Neues Schönbrunner Wüstenhaus

Wuestenhaus neu 21 03 2013_Foto oepbVor nunmehr zehn Jahren 2003 wurde das Wüstenhaus vor den Toren des Wiener Tiergarten Schönbrunn und vis-à-vis des Palmenhauses mit einem neuen Konzept eines authentischen Wüstenlebensraumes eröffnet. Seither zeigt das Haus auf zirka 2.000 Quadratmetern eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Zwei Monate lang wurde das Wüstenhaus, das vom Wiener Tiergarten und den Österreichischen Bundesgärten in der ARGE Wüstenhaus gemeinsam betrieben wird, aufwändig umgestaltet. Am morgigen Freitag, 22. März 2013 öffnet das „Wüstenhaus neu“ mit vielen neuen Attraktionen erneut die Pforten für seine Besucher.

„Wir zeigen nun noch mehr faszinierende Wüstenbewohner und vermitteln vor allem auch Wissen über die Überlebensstrategien der Tiere und Pflanzen in diesen extremen Lebensräumen.“, so eine sichtlich erfreute Tiergartendirektorin Dr. Dagmar Schratter. „Das im Jugendstil erbaute historische Glashaus und der Wüstengarten bieten ein besonders schönes Ambiente für die beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna.“, meint dazu Dip.-Ing. Brigitte Mang, Direktorin der Österreichischen Bundesgärten.

V.l.: Anton Weissenbacher, Zoologischer Abteilungsleiter Schönbrunn, Direktorin DI Brigitte Mank, Österr. Bundesgärten, Direktorin Dr. Dagmar Schratter, Zoo Wien und Manfred Edlinger, Gärtnermeister botanische Sammlungen Schönbrunn. Foto: oepb.

V.l.: Anton Weissenbacher, Zoologischer Abteilungsleiter Schönbrunn, Direktorin DI Brigitte Mank, Österr. Bundesgärten, Direktorin Dr. Dagmar Schratter, Zoo Wien und Manfred Edlinger, Gärtnermeister botanische Sammlungen Schönbrunn. Foto: oepb.

Fische zum Anbeißen

Gleich beim Eingang erwartet die Besucher ein besonderes Aquarium mit Rötlichen Saugbarben. Diese in der Türkei, Syrien und Jordanien heimischen Schwarmfische sind vielen als Knabberfische bekannt. In ihrem Verbreitungsgebiet werden sie bereits seit Jahrhunderten zur Therapie unterschiedlicher Hautprobleme eingesetzt. Mit ihren hornigen Lippen entfernen sie Hautschuppen und das feiner als jeder Laser. Dagmar  Schratter: „Auch im Wüstenhaus kann man mit diesen Fischen nun auf Tuchfühlung gehen. Ihr Aquarium ist oben offen und man kann seine Hände ins Wasser halten und sich von ihnen anknabbern lassen.“

Viele neue Tierarten

Die Rötlichen Saugbarben gelten als Fische zum Anbeißen. Foto: oepb

Die Rötlichen Saugbarben gelten als Fische zum Anbeißen. Foto: oepb

Der Erlebnispfad führt die Besucher weiter in den neu gestalteten Höhlengang, wo sie auf spannende Höhlenbewohner treffen. Neben dem Zagrosmolch, der als schönster Molch der Welt gilt, und den Blinden Höhlensalmlern, die keine Augen besitzen, sind hier auch Große Wüstenspringmäuse eingezogen. Diese nachtaktiven Nager sehen wie Miniatur-Ausgaben von Kängurus aus und können aus dem Stand bis zu einem Meter hoch springen. Neue Bewohner sind auch die in den USA und Texas heimischen Schwarzschwanzklapperschlangen, die bis zu 1,3 Meter lang werden. Wenn sie sich auf den beheizten Steinen im Wüstenhaus sonnen, kann man sie quasi Auge in Auge betrachten.

Spektakuläre Anlage für Nacktmulle

Ein Highlight ist auch das 70 Meter lange Glasröhrenlabyrinth, das von 50 Nackmullen bewohnt wird. Diese Nagetiere gewinnen mit ihrem runzeligen Körper, den langen Schneidezähnen und den widerspenstig abstehenden Borsten zwar keinen Schönheitswettbewerb, haben aber ein faszinierendes Sozialsystem. Einzigartig für Säugetiere leben sie wie Bienen in einem Staat mit einer Königin – und das ausschließlich unter der Erde.

Außergewöhnliche Pflanzen

Die Fockea Capensis gilt als die älteste wasserspeichernste Topfpflanze der Welt und ist bereits seit 1788 im Schönbrunner Palmenhaus heimisch. Foto: oepb

Die Fockea Capensis gilt als die älteste wasserspeichernste Topfpflanze der Welt und ist bereits seit 1788 im Schönbrunner Palmenhaus heimisch. Foto: oepb

Nach der Wiedereröffnung wartet auch eine neue pflanzliche Besonderheit auf die jährlichen 130.000 Besucher: die Fockea, ein Nachwuchs der ältesten sukkulenten Topfpflanze der Welt. Aufgrund ihres weißen Milchsafts wird sie in ihrer Heimat Südafrika „Koe“ – auf Deutsch „Kuh“ – genannt. Brigitte Mang dazu: „Seit 1788 kultivieren wir diese botanische Rarität in den Schönbrunner Glashäusern. Sie wurde sogar auf der Pariser Weltausstellung gezeigt und galt bis 1906 als einziges Exemplar weltweit.“ In der Mittelhalle sticht die 1859 vom österreichischen Forscher Friedrich Welwitsch entdeckte Welwitschia mirabilis hervor, die nur in der afrikanischen Namibwüste vorkommt.

 

Die Öffnungszeiten

Jänner bis April: von 9 bis 17 Uhr

Mai bis September: von 9 bis 18 Uhr

Oktober bis Dezember: von 9 bis 17 Uhr

 

Die Eintrittspreise

Erwachsene: EUR 4,-

Kinder bis 6 Jahre: frei

Kinder/Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr: EUR 2,50

 

Spezialführungen Wüstenhaus „Die Wüste lebt“

Erlebnispfad durch den Höhlendurchgang. Foto: oepb.

Erlebnispfad durch den Höhlendurchgang. Foto: oepb.

Die Spezialführung durch das Wüstenhaus gewährt wunderbare Einblicke in die unergründliche Weite der Wüsten-Welt. Sie führt durch wahrheitsgetreu nachgebaute Wüstenlandschaften von Amerika bis Madagaskar, vorbei an zahlreichen Kakteen und anderen Sukkulenten durch die Heimat von Echsen, Schildkröten, Kleinsäugern, Vögeln und Fischen. Die Dauer einer Führung ist mit zirka 90 Minuten anberaumt. Die Kosten belaufen sich auf EUR 60,-, plus Eintritt in das Wüstenhaus, als Teilnehmerzahl sind maximal 20 Personen vorgesehen.

 

www.zoovienna.at

 

www.lebensministerium.at/ministerium/bundesgaerten

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