Arena Wien ein unverwechselbarer Bestandteil der österreichischen Kulturlandschaft.
Auch nach fünf Jahrzehnten gilt der Grundgedanke weiter:
Die Arena gehört niemandem. Die Arena gehört allen.
Zum 50. Jubiläum und parallel zur Ausstellung erscheint Die Arena. Eine Wiener Geschichte, herausgegeben vom Verein Forum Wien Arena.
Quelle: ARENA Wien / Wien Museum