Die Ringstrasse

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9. Oktober 2008

Wien ohne Ringstraße geradezu unvorstellbar, es würde etwas fehlen. Kaiser Franz Joseph I. gab im Jahre 1858 den Auftrag zum raschen Bau dieses Prachtboulevards. 50 Jahre später war sie fertig, die Ringstraße.

Die repräsentativen Gebäude entlang des Rings stellen nicht nur ein einzigartiges, städtebauliches Gesamtkunstwerk dar, sondern repräsentieren die österreichische Geschichte mit dem Aufstieg des Bürgertums und dem Beginn der Moderne bis zum Niedergang der Monarchie. Sowohl der Adel als auch das Großbürgertum haben sich entlang der hufeisenförmigen Straße mit Hilfe der bekanntesten und bedeutendsten Architekten ihrer Zeit ,verewigt´.
Die Kunst wurde dabei in den Dienst der Politik gestellt. Barbara Dmytrasz lässt als historisch wie kunsthistorisch versierte ,Übersetzerin´ steinerne Zeugen von ihrer wechselvollen Vergangenheit berichten. Sie lässt den Betrachter die Ringstraße als Beispiel für die Modernismen von Stadtplanung und gestaltung, aber auch Architektur der letzten 150 Jahre neu entdecken.

Dabei beeinflusste die wechselvolle Geschichte der Habsburgermonarchie die Ausgestaltung der Ringstraße. Monumentalbauten, errichtet von den bekanntesten Architekten dieser Zeit, repräsentieren die imperiale Macht und Ohnmacht. Denn längst kristallisierte sich im Zuge der Industrialisierung eine neue Schicht das Großbürgertum, das ebenfalls die Gelegenheit nützen wollte, um die Ringstraße zur eigenen Selbstdarstellung zu nützen.
Grundrisse sowie Fassadengestaltung, Säulen, Embleme, Büsten, Statuen, Kuppeln und Fenstergiebel, alles wurde mit System gewählt. Die Autorin begibt sich auf Spurensuche und erzählt in themenorientierten Spaziergängen von den faszinierenden Verflechtungen von Politik und Zeitgeist mit Geschichte, bildender Kunst und Architektur. Dadurch wird die Ringstraße lebendig wie in keinem anderen Buch.

Die wichtigsten politischen Gebäude der Habsburger-Metropole wie die Hofburg, das Parlament, der Justizpalast und das Kriegsministerium säumen die Ringstraße. Dazu kommt die Wiener Oper, das Kunst- und das Naturhistorische Museum, das Burgtheater und die Universität. Dabei erinnert die Hofburg an das Colosseum, das Parlament an einen griechischen Tempel und die Secession gleicht einem antiken Grabmal. Ihre Architektur sendet Botschaften aus und der Betrachter des Buches wird eingeladen, diese zu entschlüsseln. Jedes Ensemble, das der Ring mit seinen Plätzen und Denkmälern formt, wird somit mit neuen Augen gesehen.

Die Ringstraße – eine europäische Bauidee von Barbara Dmytrasz
240 Seiten mit zahlreichen Farbabbildungen
Im Format 22,1 x 31,80 zum Preis von EUR 34,90
ISBN 978-3-85002-588-1
verlag@amalthea.at
www.amalthea.at

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