Hans Weigel
Hans Weigel, Theaterkritiker und Schriftsteller, wurde am 29. Mai 1908 in Wien geboren. Er besuchte das Akademische Gymnasium, inskribierte zunächst Jus in Hamburg in Deutschland unternahm er im Jahre 1927 auch seine ersten literarischen Versuche und kehrte 1928 in seine Heimatstadt Wien zurück.
Zunächst arbeitete er in einem Buchverlag, in den 30iger Jahren wurde er zum Mitautor an Wiener Kleinkunstbühnen – eine Tätigkeit, die er bis 1938 ausübte. Während des Krieges hielt sich Hans Weigel im Schweizer Exil auf, wo er für Kabaretts sowie als Verlagslektor arbeitete. Nach Kriegsende kehrte er bald nach Österreich zurück und begann 1946 seine Tätigkeit als viel beachteter Theaterkritiker, unter anderem für das ,Neue Österreich´ und den ,Kurier´. Im selben Jahr wurde sein Stück ,Barabbas´ am Theater in der Josefstadt aufgeführt.
Berühmt wurde Hans Weigel neben seinen Theaterkritiken auch als Förderer junger österreichischer Autoren. So gilt er beispielsweise als Entdecker von Ingeborg Bachmann. Durch die 1951 bis 1954 herausgegebene Anthologiereihe ,Stimmen der Gegenwart´ bot er jungen Schriftstellern ein Publikationsforum.
Als überzeugter Anti-Kommunist hat Hans Weigel den so genannten Brecht-Boykott an den Wiener Bühnen der 50iger Jahre mitzuverantworten. Als Sprachkritiker sah er sich in der Tradition österreichischer sprachskeptischer Autoren – ,Die Leiden der jungen Wörter´, 1974. Mit kritischem Witz wandte er sich gegen moderne Sprachverwahrlosung und verteidigte all das, was ihn für die kulturelle Identität Österreichs ausmachte.
Hans Weigel wurde im Laufe seines Lebens zu einer Art Wiener Institution und entfesselte mit seinen Polemiken und Kritiken heftige Diskussionen.
Auszeichnungen erhielt er unter anderem: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, Johann Nestroy-Ring, Ehrenring der Stadt Wien.
Hans Weigel, der am 12. August 1991 83jährig verstorben ist, lebte in Wien und in Maria Enzersdorf.
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