First VIENNA FC gg. FK Austria Wien 0 : 6 (0 : 2)

Martin Harrer (Bildmitte) bei seinem steten Kampf gegen drei Vienna-Akteure. Foto GEPA

Martin Harrer (Bildmitte) bei seinem steten Kampf gegen drei Vienna-Akteure. Foto GEPA

Die 1. Runde des ÖFB/SAMSUNG Cups 2014/15 brachte mitunter anhand der Spiel-Paarung First VIENNA FC versus FK Austria Wien ein Stadt-Derby der allerfeinsten Güte mit sich, das zahlreiche geschichtliche Vordergründigkeiten in sich barg und birgt. Wenngleich das letzte bisherige Duell im Wettbewerbs-Modus auch schon wieder 18 Jahre zurückliegt www.oepb.at/fussball/vienna-als-nr-1-in-wien.html und man auf Meisterschafts-Ebene zuletzt im Herbst 1991 die Klingen kreuzte, so rühren die geschichtlichen Anfänge dieser beiden Nobelvereine zurück bis in die Urzeit des österreichischen Fußballsports gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Im September des Jahres 1981 war es, da marschierte der Verfasser stolz an der Seite eines mitgereisten Linzer Kumpels erstmals in das Areal der Hohen Warte ein. Die Konstellation damals war so, dass es so genannte Stadion-Doppel gab, also das Vorspiel an Heimspiel-Samstagen um 14 Uhr bestritt der Zweitligist Vienna – in diesem Fall gegen den Wolfsberger AC – im Hauptspiel um 16 Uhr empfing der regierende Meister von 1980/81, die Wiener Austria, die Mannen aus der Südstadt von Admira/Wacker. Es goss wie aus Kübeln, damals, an jenem 19. September, und dennoch bekam man 180 Minuten Fußball vom Allerfeinsten geboten. Die Döblinger bogen die Kärntner mit 4 : 0, die Austria behielt gegen Admira/Wacker mit 2 : 0 die Oberhand, wobei Primgeiger und Jugend-Idol Felix Gasselich im starken Regen gegen die Niederösterreicher für die zahlreichen Veilchen-Anhänger – in Summe waren 7.000 Leute da – oftmals die Sonne scheinen ließ.

Stadion-Doppel-Ticket von 1981: Vienna - WAC (4 : 0), Austria - Admira/Wacker (2 : 0)

Stadion-Doppel-Ticket von 1981: Vienna – WAC (4 : 0), Austria -Admira/Wacker (2 : 0)

Zum Gegenwärtigen: Das gestrige Wetter stand jenem von vor 33 Jahren um nichts nach. Der Himmel weinte bitterlich und der Ritt des Adam Opel glich einem Freistil-Schwimmen über die S5, einmündend in die A22. Nichts desto trotz erreichte man trockenen Hauptes und Fußes in späterer Folge das wundervolle Natur-Areal in der Klabundgasse in Wien 19. Dort war vor den Toren schon mächtig Betrieb und zahlreiche Anhänger beider Lager begehrten Einlass. Als die Partie um 20.30 Uhr von Referee Gerhard Grobelnik angepfiffen wurde, tauchte die untergehende Abendsonne, die sich dann doch dazu entschließen konnte, die dicke Wolkendecke zu durchdringen, das Stadion in ein ganz stimmungsvolles Bild. Und den knapp 3.200 Besuchern wurde ebenso gleich warm ums Herzerl, da beide Teams pflichtbewusst und die spielerische Geige auspackend loslegten. Das Spiel verlagerte sich in Richtung Vienna-Gehäuse, in dem mit dem 22jährigen Keeper Günther Arnberger ein Ex-Violetter stand, der es seinen ehemaligen Klub-Kollegen natürlich besonders schwer machen wollte. 23 Minuten gelang ihm dieses Vorhaben, teilweise auch Dank vehementer Unterstützung seiner Vorderleute, beispielsweise Markus Speiser, der zweimal in Serie aus bedrohlicher Situation klären konnte. In besagter 23 Minute geschah es aber doch – FAK-Neuzugang Jens Stryger Larsen marschierte rechts durch, passte herein zum 22jährigen SCR Altach-Heimkehrer Martin Harrer, der staubtrocken sein erstes Pflichtspiel-Tor für die Austria scoren konnte. Die Vienna hielt artig dagegen und somit die Begegnung offen. Die Austria wiederum bemühte zweimal die Stange, das Leder wollte just in dieser Phase nicht zum 0 : 2 in die Maschen. In der 38. Minute aber dann doch – Daniel Royer schob einen flachen Ball vorbei an Arnberger hinein ins Vienna-Heiligtum. Die Heimischen verbuchten knapp vor Seitenwechsel noch eine Aktion durch Michael Wojtanowicz, die allerdings nichts Zählbares einbrachte. Mit 0 : 2 und zahlreichem Applaus beider Fan-Lager ging es in die Halbzeitpause.

Seid umschlungen Millionen! Gut, es waren "nur" knapp über 3.000 Leute da. Alexander Grünwald freut sein sehenswertes Tor zum 0 : 6-Endstand.

Seid umschlungen Millionen! Gut, es waren “nur” knapp über 3.000 Leute da. Alexander Grünwald freut sein sehenswertes Tor zum 0 : 6-Endstand.

In der zweiten Spielhälfte geigte der Österreichische Rekord-Cupsieger allerdings auf. Dem Publikum wurde ein Spiel dargeboten, das seit je her so typisch für die Austria ist – zum mit der Zunge schnalzen. Üppige Kombinationen über links und rechts folgten, Spielzüge wurden rasch vorgetragen, der Ball lief am violetten Schnürchen. Für den geneigten Zuseher mitunter herrlich anzusehen. Fußball kann so schön sein, und das nicht nur in Brasilien bei einem Deutschland-Spiel …

0 : 3 nach 53 Minuten, abermals durch Royer, der (s)einen Ball nach Vorlage von Alexander Gorgon im rechten Kreuzeck versenkte. 0 : 4 in Minute 60: Gorgon krönte seine gute Leistung mit einem satten Schuss ins lange Eck. In dieser Tonart ging es fröhlich weiter. Das 0 : 5 „passierte“ in der 78. Minute dem eingewechselten Roman Kienast, der eine Eckball-Hereingabe eines „Kinn-ast“ gleich mit dem Unterkiefer verwertete. Beim 1,90m-Mann sieht ohnehin immer alles ein bisserl lustiger aus, wenngleich der sympathische Sturmtank schon alleine ob seiner bloßen Anwesenheit am Feld ungeheuer wichtig für die Austria ist. Und Alexander Grünwald, der nach seinem Kreuzbandriss Gott Lob wieder vollkommen genesen ist, machte nach 85 Spielminuten nicht nur das halbe Duzend zum 0 : 6 voll, auch er konnte seine hervorragende spielerische Leistung mit einem sehenswerten Treffer krönen. Sein perfekt vorgetragener Heber segelte aus rechter Position direkt in die linke Kreuzecke.

Jubelnde violett-weiß gewandete Spielertrauben gab es gestern Abend oftmals zu sehen auf der Hohen Warte. Foto: GEPA

Jubelnde violett-weiß gewandete Spielertrauben gab es gestern Abend oftmals zu sehen auf der Hohen Warte. Foto: GEPA

Die Vienna agierte in dieser Phase vermehrt als Zuseher und Bestauner und der Klassenunterschied zwischen Regionalliga und Beletage war nicht zu übersehen. Dennoch muss einem um diesen Traditionsverein, der nach 5 Jahren Zweiter Liga nun wieder in der Regionalliga stationiert ist, nicht Angst und Bange sein, denn Coach Hans Slunecko wird mit diesem jungen Team dort bestimmt für Furore sorgen. Die Austria kam eine Runde weiter, nur darum ging es genau genommen, und die Zuseher bekamen ein sehenswertes Match frei Haus serviert, das für die nun anstehende Spielzeit wieder auf tolle Begegnungen in Violett schließen lassen darf.

Blau-Gelb startet am 1. August 2014 in die neue Regionalliga Ost-Saison mit dem Heimspiel um 19 Uhr gegen den SV Neuberg, für die Austria wird es bereits am kommenden Sonntag, 20. Juli 2014 um 16.30 Uhr ernst, man empfängt den Riesentöter des Vorjahres, den SV Grödig. Tickets gibt es hier:

https://hochlast.wien-ticket.at/online/index.php3?shopid=241

.

www.oefb.at/cup-2014-2015-pid813
www.firstviennafc.at
www.fk-austria.at

 

 

comments are closed.