FC Admira/Wacker Mödling gg. FK Austria Wien 1 : 1 (0 : 0)

Christoph Schösswendter (links, Admira/Wacker) gegen Philipp Zulechner (Austria Wien). Foto: GEPA

Christoph Schösswendter (links, Admira/Wacker) gegen Philipp Zulechner (Austria Wien). Foto: GEPA

Die letzte Punkteteilung in der Südstadt gab es vor 10 Jahren!“, frohlockte der muntere Stadionsprecher gestern unmittelbar vor Spielbeginn dieser Paarung. Und in der Tat, am 20. März 2005 trennte man sich zuletzt vor über 6.000 Zuschauern mit einem 2 : 2-Remis. Seit jener Zeit gab es stets einen Sieger in der BSFZ-Arena – dreimal gewann der Hausherr, sechsmal der Gast aus Favoriten – aber eben keine Pattstellung mehr anhand eines Gastspieles der Wiener Austria im Süden der Bundeshauptstadt.

25. Spieltag / 14. März 2015 / tipico-Bundesliga / BSFZ-Stadion Südstadt, 3.970 Besucher

Wenn diese beiden Vereine die Klingen kreuzen, dreht es sich dabei um eines der geschichtsträchtigsten Duelle in der Chronik des Fußballsports in Österreich. Freilich wurde aus Admira, die ursprünglich aus Jedlesee im Gemeindebezirk Floridsdorf – und Wacker aus Wien-Meidling – stammend im Sommer 1971 Admira/Wacker. Und in der Südstadt tritt die Admira seit März 1967 an. Die erste Begegnung datiert allerdings bereits vom 28. September 1919 mit einem 4 : 2-Erfolg der Austria. Bis gestern fanden 232 Begegnungen mit 69 Siegen, 31 Unentschieden und 132 Niederlagen, Tordifferenz 344 : 546 aus Sicht des Heimvereins statt. Der höchste Heimsieg fiel mit 9 : 2 (vom 8. Juni 1947) sowie die höchste Heimniederlage mit 0 : 9 (vom 27. September 1947) immerhin sehr deftig aus. Und in der letzten Meistersaison der Austria gab es am 27. Oktober 2012 beim 6 : 4-Erfolg der Wiener Violetten immerhin 10 Volltreffer in einem Match zu bestaunen.

Die Gegenwart ist für beide Vereine trist. Admira/Wacker steht als Tabellenletzter mit dem sportlichen Rücken zur Wand und die Wiener Austria fabriziert, trotz Derbysieg in der Vorwoche, im Moment eher Schmalhans-Küchemeister-Kost. Die Erwartungen im Vorfeld waren daher keine allzu großen, die auf einen fußballerischen Leckerbissen hinweisen sollten. Die erste Halbzeit – der Gast aus Wien hatte Anstoß – plätscherte so gemächlich vor sich hin, die Ballbesitz-Haltungen der in weiß gekleideten Wiener hielten sich mit den rot gewandeten Admira/Wacker-Akteuren die gerechte Waagschale. Einzig und allein beide Fan-Blöcke machten akustisch auf sich aufmerksam und trieben unermüdlich ihre doch ein wenig müde wirkenden Lieblinge versuchsweise nach vorne. Traurig dabei war, dass die Austria in Hälfte Eins lediglich einen erstzunehmenden Schuss auf das Gehäuse von dem darin vor sich hin frierenden Manuel Kuttin zuwege brachte, abgeballert von Raphael Holzhauser. Auf der Gegenseite musste sich ÖFB-Teamkeeper Heinz Lindner ab und an die Handschuhe richten, da doch das eine oder andere Geschoss auf sein Gehäuse zusauste, ohne jedoch wahrhaft zwingend den Weg in die Maschen aufsuchen zu wollen. Herausgekommen war ein ödes 0 : 0, mit viel Ball-Geplänkel im Mittelfeld, Fehlpässen und kaum spielerischer Linie – hüben wie drüben. Kurios dabei war, dass sich Schiedsrichter Dieter Muckenhammer an der Wade verletzte und für ihn sein Kollege Alexander Harkam in der zweiten Hälfte einspringen musste.

Die besagte Halbzeit, garniert mit neuem Referee, nahm ein wenig an Fahrt auf und Heinz Lindner wurde warm geschossen. Das war – zumindest für ihn – bei Temperaturen um drei Grad Celsius auch gut so. Issiaka Ouedraogo, als auch Benjamin Sulimani waren der Führung für die Gastgeber zweimal sehr nahe, fanden allerdings in besagtem Lindner ihren Meister. Fast aus dem Nichts dann doch das 0 : 1. Markus Suttner trifft aus einem Freistoß wundervoll über die Mauer gezirkelt und Kuttin am falschen Fuß erwischend zur violetten Führung in der 82. Minute. Der Jubel in Violett, wenngleich weiß gekleidet, war verständlicherweise groß, sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Zwei Minuten später: ein Ball kommt von rechts, Lindner kann das Leder nicht festhalten, Ouedraogo stolpert drüber, die FAK-Verteidigung detto und von links saust Markus Katzer herbei und vollendet zum Ausgleich. Der 35jährige Routinier sicherte somit seinen Farben einen wichtigen Punkt in Sachen Klassenerhalt, denn mit 1 : 1-Remis endete ein über weite Strecken fades Bundesliga-Match gestern Nachmittag in der Südstadt. Genau genommen half diese Punkteteilung niemandem und man bewegt sich weiter auf der Stelle.

Die Trainer-Diskussion bei der Austria wird nun wieder aufbranden. Fakt ist allerdings auch, dass der derzeitige FAK-Kader eben nicht mehr kann und wenn man innerhalb von einem Jahr eine Meister-Mannschaft komplett zerfleddert, dann sollte man sich von einem frisch etablierten Hühnerhaufen binnen kürzester Zeit keine Wunderdinge erwarten – so überhaupt. Admira/Wacker bleibt zu gönnen, den Klassenerhalt – so wie in der letzten Spielzeit auch – neuerlich zu schaffen, denn das Unentschieden gegen die Austria sollte dazu den Auftrieb mitbringen.

Stimmen zum Spiel:
Walter Knaller, Trainer Admira/Wacker: „Wir können mit unserer Leistung, allerdings nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein. Dennoch sollte uns dieser Punkt Selbstvertrauen für die Zukunft geben. Nächste Woche gegen den SK Sturm in Graz müssen wir ganz einfach zu- und nachlegen.“

Gerald Baumgartner, Trainer Austria Wien: „Leider wurde uns ein Elfmeter in der ersten Spielhälfte vorenthalten und beim 1 : 1 stand ein Admiraner im Abseits. Wir konnten allerdings auch den Schwung vom Derbysieg nicht mitnehmen. Fünf Ausfälle verkraftet die beste Mannschaft nicht. Derzeit ist bei uns leider nicht mehr möglich.“

www.admirawacker.at
www.bundesliga.at
www.fk-austria.at

 

 

 

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