Bundesliga-Saison-Rückblick 2009/10
13. Juli 2010
Die Spielzeit 2008/09 war mit 588 Treffern die torreichste 10er-Liga-Saison aller Zeiten. Und auch 2009/10 waren es erneut deutlich über 500 Tore, genau 528 Volltreffer. Der Schnitt lag somit bei 2,93 pro Spiel. 173 Tore fielen im abgelaufenen Meisterschaftsjahr nach ruhenden Bällen, drei mehr als in der insgesamt torreicheren Saison davor. Die beiden Wiener Vereine Rapid (25 Tore nach Standards) und Austria (24) waren die gefährlichsten Teams bei ruhenden Bällen, der LASK (25 Gegentore nach Standards) und Wr. Neustadt (24) am anfälligsten. Besonders gefährlich waren 2009/10 die Freistoßschützen der tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile, wenn sie es direkt versuchten. 20mal wurden Freistöße direkt verwandelt. In der Saison 2008/09 kamen die 10 Vereine auf den guten Wert von 16 direkt verwandelten Freistößen.
80 Tore und 80 Gegentore
Nicht Meister Salzburg, sondern der Meisterschaftsdritte Rapid Wien erzielte die meisten Tore (80). Rapid war schon in der Saison 2008/09 das torgefährlichste Team der Bundesliga (89 Tore) gewesen. Kaum zu bremsen war Rapid in der Schlussviertelstunde – 23 Tore erzielte Rapid ab der 76. Minute – keine andere Bundesliga-Mannschaft kam auf mehr als 13 Treffer in den letzten 15 Spielminuten. Die meisten Gegentore kassierte 2009/10 Absteiger Kärnten – mit 80 Gegentoren exakt so viele wie Rapid geschossen hat.

Thomas Parits (links, FK Austria Wien AG-Vorstand) übernahm von T-Mobile Geschäftsführer Stefan Gubi den "Fair-Play-Award" für die fairste Mannschaft 2009/10. Dieses Geld ist für die U15-Akademie
Rapid hatte die Lufthoheit
Von 528 Toren wurden 103 mit dem Kopf erzielt. Rapid war mit 20 Kopfballtoren am erfolgreichsten und war das erfolgreichste Team in den Luftduellen (54% ihrer Kopfballzweikämpfe gewannen die Rapidler). Außerdem
hatte Rapid mit Nikica Jelavic den Spieler mit den meisten Kopfballtreffern in den eigenen Reihen (9 Kopfballtreffer). Am anfälligsten in der Luft war der LASK, der 19 Kopfballgegentore hinnehmen musste. Im Frühjahr zeigte sich der LASK aber stark verbessert und kassierte nur noch 2 Kopfballtore (17 waren es im Herbst). Meister Salzburg erzielte die meisten Weitschusstore (12), die Kapfenberger kassierten die meisten Gegentore aus der Distanz (13).
Gute Joker, schlechte Joker
Von 57 Jokertoren erzielten die Einwechselspieler des SK Rapid 11 – die meisten. Selbst wurde Rapid dabei nie von einem Einwechselspieler bezwungen.
Gleiches galt 2009/10 für Sturm Graz: 5 Jokertore : 0 Jokergegentoren. Beim LASK traf von den 104 eingewechselten Linzern 2009/10 nur ein Einziger.
Mattersburger und Rieder brachten das eigene Tor in Gefahr Im Vorjahr wurden nur acht Eigentore erzielt – so wenige wie zuletzt in der Saison 2003/04 (damals gar nur 6). Die Spieler von Mattersburg und Ried erzielten 6 davon (je 3).

Von rechts nach links berichteten: Christian Kircher und Georg Pangl, beide Bundesliga, Mag. Philip Newald (tipp3) und Stefan Gubi (T-Mobile Austria)
Mattersburg schoss am seltensten, traf aber am besten In der abgelaufenen Spielzeit wurden 5.182 Torschüsse abgegeben. Salzburg schoss am häufigsten (643), vor Rapid (638) und Ried (595). Nur 349mal kamen die Spieler des SV Mattersburg zum Abschluss – am seltensten. Aber die Burgenländer hatten dabei die beste Trefferquote aller Vereine, nur der SVM traf mit jedem 8. Torschuss.
Austria im Pech – Mattersburg im Glück
Austria Wien traf am häufigsten das Torgestänge (21-mal).
Mattersburg hatte bei 19 Alu-Treffern der Gegner Glück.
Kein Elfmetertor gegen Meister Salzburg
46 Elfmeter wurden 2009/10 gepfiffen – in der Saison davor waren es 56 Strafstöße. Austria und Rapid hatten die meisten Elfmeter erhalten (je 8), Rapid die meisten verwandelt (7). Nur SV Mattersburg und SV Ried haben 2009/10 keinen Elfmeter verschossen (jeweils 2 von 2 verwandelt). Red Bull Salzburg scheiterte als einziger Verein gleich 3mal vom Punkt. Aber nur gegen Salzburg wurden im Vorjahr auch sämtliche Elfmeter verschossen. Edward Gustafsson konnte alle 4 Elfmeter parieren. Kapfenberg hatte die meisten Strafstöße verschuldet (9).
Zweikampfdaten
Alle Spieler der Bundesliga hatten 2009/10 85.934 Zweikämpfe geführt. Die Rapidler mit den meisten (8.978), die Salzburger mit den wenigsten (8.307). Austria Wien war 2009/10 das zweikampfstärkste Team der Bundesliga (53% gewonnene Zweikämpfe). SV Mattersburg und Austria Kärnten hatten die schwächsten Zweikampfbilanzen.

Thomas Parits (rechts) im Gespräch mit dem oepb: "Natürlich freut uns diese Auszeichnung. Der Award ist ein Andenken an eine erfolgreiche letzte Saison, die damit abgehakt ist. Nun zählt nur mehr unsere Jubiläums-Spielzeit 2010/11, in der wir 100 Jahre feiern werden.
Friedfertige Veilchen
6.768 geahndete Fouls verteilen sich fast zu gleichen Teilen auf die Heim- und die Auswärtsteams. Die Mannschaft mit den meisten Fouls war am Saisonende der SV Mattersburg (880 Fouls) vor Kapfenberg (850). Austria Wien beging 550 Fouls, wurde jedoch am häufigsten gefoult (789mal).
Weitere Details
Mit Steffen Hofmann (Rapid) wurde erstmals ein Mittelfeldspieler Torschützenkönig. Roman Wallner (LASK, Salzburg) stellte mit 19 Toren einen persönlichen Saisonrekord auf. Rabiu Afolabi (Salzburg), Markus Katzer (Rapid) und Manuel Ortlechner (Austria) waren die torgefährlichsten Abwehrspieler (je 3 Treffer).
Roman Wallner traf am häufigsten in der 1. Hälfte (13mal). Steffen Hofmann erzielte die meisten Tore (15) in Hälfte 2. Hamdi Salihi (Rapid) erzielte 14 von 17 Saisontoren nach der Pause, allein 8 in der Schlussviertelstunde – der Albaner war der torgefährlichste Bundesliga-Spieler je länger das Spiel dauerte. Er und Christopher Trimmel (Rapid) erzielten je 4 Jokertore -Ligaspitze. Nikica Jelavic (Rapid) erzielte seine sämtlichen 18 Saisontore von innerhalb des gegnerischen Strafraumes (Salihi alle seine 17). Steffen Hofmann scorte 7 Weitschusstore – Top.
Nur Steffen Hofmann verwandelte 10 Standards direkt (4 Freistöße und 6 Elfmeter). Tomas Jun (Austria) brachte sein Team sieben Mal mit 1 : 0 in Führung – 7 von nur 9 Saisontoren des Tschechen. Marc Janko (Salzburg)
erzielte 16 Saisontore, alle aus dem laufenden Spiel – mehr als jeder andere Spieler. Nikica Jelavic war mit 9 Treffern der torgefährlichste Kopfballspieler 2009/10.
Torvorlagen und Torschüsse
Steffen Hofmann erzielte 2009/10 nicht nur die meisten Tore, er bereitete auch die meisten Treffer vor (19) und war damit auch der Top-Scorer der Liga (39 Scorer-Punkte). Nikica Jelavic gab die meisten Torschüsse aller Bundesliga-Spieler ab (121). Am meisten (Alu-) Pech hatten Nikica Jelavic und Marc Janko: Beide trafen je sieben Mal die Umrandung des Tores. Patrick Niklas gab in drei Saisoneinsätzen für Wr. Neustadt zwei Torschüsse ab, beide zappelten im Netz. Nur Michael Gregoritsch (Kapfenberg) hat eine 100%ige Trefferquote (1 Torschuss – 1 Tor). Guido Burgstaller (Wr. Neustadt) gab 39 Torschüsse ab und traf nie – keiner versuchtes es häufiger ohne dabei zu treffen. Bei Ilco Naumoski (Mattersburg) verhinderte drei Mal ein gegnerischer Feldspieler auf der Torlinie einen möglichen Torerfolg. Daniel Gramann (Kärnten) stand 26mal gegnerischen Torschüssen im Weg – am häufigsten unter allen Feldspielern. Und Michael Liendl (Austria) rettete 2009/10 3mal auf der Linie für seinen geschlagenen Torhüter – am häufigsten.
Einsätze, Karten und Kurioses
275 unterschiedliche Spieler wurden 2009/10 eingesetzt – die meisten von Kapfenberg (34), die wenigsten von Ried und Rapid (je 23). Nur Torhüter Christian Gratzei (Sturm Graz) hat 2009/10 sämtliche 36 Saisonspiele
durchgespielt. Somen Tchoyi, Andreas Ulmer (beide Salzburg) und Steffen
Hofmann kamen ebenfalls in allen 36 Runden zum Einsatz. Der Feldspieler mit
der meisten Einsatzzeit war Hofmann, der 36mal in der Startelf stand und
3.173 Minuten gespielt hat.
Christopher Trimmel wurde am häufigsten eingewechselt (18mal), Christian
Mayrleb (LASK) und Steffen Hofmann wurde am häufigsten gefoult (109mal),
Michael Mörz (Mattersburg) foulte am häufigsten (108mal). Markus Schmidt
(Mattersburg) erhielt zwölf Mal Gelb. Roman Wallner stürmte 61mal ins
Abseits – am häufigsten. Er verteilte dafür die meisten „Gurkerln“ (6) –
Andreas Ulmer und Marco Salvatore (Kärnten) wurden am häufigsten getunnelt
(je 5). Samir Muratovic (Sturm Graz) war wieder der Fersler-König (32).
Thomas Schrammel (SV Ried) schlug die meisten Flanken (143), allerdings nur
eine Flanke zu einem Torerfolg. Somen Tchoyi schlug die meisten Flanken zu
Toren (7).
Steffen Hofmann war in einem Bundesliga-Spiel 2009/10 durchschnittlich 88mal in 90 Minuten am Ball – Bestwert. Andreas Rauscher (Kapfenberg) verursachte letzte Saison 4 Elfmeter. Roland Linz (Austria) hat als einziger Spieler 3 Elfmeter rausgeholt. Ragnvald Soma (Rapid) war mit 69% gewonnen Zweikämpfen ligaweit die Nummer 1. Barry Opdam (Salzburg) war mit 63% der
Zweikampfstärkste aller Mittelfeldspieler, Schuhmacher (Austria) war mit 49% zweikampfstärkster Stürmer der Liga. Gordon Schildenfeld (Sturm Graz) war mit 69% gewonnen Kopfballzweikämpfen die Nummer 1 in den Luftduellen, hingegen konnte Deni Alar (Kapfenberg) nur 37% seiner Zweikämpfe gewinnen –
die schwächste Quote aller Spieler.






