August Göllerich

15. Jänner 2009

augustMusiker August Göllerich (1859-1923) feiert just im Kulturhauptstadtjahr von Linz seinen 150. Geburtstag. Umso mehr passt er wunderbar ins Klangbild von Linz09.

August Göllerich kam am 2. Juli 1859 zur Welt. Sein Vater, August sen., schickte den Filius in die Realschule. Dort entwickelte sich der Junior zum herausragenden Mathematiker, der als Neunjähriger erstmals Klavierunterricht erhielt. Später inskribierte August jun. auf Drängen des Herrn Papa an der Technischen Universität Wien. August jun. befasste sich jedoch schon sehr früh mit den Schriften Richard Wagners, ja, die Musik nahm ihn gefangen.
Sein Vater jedoch blieb hart und verwehrte es ihm, zur Musik zu wechseln, da er selbst viele brotlose Künstler dieser Zeit kannte. Darunter beispielsweise auch Anton Bruckner, der seinerzeit noch nicht berühmte Gottesmusikant aus St. Florian bei Linz. Als der Vater jedoch starb, wechselte August jun. doch ins Musikfach, er wurde Sekretär von Anton Bruckner und Franz Liszt, dessen Klavierschüler er 1884 an der Wiener Universität wurde. Zu seiner Wiener Zeit meinte er später: „Als exklusiver Schumann- und Brahms-Enthusiast war ich nach Wien gekommen, als Schüler Anton Bruckners, als Mitarbeiter des Wagner-Museums und als Freund Hugo Wolfs war ich in meinen künstlerischen Anschauungen gereift, als mich das Kennenlernen des Liszt´schen Schaffens in tiefster Seele traf.”

august1Ab dem Jahre 1890 wirkte August Göllerich in Nürnberg, wo er die Ramann-Volkmar´sche Musikschule leitete, sein musikpädagogisches Wirken begann und dirigierte. Auch die Liebe fürs´s Leben fand er in Gisela von Paszthory, eine Vorzeige-Klavierschülerin von Franz Liszt. Den im Sterben liegenden Komponisten betreute August Göllerich zuvor bis 1886 in Bayreuth.
Darauf die Tochter von Franz Liszt, Cosima Wagner, in einem Brief an ihn:
„Es ist mir eine Freude gewesen, lieber Herr Göllerich, Ihnen das Andenken zu übereichen. Und wenn mir anderes gelassen worden wäre, so seien Sie versichert, dass ich Ihnen, der Sie mit mir die feierliche Stunde der Befreiung (Anm. Todesstunde) bewahrten, sei es ein Buch, sei es ein Notenheft oder sonstiges Intimes zugedacht hätte.”

august2Aus „Anhänglichkeit an meine Vaterstadt” kehrte August Göllerich anno 1896 nach Linz zurück und wurde hier Direktor des Linzer Musikvereins, künstlerischer Leiter der Musikvereinskonzerte und Chormeister des „Sängerbundes Frohsinn„. Nach dem Tod Anton Bruckners regte er die Gründung einer Stiftung an, „aus welcher die regelmäßige Aufführung aller großen Werke des Meisters in volkstümlichen Festkonzerten des Musikvereins sichergestellt werden sollte.„ In Wahrheit entstanden nach dem Ableben von August Göllerich die „Bruckner Gesellschaft” und der „Bruckner Bund”.

Der Dirigent brachte viele Werke von Franz Liszt und Anton Bruckner zur Erstaufführung. Linz avancierte damit zur Musikstadt allererster Güte. Dazu der Dirigent und Komponist Bernhard Paumgartner, der unter Göllerichs Stabführung musizierte: „Es hat damals unter ihm einzigartige und unwiederholbare Musikfeste gegeben. Der edle Göllerich hat in Linz so liebevoll dirigiert wie kein anderer.”

Die heutige Bruckner-Universität besitzt die Göllerich-Tagebücher, in denen er seine Erinnerungen an Franz Liszt verewigte. Heute erinnert an August Göllerich eine Gedenktafel auf seinem Geburtshaus in der Baumbachstraße 16, sowie die „Göllerichstraße” am Froschberg und der Göllerich-Saal in der Bruckner-Uni in Linz an den großen Künstler von einst.

Seine Werke:
„Franz Liszt”
„Anton Bruckner. Ein Lebens- und Sittenbild” „Franz Liszts Klavierunterricht von 1884-1886.”

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