Sommertauglich bauen
9. März 2010
Das Thema Gesamtenergiebilanz wird meist im Zusammenhang mit niedrigen Außentemperaturen betrachtet. Doch im Sommer sollte der solare Eintrag ebenfalls in die Berechnungen miteinbezogen werden denn überwärmte Innenräume führen oft zu hohen Kühllasten.
Mehr als 40% des Primärenergieverbrauchs in Europa entfallen auf die Errichtung und Nutzung von Gebäuden. Die Kühllastreduzierung im Sommer verursacht dabei einen doppelt so hohen Eintrag wie die Verringerung des Wärmebedarfs im Winter. Durch den Einsatz von intelligenten Sonnenschutzsystemen könnten vom Energiebedarf aller Gebäude der EU (25) 41 Mio. Tonnen eingespart werden, das entspricht 10% des benötigten Heizöl-Äquivalents. Abgesehen davon wohnt man in Gebäuden mit funktionierender Gebäudehülle behaglicher und arbeitet auch leistungsstärker.
Der sommerliche Wärmeeintrag eines Gebäudes setzt sich aus den unterschiedlichsten Faktoren zusammen, allen voran stehen dabei die Dauer der Sonneneinstrahlung, der Einstrahlwinkel, das Verhältnis verglaste Fläche zu nichttransparenter Fläche (Mauern) und die Verschattung durch Sonnenschutz. Dazu Christian Klotzner, Geschäftsführer der VALETTA Sonnenschutztechnik GmbH & Co KG: “Da der optimale Sonnenschutz meist eine Kombination aus außen- und innen liegendem Sonnenschutz ist, sollten sich Bauherren und Planer bereits in der Planungsphase konkrete Gedanken über die jeweilige Raumnutzung und den daraus resultierenden Anforderungen an den Sonnenschutz machen!” Das verhindert, dass Bewohner oder Benutzer zu einem späteren Zeitpunkt nachrüsten oder sich mit teuren und ungesunden Klimaanlagen behelfen müssen.
Sonne ja, Hitze nein
Unabhängig davon, ob es sich um ein privates Einfamilienhaus oder ein großvolumiges Wohngebäude handelt, gilt: Die Hitze, die nicht ins Innere gelangt, muss auch nicht anschließend wieder aufwändig weggekühlt werden.
Um das zu verhindern, müssen einige Grundregeln eingehalten werden.
Außenliegender Sonnenschutz wirkt besonders effizient. Die heißen Sonnenstrahlen treffen gar nicht erst auf die Glasflächen, wodurch sich diese nicht erhitzen und keine Wärme ins Rauminnere weitergeleitet wird.
Außerdem reflektiert außen angebrachter Sonnenschutz die Sonnenstrahlen besser als innen liegender Blendschutz.
Aktiver, beweglicher, Sonnenschutz wirkt effizienter als passiver (fixer) Sonnenschutz, da er flexibel auf die jeweiligen Sonnenstände und Tageszeiten und auch auf die Raumlage eingehen und reagieren kann. Er kann vor der Fassade, im Zwischenscheiben- oder im Innenraum angeordnet sein. Das Optimum stellt hinterlüfteter Sonnenschutz dar, denn er führt mehr Wärme ab als ein nicht hinterlüftetes System. Christian Klotzner: “Wir haben dafür hinterlüftete Sonnenschutzsysteme wie Raffstore oder Rollläden mit Tageslichtprofil entwickelt, denn diese verhindern eine Aufstauung der Wärme vor der Glasfläche und so einen übermäßigen Wärmeeintrag ins Gebäudeinnere.”
Wie wirksam ist Sonnenschutz
Der z-Faktor (Fc) nach ÖN B 8110-3 beschreibt die Wirksamkeit des Sonnenschutzes gegenüber dem Energieeintrag. Je niedriger der z-Wert, desto niedriger der Wärmeeintrag. Die Bandbreite reicht dabei von der Innenjalousie mit einem z-Wert von 0,75 über Markisen mit einem z-Wert von 0,43 bis zu Rollläden, deren z-Wert 0,32 beträgt.
Christian Klotzner: “Rollläden verringern sogar noch bei Gläsern für den Passivhausbereich den Wärmeverlust um mehr als 10%, bei Einscheibenverglasungen um bis zu 40%!
Auch Fenster- und Fassadenmarkise (z-Wert 0,3) zählen zu den Top-Produkten in diesem Bereich, denn moderne, mikrobelüftete Gewebe reflektieren und absorbieren einen Großteil der Sonnenenergie und verhindern somit Treibhauseffekte. Raffjalousien schließlich weisen einen z-Wert von 0,27 auf und stellen somit die effektivste Sonnenschutzvariante dar.






